Wie Werderaner bei der U21-EM spielten Der Weltstar und die Eintagsfliege

Maximilian und Johannes Eggestein sind nicht die ersten, Werder hat in den vergangenen Jahrzehnten schon einige deutsche Spieler zur U21-EM entsandt. Nicht immer war das Turnier für sie jedoch ein Sprungbrett.
12.06.2019, 18:29
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Der Weltstar und die Eintagsfliege
Von Malte Bürger

Maximilian und Johannes Eggestein sind die jüngsten Beispiele, beide Bremer gehören bei der U21-EM in Italien und San Marino zum deutschen Kader. Den Adler trugen auch schon andere Werderaner vor ihnen auf der Brust. Ein Überblick.

Jonny Otten

Als 1982 ein neuer U21-Europameister gesucht wurde, geschah dies noch in einem völlig anderen Modus. Anstelle eines Finalturniers wurde die K.-o.-Phase während der Länderspielpausen ausgetragen. Das Viertelfinale mit Hin- und Rückspielen begann im Februar. Erst im folgenden Oktober ging es um den Pokal. Deutschland erreichte das Endspiel, auch weil Werders Rigobert Gruber zwischenzeitlich mithalf. Als es um die Trophäe ging, war ein anderer Bremer dabei: Jonny Otten. Erst gab es ein 1:3 in England, ehe ein echtes Heimspiel für ihn anstand. Na ja fast. Gerade einmal 9000 Zuschauer „verirrten“ sich ins Weserstadion, wo ein 3:2 letztlich nicht reichte.

Benno Möhlmann

Jonny Otten war nicht der einzige Bremer, der 1982 Vize-Europameister wurde. Auch Benno Möhlmann darf sich mit diesem Titel schmücken. „Für mich zählt vor allem das Erlebnis, zwei Tage im Kreis einer DFB-Auswahl gewesen zu sein“, sagte er damals. Ein Einsatz gegen England blieb Möhlmanns einziges Länderspiel. Mit Werder wurde er Deutscher Meister (1988).

Torsten Frings

Wenige Wochen bevor die A-Nationalmannschaft bei der WM 1998 in Frankreich eine bittere 0:3-Pleite im Viertelfinale gegen Kroatien erlebte, war Torsten Frings bei der U21-EM im Einsatz. Das Finalturnier begann direkt mit den Viertelfinals – und Deutschland handelte sich eine 0:1-Pleite gegen Griechenland ein. Frings wurde spät eingewechselt und war in der Trostrunde anfangs Zuschauer. Anders übrigens als ein gewisser Frank Baumann, der damals für Nürnberg spielte und einen Stammplatz besaß. Da Gastgeber Rumänien mit 1:0 nach Golden Goal bezwungen wurde, folgte das Spiel um Platz fünf gegen Schweden. Frings durfte von Anfang an ran und erzielte beim 2:1-Sieg ein Tor.

Christian Schulz

In Deutschland freute man sich 2006 auf die Heim-WM, doch vorher war der Nachwuchs dran. Unter Teamchef Dieter Eilts hatten die Youngster eine starke Qualifikation gespielt, die EM verlief jedoch enttäuschend. Nach einem 1:0 gegen Serbien und Montenegro kam das Aus durch Niederlagen gegen Frankreich (0:3) und Portugal (0:1). Christian Schulz, Double-Sieger von 2004, stand stets über 90 Minuten auf dem Platz.

Sebastian Boenisch

Es war rückblickend so etwas wie das Jahr des Sebastian Boenisch. Der damals 22-Jährige spielte bei Werder die Finals im DFB- und Uefa-Pokal. Unter Trainer Horst Hrubesch gehörte er dann zur deutschen U21, die in Schweden den Titel gewann. Der Werder-Profi spielte beim 4:0-Finaltriumph gegen England neben den späteren Weltmeistern Manuel Neuer, Jerome Boateng, Mats Hummels oder Sami Khedira. Nach seiner Zeit in Bremen spielte Boenisch noch für Bayer Leverkusen und 1860 München. Im Alter von 32 Jahren sucht er aktuell einen neuen Verein – nun schon seit zwei Jahren.

Mesut Özil

Und da waren sie wieder, die Kritiker, die mit großer Freude über Mesut Özil herziehen. Als er wie viele seiner Kollegen im Finale der Europa League gegen den FC Chelsea enttäuschte, geriet der Arsenal-Profi ins öffentliche Kreuzfeuer. Der Vorwurf: In Spielen, in denen es darauf ankommt, sei er nahezu unsichtbar. Dass er 2014 Weltmeister wurde, in England und Spanien Titel gewann und Werder 2009 zum Pokalsieg schoss, wird da gern vergessen. Ach ja, und 2009 gehörte auch der heutige Weltstar zur famosen deutschen U21, die Europameister wurde.

Serge Gnabry

Auf dem Papier war Serge Gnabry noch ein Bremer. Als der Offensivmann 2017 zur U21-EM reiste, hatte er gerade seinen Abschied verkündet. Beim Turnier in Polen war er in allen fünf Partien dabei und holte mit Deutschland den Titel. Inzwischen trumpft er bei den Bayern und im A-Nationalteam auf.

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