Der Werder-Gegner-Check

So läuft es bei Fortuna Düsseldorf

Im Auswärtsspiel tritt Werder Bremen am Samstagabend gegen Fortune Düsseldorf an. Unsere Deichstube hat Werders nächsten Gegner unter die Lupe genommen.
31.07.2021, 13:57
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Hans-Günter Klemm
So läuft es bei Fortuna Düsseldorf

Fortuna-Trainer Christian Preußer (l.), Nachfolger von Uwe Rösler, ist ein unbeschriebenes Blatt, ein Newcomer im Profigeschäft.

Uwe Anspach / dpa

Als Absteiger wollte Fortuna Düsseldorf in der vergangenen Saison sofort wieder hoch – und ist gescheitert. Diese Saison gehen die Rheinländer etwas vorsichtiger an, sind aber trotzdem ambitioniert. Ex-Werder-Boss Klaus Allofs, der inzwischen für die Fortuna arbeitet, hätte wahrlich nichts gegen eine Rückkehr ins Oberhaus. Dabei muss er zwar in Innenverteidiger Kevin Danso (zum FC Augsburg) und Kenan Karaman (zu Besiktas Istanbul) zwei Stützen ersetzen, ansonsten ist der Kader aber eingespielt. Das dürfte es dem neuen Trainer Christian Preußer leichter machen. Unsere Deichstube hat Werders nächsten Gegner unter die Lupe genommen.

Die Historie

Am Ende fehlten sechs Punkte zur direkten Rückkehr in die Bundesliga, die Fortuna kam als Fünfter ins Ziel. Zuletzt war der Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse 2018 und 2012 gelungen. Der Meister von 1933 erlebte seine besten Zeiten Ende der 1970er Jahre: zweimal Pokalsieger und 1979 im Endspiel des Europacups der Pokalsieger gegen den FC Barcelona. Danach mutierte der Verein zu einer Fahrstuhlmannschaft, fand sich zwischenzeitlich sogar mal in der vierten Liga wieder.

Der Trainer

Der Nachfolger von Uwe Rösler ist ein unbeschriebenes Blatt, ein Newcomer im Profigeschäft. 37 Jahre jung ist Christian Preußer, der seine Karriere bei RW Erfurt begann, seit 2016 beim SC Freiburg aktiv ist. Bei dem Erstligisten betreute er die Reserve mit großem Erfolg. Im Breisgau schaffte der Zweitliga-Novize die viel beachtete Meisterschaft in der Regionalliga und somit den Aufstieg in die 3. Liga. Ein Erfolg, der sozusagen zur Eintrittskarte ins Profigeschäft wurde. Preußer lässt, wie aus dem Badischen zu hören ist, attraktiven und nach vorne ausgerichteten Fußball spielen. Seine bevorzugte Grundordnung: ein 3-4-3-System.
Der Star

Beachtlich für einen unterklassigen Club

Mit gleich zwei Spielern war die Fortuna bei der EM vertreten. Der inzwischen zu Besiktas Istanbul abgewanderte Kenan Karaman stand im Aufgebot der Türkei, der Pole Dawid Kownacki trat für sein Heimatland an, wurde allerdings nicht eingesetzt. Der 24-jährige Stürmer war im Januar 2019 von Sampdoria Genua an den Rhein gewechselt. Für die Fortuna hat er in 35 Partien bislang sechsmal getroffen.
Die Form

Dem Torjäger sei Dank

Rouwen Hennings, der treffsichere Stürmer, lieferte auch beim Saisonstart. Doppelpack durch den 33-Jährigen beim 2:0 zum Auftakt in Sandhausen. In der letzten Saison vor allem heimstark mit eroberten 37 Punkte setzten die Fortunen mal ein Ausrufezeichen in der Fremde. Mit Drago Nedelcu (zuletzt FCS Bukarest) stand nur ein Neuzugang in der Startelf. Auch der im Januar für eine Million Euro geholte Felix Klaus begann. Khaled Narey, ablösefrei vom Hamburger SV verpflichtet, wurde eingewechselt in die Elf, die Trainer Preußer überraschend in einer 4-1-4-1-Ordnung auftreten ließ. 
Die Besonderheit

Zwei Japaner stehen im Kader. Vielversprechende Talente mit asiatischen Wurzeln. Bei Shinta Appelkamp ist dies nicht auf Anhieb ersichtlich. In Tokio geboren, kam der 20-Jährige bereits als Jugendlicher in die Fortuna-Akademie. Er gilt als Shootingstar, hat bereits unter Friedhelm Funkel sein Profidebüt gefeiert und bringt es auf 21 Zweitliga-Spiele. Viel erwarten die Fortuna-Bosse auch von Ao Tanaka, einem 22-Jährigen, der zunächst ausgeliehen ist von Kawasaki Frontale. „Toller Zug zum Tor und viel Spielverständnis“, lobt Trainer Preußer den Angreifer, der schon zwei A-Länderspiele für Japan bestritten hat. Zum Saisonstart fehlt Tanaka allerdings, weil er für die Olympia-Auswahl nominiert worden ist. In Düsseldorf, wo es mit etwa 7 000 Mitbürgern eine große japanische Kolonie gibt, sollen Appelkamp und Tanaka an die erfolgreiche Tradition mit Akteuren aus dem Land der aufgehenden Sonne anknüpfen. Erinnerungen werden wach an die Erfolgsära, die 2018 mit dem Aufstieg in die Bundesliga gipfelte: Damals trugen Genki Haraguchi und Takashi Usami dazu bei.

Die Personal-Situation

Fortuna Düsseldorf tritt mit einigen personellen Sorgen gegen Werder Bremen an. Trainer Preußer muss auf Felix Klaus nach einer leichten Gehirnerschütterung noch verzichten. Zudem ist fraglich, ob die angeschlagenen Shinta Appelkamp, Marcel Sobottka und Dragos Nedelcu bis zum Spieltag einsatzfähig werden. „Alle drei haben heute individuell trainiert. Es wird sich am Freitag entscheiden, wer spielen kann“, sagte Preußer am Donnerstag. Damit muss der neue Chefcoach sein Team nach dem 2:0-Erfolg beim SV Sandhausen definitiv umstellen. „Es ist ein bisschen Ungewissheit da, aber wir haben noch Optionen“, sagte Fortunas Trainer.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+