Hohe Geldstrafe Werder-Antrag auf DFL-Versammlung offenbar gescheitert

Wegen des DFL-Lizensierungsverfahrens droht Werder eine saftige Geldstrafe von 2,5 Millionen Euro. Diese versuchten die Bremer Verantwortlichen während der DFL-Vollversammlung zu verhindern – wohl vergebens.
17.11.2022, 16:26
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Daniel Cottäus

Sportlich läuft es derzeit nach Plan für den SV Werder Bremen, der in der Bundesliga als Aufsteiger auf einem einstelligen Tabellenplatz überwintert. Wirtschaftlich muss der Verein nun allerdings einen herben Rückschlag hinnehmen.

Die Bremer Verantwortlichen sind am Donnerstag während der Vollversammlung der 36 deutschen Proficlubs mit ihrem Antrag gescheitert, der eine spezielle Ausnahmegenehmigung im Lizenzierungsverfahren der Deutschen Fußball-Liga (DFL) vorsah. Wegen eines umstrittenen Verstoßes gegen die Kapitalauflagen der DFL war Werder Bremen zuvor zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden, die nun fällig werden dürfte. Laut „kicker“ beträgt sie 2,5 Millionen Euro.

Lesen Sie auch

Das Problem mit dem negativen Eigenkapital

Es geht dabei um die Wiedereinführung von Auflagen, sollte ein Verein ein negatives Eigenkapital aufweisen. Während der Corona-Pandemie war dieser Punkt im Lizenzierungsverfahren ausgesetzt worden, um die wirtschaftlich ohnehin stark angeschlagenen Clubs zu entlasten. Seit Dezember 2021 (und damit für das Lizenzierungsverfahren für die laufende Saison) gilt die Regelung allerdings wieder, wenn auch in etwas abgeschwächter Form. Sie besagt: „Negatives Eigenkapital muss demzufolge nicht zwingend verbessert werden, es darf aber jedenfalls nicht wesentlich verschlechtert werden.“

Was Werder Bremen formal nun ein großes Problem bereitet. Zum Stichtag 30. Juni 2021 wies der Verein ein negatives Eigenkapital von 20,3 Millionen Euro aus, nun wird Werder am Sonntag während der Mitgliederversammlung ein Plus von rund sechs Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2021/22 präsentieren. In der Gesamtrechnung hat Werder die Auflage also eingehalten, was jedoch kein Grund zur Freude ist. In allen Punkten erfüllt ist sie nämlich nicht.

Lesen Sie auch

Das DFL-Lizenzierungsverfahren schreibt bei negativem Eigenkapital nämlich vor, dass sich der Wert in den nächsten beiden Halbjahresbilanzen nicht deutlich verschlechtern darf, und genau das war bei Werder Bremen der Fall. In der ersten Saisonhälfte 2021/22 nahm der Club durch die Verkäufe einiger Leistungsträger mehr als 30 Millionen Euro ein. In der zweiten Saisonhälfte waren dann jedoch unter anderem Aufstiegsprämien fällig, sodass für sie isoliert betrachtet ein Minus anfiel. Deshalb die Geldstrafe.

Ausnahme für Werder wäre Freifahrtsschein für alle Vereine

Werder Bremen ging daraufhin in die Offensive und brachte in den Vorgesprächen zur DFL-Vollversammlung eine erneute Aussetzung der Kapitalauflagen ins Gespräch, was unter den Club-Bossen aber keine Mehrheit fand. Andere Verantwortliche befürchteten, mit der Aussetzung eine Art Freifahrtschein für alle Vereine auszustellen. Werder passte seinen Antrag vor der Vollversammlung entsprechend an, setzte nun auf eine Ausnahmeregelung, sollte ein Verein im Gesamtjahr ein Plus verbucht haben. Ein Vorschlag, der innerhalb der DFL ebenfalls nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit bekam. Es sollen allerdings mehr als die Hälfte der Clubs zugestimmt haben, was den Bremern letztlich nichts nützte. Die Geldstrafe gegen Werder hat weiterhin Bestand. 

Klaus Filbry, der Vorsitzende der Werder-Geschäftsführung, sagte am Donnerstagabend: „Das war kein schöner Tag für uns, aber wir haben es vorausgesehen.“ Der Verein habe deshalb frühzeitig Rücklagen gebildet - und behält sich vor, gegen die Regelung der DFL vorzugehen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+