Verletzter Werder-Profi Der Wirbel um Elia

Bremen. Schrecksekunde beim Werder-Training: Nach einem Zweikampf mit Assani Lukimya muss Eljero Elia ins Krankenhaus gebracht werden. Dort gibt es Stunden später Entwarnung: Elia hat sich offenbar nur den Fuß geprellt.
23.01.2013, 05:00
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Der Wirbel um Elia
Von Patrick Hoffmann

Bremen. Schrecksekunde beim Werder-Training: Nach einem Zweikampf mit Assani Lukimya muss Eljero Elia zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden. Dort gibt es Stunden später Entwarnung: Elia hat sich offenbar nur den Fuß geprellt.

Seine Mannschaft, findet Werders Trainer Thomas Schaaf, ist zuletzt viel zu brav gewesen. Beim 0:5 gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende zum Beispiel hatten die Bremer keine einzige Gelbe Karte gesehen. "Da waren wir zu passiv in den Zweikämpfen", sagt Schaaf, "daran müssen wir arbeiten." Abwehrspieler Assani Lukimya hat sich die Forderung seines Trainers offenbar besonders zu Herzen genommen – und bei der Übungseinheit am Dienstagmorgen für eine Schrecksekunde gesorgt.

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Während des Trainingsspielchen hatte Lukimya seinen Bremer Mannschaftskollegen Eljero Elia beim Kampf um den Ball unsanft von den Beinen geholt. Elia blieb danach eine ganze Weile auf dem nasskalten Rasenplatz liegen und hielt sich mit schmerzverzehrtem Gesicht den rechten Fuß. Nach einer kurzen Behandlung ging es für den Niederländer zunächst weiter, später wurde er dann aber doch lieber ins Krankenhaus gebracht.

Dort gab’s am Nachmittag von Werders Mannschaftsarzt Dr. Götz Dimanski Entwarnung: Der niederländische Flügelstürmer soll sich laut Klubangaben nur eine leichte Prellung am rechten Fuß zugezogen haben. Beim Nachmittagstraining fehlte Elia (Schaaf: "Eine reine Vorsichtsmaßnahme), sein Einsatz im Nordderby am Sonntag beim Hamburger SV sei nach jetzigem Stand aber nicht gefährdet, teilte der Bundesligist mit.

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Also alles halb so schlimm? Thomas Schaaf war am Dienstag jedenfalls ziemlich darum bemüht, den Zwischenfall herunterzuspielen. Nichts passiert, versicherte der Trainer, "es kommt halt mal vor, dass sich jemand im Training wehtut." Und überhaupt: Elia sei ja gar nicht von Lukimya umgegrätscht worden, vielmehr sei der Niederländer bei der Aktion unglücklich umgeknickt. Kein Tritt und deshalb auch kein Grund zur Aufregung.

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Kevin De Bruyne, einer von Elias Kumpeln aus dem Mannschaftskreis, hatte das offenbar ein wenig anders wahrgenommen. Der Belgier schimpfte lautstark über Lukimyas harte Gangart ("Es ist immer das Gleiche!"). Erst nach ein paar mahnenden Worten von Schaaf kam De Bruyne wieder zur Ruhe. Er kam sogar so sehr zur Ruhe, dass er anschließend, wie man es von ihm gewohnt ist, die Szene gar nicht mehr für die Journalisten kommentieren wollte.

Dafür sprachen andere. Neben Schaaf, der die Situation nicht "falsch dargestellt" wissen wollte, vor allem Nils Petersen. Der konnte dem viel diskutierten Zweikampf zwischen Elia und Lukimya nämlich eine Menge Positives abgewinnen. Heute, sagte Petersen vor winterlicher Kulisse am Weserstadion, sei im Training endlich mal Feuer gewesen. "Das ist gut. Friede, Freude, Eierkuchen würde sich in unserer Situation nicht gehören."

Das wird Schaaf gerne gehört haben. Den Satz danach vermutlich weniger. "Natürlich war das ein Foulspiel von Assani", fügte der 24-Jährige nämlich noch hinzu und widersprach damit seinem Trainer. Luki, wie Lukimya von seinen Mannschaftskollegen genannt wird, sei halt "ein eisenharter Verteidiger. Der tut dir manchmal weh", sagte Petersen. "Aber dann gibt man sich die Hand, und alles ist wieder gut."

Wobei in Bremen natürlich nur dann wieder alles gut ist, wenn Elia am Mittwoch wie gewohnt mittrainieren kann. Wenn nicht, ist selbstverständlich nichts gut. Ein Ausfall des niederländischen Flügelstürmers ist nicht eingeplant, und er würde nur wieder die Diskussionen darüber befeuern, ob Werder eigentlich eine echte Alternative zu seinen beiden Außenstürmern Eljero Elia und Marko Arnautovic besitzt, und ob diese Mannschaft eigentlich auch in einer anderen taktischen Ausrichtung erfolgreich Fußball spielen kann. Beides darf ja seit dem Debakel gegen Dortmund durchaus infrage gestellt werden.

Einer, der im Notfall für Elia einspringen könnte, meldete sich am Dienstag zumindest wieder zurück: Niclas Füllkrug hat seine Knieprobleme überstanden und steht Schaaf in Zukunft wieder zur Verfügung. Ob es bereits für das Gastspiel in Hamburg reichen wird, ist allerdings noch fraglich. Der Außenstürmer konnte das Mannschaftstraining nur teilweise absolvieren, dennoch äußerte er sich ziemlich zuversichtlich: "Ich habe keine Schmerzen gespürt und gehe davon aus, jetzt wieder komplett einsteigen zu können. Es war alles super, quasi perfekt", sagte Füllkrug. Der 19-Jährige war in der Hinrunde insgesamt zwölfmal für die Bremer zum Einsatz gekommen, davon allerdings elfmal als Einwechselspieler – allein achtmal für Elia.

Auch Florian Hartherz fühlt sich wieder fit genug, um wieder voll einzusteigen. Der 19-Jährige absolvierte gestern zwar wie Füllkrug noch einige individuelle Trainingseinheiten, sagt aber auch: "Ich freue mich darauf, so schnell wie möglich wieder im Team trainieren zu können." Der Linksverteidiger hatte Anfang des Jahres wegen eines grippalen Infekts seine Teilnahme am Trainingslager absagen müssen, danach schmerzte das Sprunggelenk.

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