Spielbericht zum 2:0-Sieg

Möhwald und Agu lassen Werder gegen Fürth jubeln

Werder ist nach dem 2:0-Sieg gegen Fürth ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Die Bremer haben gleich mehrfachen Grund zum Jubeln - immerhin bedeutet das Millionen für die derzeit leeren Kassen.
02.02.2021, 22:48
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips

Im DFB-Pokal gilt ab sofort: Vier Mal ist Bremer Recht. Der SV Werder Bremen ist am Dienstagabend durch einen verdienten 2:0 (1:0)-Sieg gegen den Zweitligisten Greuther Fürth zum vierten Mal in Folge ins Viertelfinale eingezogen. Das ist nicht nur sportlich sehr bemerkenswert, sondern spült auch eine Million Euro in die in Coronazeiten ziemlich leere Kasse der Grün-Weißen. Die Tore zum Arbeitssieg gegen den Tabellenvierten der Zweiten Liga erzielten Kevin Möhwald (12.) und der kurz zuvor eingewechselte Felix Agu (73.). Das Viertelfinale wird am 2. und 3. März ausgetragen. Die Auslosung ist am Sonntag in der ARD-Sportschau (18.30 Uhr).

Trainer Florian Kohfeldt hatte wie erwartet seinem angeschlagenen Top-Innenverteidiger Ömer Toprak eine Pause auf der Bank verordnet und dafür Kapitän Niklas Moisander aufgestellt. Von den drei jungen Wilden, die gegen Schalke schon zur Pause ausgewechselt worden waren, schaffte es nur Romano Schmid in die Startelf. Manuel Mbom und Felix Agu saßen draußen, für sie spielten Kevin Möhwald und Ludwig Augustinsson. Und vorne durfte erstmals seit seiner Oberschenkelverletzung Ende November Milot Rashica von Beginn an stürmen, der angeschlagene Leonardo Bittencourt schaute zunächst nur zu.

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Rashica stand sofort im Mittelpunkt, denn die Fürther attackierten ihn so hart, als ob sie ihm den Spaß am Pokalspiel nehmen wollten. Doch das gelang ihnen nicht, weil für Werder ziemlich schnell alles nach Plan lief. Kevin Möhwald staubte schon nach zwölf Minuten zum 1:0 ab, nachdem Fürths Keeper Sascha Burchert einen Kopfball von Milos Veljkovic nach einer Augustinsson-Ecke noch abgewehrt hatte. Und es wäre für die Bremer ganz schnell noch viel mehr möglich gewesen: Erst ließ Josh Sargent eine hundertprozentige Chance mit einem etwas verzogenen Lupfer liegen (16.), dann lenkte Burchert einen Augustinsson-Schuss mit der Schulter gerade noch an den Pfosten (18.). Beide Male hatte Schmid glänzend vorbereitet.

Fürth taumelte wie ein angeschlagener Boxer durch das leere Weserstadion. Da hätte Werder noch entschiedener zupacken können, um bereits für die Vorentscheidung zu sorgen. Dafür räumte Kohfeldt konsequent am Spielfeldrand auf, entfernte mit bösem Blick ein Außenmikrofon, das zuvor fast sämtliche Anweisungen des Trainers in die Wohnzimmer übertragen hatte. Offenbar war Kohfeldt da ein Hinweis gegeben worden.

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Auf dem Feld passierte nicht mehr ganz so viel. Fürth gewann zwar etwas die Oberhand, kam aber zu keiner echten Torchance, wenngleich Moisander und Co. nicht immer souverän wirkten. Aber das reichte gegen harmlose Gäste. Ärgerlich, dass Werder im Vorwärtsgang zu fehlerhaft agierte und den Ball immer wieder verlor, gerade Sargent und Rashica machten dabei keine glückliche Figur.
Nach der Pause hätte Augustinsson postwendend für Klarheit sorgen können, brachte aber zu wenig Druck hinter seinen Kopfball (51.). Das passte zum Bremer Spiel, es fehlte die letzte Entschlossenheit und auch Genauigkeit in der Offensive. So blieben die Fürther weiter im Spiel und kamen nun auch selbst zu richtig guten Chancen. Der Ex-Bremer Anton Stach beförderte die Kugel nach einer Ecke völlig freistehend per Aufsetzer über das Tor (55.), Sebastian Ernst zielte sogar aus noch kürzerer Distanz am Gehäuse vorbei (60.). Glück für Werder!

Kohfeldt reagierte, brachte für die nach ihren Verletzungspausen nachvollziehbar ausgepowerten Rashica und Augustinsson zwei frische Kräfte: Yuya Osako und Felix Agu (70.). Und das zahlte sich prompt aus. Agu beförderte eine feine Sargent-Hereingabe gekonnt mit dem linken Knie zum 2:0 ins Netz (73.). Der Bremer Jubel hielt sich zunächst noch in Grenzen, weil sich der Video-Schiedsrichter einschaltete, der Abseits-Verdacht sich aber nicht bestätigte.

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Durch war Werder damit aber noch nicht, Fürth wehrte sich nach Kräften – Jiri Pavlenka allerdings auch, der Bremer Keeper reagierte glänzend bei einem Schuss von Robin Kehr (85.). Mit dem Mute der Verzweiflung brachte der Zweitligist die Gastgeber noch ein bisschen ins Schwimmen. Doch es blieb beim 2:0. Auch in der dritten Runde war Werder ohne Gegentor geblieben. Die Bremer können sich nun selbstbewusst auf das nächste Bundesligaspiel am Sonntag bei Arminia Bielefeld konzentrieren.

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