Werder will Selke zurückholen Der Nächste bitte!

Claudio Pizarro hat es getan, Max Kruse auch - ist Davie Selke nun der nächste Angreifer, der zum SV Werder zurückkehrt? "Wir prüfen, ob das möglich ist", sagte Sportchef Frank Baumann dem WESER-KURIER.
25.04.2017, 21:36
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Dorow und Michael Baltes

Claudio Pizarro hat es getan, Max Kruse auch - ist Davie Selke nun der nächste Angreifer, der zum SV Werder zurückkehrt? "Wir prüfen, ob das möglich ist", sagte Frank Baumann dem WESER-KURIER.

Bremen ist ein Ort, an dem man gern zurückkehrt. Bremen ist auch ein Ort, an dem man gute Erfahrungen gemacht hat mit Rückkehrern. Das mag nicht für alles und jeden gelten, aber was den Fußball anbelangt, darf man diese Behauptung wohl schon mal wagen. Wie war es denn in den vergangenen beiden Jahren? Hat nicht in der vorigen Saison Claudio Pizarro eine herausragende Rolle gespielt? Und möchte jemand bestreiten, dass in dieser Saison die Rückkehr von Max Kruse zu seinem einstigen Verein ein Hauptgewinn für Werder ist?

Davie Selke hat in diesen vergangenen beiden Jahren in Leipzig gespielt – und könnte demnächst die Rückkehrer-Serie fortsetzen. Am Dienstag hat er sich mit Werders Sportchef Frank Baumann getroffen. „Er ist ein interessanter Spieler, mit dem wir uns beschäftigen", sagte Baumann nach dem Gespräch dem WESER-KURIER, "wir haben über Davies Situation gesprochen. RB ist über unser Interesse informiert." Ein Selke-Transfer würde allerdings "eine große finanzielle Herausforderung" darstellen. Baumann: "Wir prüfen, ob das möglich ist."

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2015 war der Angreifer, der in Bremen gerade den Durchbruch geschafft hatte, zum damaligen Zweitligisten RB Leipzig gewechselt. Acht Millionen Euro soll der potente Klub mit dem Brause-Imperium im Rücken damals überwiesen haben. Der Transfer war für Werder einerseits ein sportlicher Verlust, der andererseits genau in den Sparkurs passte, zu dem sich der Klub damals immer noch gezwungen sah, um endlich aus den roten Zahlen herauszukommen.

Selke steht für Körperlichkeit und Wucht

Der Bremer Sparkurs führte tatsächlich heraus aus den Miesen. Und auch in Leipzig lief es wie erhofft. Nur nicht für Selke. Er stieg zwar auf mit dem Brause-Klub, der inzwischen die Spitzengruppe der Bundesliga erreicht hat und demnächst wahrscheinlich in der Champions League spielt. Aber Selke spielte immer weniger. „Er ist ein Spielertyp, der andere Stärken hat als die, die in unserem System manchmal notwendig sind. Deswegen hat er es nicht ganz so leicht“, sagte Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl Mitte März im Interview mit dem WESER-KURIER.

Der RB-Stil ist vor allem durch das überfallartige blitzschnelle Umkehrspiel gekennzeichnet. Selke steht nicht in erster Linie fürs Blitzschnelle und Überfallartige. Er steht für seine Körperlichkeit und Wucht. Für eine Präsenz, wie man so schön sagt. Er ist ein Typ, der keinen Verteidiger in Ruhe lässt und für Verteidiger quasi eine permanente Bedrohung darstellt. Er sorgt permanent für Unruhe in der Hälfte des Gegners.

In der Leipziger Zweitliga-Saison kam Selke noch auf 30 Einsätze und zehn Tore. In dieser Saison brachte ihn Hasenhüttl oft nur als späte Einwechslung, so wie beim Leipziger 3:1 im Herbst gegen Werder. Da schoss Selke eins seiner bislang erst zwei Tore in dieser Saison. Seit dem Leipziger 0:3 in Bremen Mitte März, als Selke wenigstens ab Minute 56 spielen durfte, stand er fast gar nicht mehr auf dem Platz. Nur noch am vergangenen Sonntag auf Schalke, in der Nachspielzeit.

Selke passt in den Werder-Angriff

Ob Selke, sollte die Rückholaktion tatsächlich umgesetzt werden, in Bremen wieder durchstarten wird wie in der Saison 2014/15, kann niemand wissen. Als Spielertyp wäre er wohl jemand, der durchaus passen könnte im Werder-Angriff. Mit seiner Körperlichkeit, seiner Wucht, seinem Torinstinkt. Dass er ausschließlich von seiner körperlichen Präsenz lebt, stimmt auch nicht.

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Man darf wohl behaupten, dass Davie Selke auch mit dem Ball etwas anzufangen weiß. Und er ist kein Spielertyp, bei dem einem als Erstes einfallen würde: Den hat Werder doch schon. Mit einem wie Fin Bartels ist der 1,92-Meter-Mann kaum zu vergleichen.

Dass im Bremer Sturm alle Planstellen für die nächste Saison besetzt sind, braucht man auch nicht zu behaupten. Ob Claudio Pizarro weitermacht, ist offen, wie groß seine Rolle auf dem Feld dann wäre, ist noch viel offener. Aron Johannsson wird schon seit Langem von Trainer Alexander Nouri nicht mehr berücksichtigt, sein Abgang im Sommer gilt zwar nicht als beschlossene Sache, ist aber nicht unwahrscheinlich. „Wir werden uns nach der Saison zusammensetzen und schauen, was das Beste für Aron ist“, sagt Frank Baumann.

Eine große finanzielle Herausforderung

Sich mit dem Spieler Selke zu einigen, könnte nun leichter fallen, als eine Einigung mit RB Leipzig zu erzielen. Selkes Vertrag ist bis 2020 datiert, dem Vernehmen nach sind mindestens vier bis fünf Millionen Euro Ablösesumme fällig. Baumann sagt, dass ein Transfer Selkes auch bei einer Qualifikation für den Europapokal eine ebenso große finanzielle Herausforderung bleibe.

Immerhin: Am Montag hatte Baumann noch die Formulierung „finanziell unwahrscheinlich“ verwendet, am Dienstag die Formulierung mit der Herausforderung. Am Dienstag soll sich Selke in der Bremer Überseestadt eine Wohnung angeschaut haben. Aus Leipzig ist zu hören: Die Wohnung dort, die soll er gekündigt haben.

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