Lorenz und die Topspiele der 1960er Der Kaiser schimpft und Müller hat Angst

Vor etwa 50 Jahren spielten bei den Bayern noch Größen wie Franz Beckenbauer und Gerd Müller. Doch in Bremen gab es für sie selten was zu holen. Max Lorenz, damals Spieler bei Werder, erinnert sich.
25.08.2017, 10:52
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Der Kaiser schimpft und Müller hat Angst
Von Marc Hagedorn

Gerd Müller war dort, wo er eigentlich nicht sein sollte. Max Lorenz erinnert sich lebhaft an die Szene: „Wir hatten eine Ecke, da tauchte Müller plötzlich im eigenen Strafraum auf, und der Franz, also Beckenbauer, motzte auch schon los: Hau ab hier, geh‘ zurück nach vorn. Der Müller schrie zurück: Ich gehe nicht mehr nach vorn, da sind die Mörder am Werk.“ Max Lorenz muss noch heute, nach fast 50 Jahren, darüber schmunzeln.

Es waren die Anfangsjahre der Fußball-Bundesliga: Werder hatte die Bayern zu Gast, und in den ersten fünf Duellen im Weserstadion gab es nur einen Sieger: Werder. Viermal gewann Grün-Weiß, einmal teilte man die Punkte. „Die Bayern-Spiele waren Festtage für uns, dann haben wir gekämpft wie verrückt“, sagt Max Lorenz, von 1960 bis 1969 Werder-Profi. Es waren Festtage, weil Nationalspieler wie Lorenz ihre Nationalmannschaftskollegen wie Sepp Maier, Gerd Müller, Katsche Schwarzenbeck oder Franz Beckenbauer trafen, „tolle Persönlichkeiten, klasse Typen, überragende Fußballer“, wie Lorenz sagt.

Gefallen hat den Werderanern natürlich auch, dass es anfangs für die Bayern in Bremen nichts zu
holen gab. „Es ging ganz schön zur Sache“, sagt Lorenz, „das war Männerfußball.“ Symptomatisch dafür stand die eingangs beschriebene Szene. Mit den von Müller als „Mörder“ titulierten Verteidigern waren Sepp Piontek und Horst-Dieter Höttges gemeint, ligaweit gefürchtet für ihr furchtloses und überaus robustes Spiel.
Lorenz fasst es so zusammen: „Die Bayern hatten großen Respekt vor uns.“ Gerd Müller, so behauptet Lorenz, habe die Mittel­linie später nicht mehr überschritten. Beim 1:4 in der Saison 1967/68 verschoss Müller dann auch noch einen Elfmeter. Günter Bernard parierte.

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