FSV Mainz 05 - Werder Bremen 1:2

Di Santo lässt Werder jubeln

Dank Franco di Santo feiert Werder Bremen den ersten Sieg der Bundesliga-Saison. Beim 2:1-Erfolg beim FSV Mainz 05 traf der argentinische Angreifer doppelt.
01.11.2014, 17:25
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Von Thorsten Waterkamp
Di Santo lässt Werder jubeln

Matchwinner in Mainz: Dank Franco di Santo (r.) gelingt Werder Bremen der erste Saisonsieg.

dpa

Mainz. Zwei Spiele, zwei Siege: Werders neuer Cheftrainer Viktor Skripnik hat einen perfekten Einstand erlebt. Vier Tage nach dem 2:0-Pokalerfolg beim Chemnitzer FC feierte Werder einen unerwarteten Auswärtserfolg beim FSV Mainz 05 und damit den ersten Saisonsieg überhaupt. In der Partie beim Tabellensechsten drehte Franco Di Santo mit seinem ersten Doppelpack in der Bundesliga ein lange einseitiges Spiel zugunsten der Bremer zum 2:1 (1:1)-Endstand.

Die Mainzer waren durch Shinji Okazaki früh in Führung gegangen (3.) und hatten die Partie vor 30.000 Zuschauern lange dominiert. Erst ein im Nachschuss von Di Santo verwandelter Foulelfmeter kurz vor und ein weiterer Treffer des Argentiniers unmittelbar nach der Pause (45./49.) brachten den Bremern die notwendige Sicherheit – und ihrem neuen Trainer, der in der Raute nur wenige Umstellungen im Vergleich zum Chemnitz-Spiel vorgenommen hatte, den Einstand nach Maß.

Skripnik hatte diesmal Ludovic Obraniak auf die Spielmacherposition gestellt und Levent Aycicek, den Zehner aus dem Chemnitz-Spiel, auf die Bank gesetzt. Zurückgekehrt in die Startelf war zudem Zlatko Junuzovic, der die Pokalpartie am Dienstag noch verletzungsbedingt verpasst hatte. Und: Im Angriff fand sich anstelle von Izet Hajrovic plötzlich Fin Bartels wieder.

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Vor allem von dem Einsatz des Franzosen Obraniak versprach sich Skripnik Impulse und Stabilität gleichermaßen: „Er hat Potenzial und Erfahrung, und er hat Routine, was gut ist für unsere junge Mannschaft“, sagte der 44-Jährige. All diese Vorzüge konnte Obraniak, der nach knapp einer Stunde für Cedrick Makiadi ausgewechselt wurde, aber gar nicht erst in die Waagschale werfen. Denn die Gastgeber spielten Werder von Beginn an regelrecht an die Wand und ließen strukturierte Angriffsbemühungen der Gäste nicht einmal im Keim zu.

Der Frühstart von null auf hundert machte sich für den FSV umgehend bezahlt: Exakt zwei Minuten und 29 Sekunden dauerte es, da lag der Ball bereits im Tor. Die völlig überrumpelten Gäste ließen zunächst Julian Baumgartlinger im Mittelfeld alle Zeit der Welt, dessen Pass in den Strafraum durfte Torschütze Okazaki nahezu ohne ernsthafte Gegenwehr von Santiago Garcia und Theo Gebre Selassie verwerten.

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Und die Mainzer blieben am Drücker. Werder kam zeitweilig kaum bis zur Mittellinie, einen Spielaufbau gab es schlichtweg gar nicht. So kam Mainz gegen hoffnungslos unterlegene Bremer immer wieder zu Chancen – wie Okazaki, dessen Kopfball Werders Schlussmann Raphael Wolf glänzend abwehrte (6.). „Eine Riesenparade von Rafa“, sagte Sportdirektor Rouven Schröder, dem die Entstehungsgeschichte der Chance allerdings mächtig stank. Denn Okazaki war völlig frei zum Abschluss gekommen. „Da müssen wir dran sein, das müssen wir verhindern“, schimpfte Schröder.

Weil später auch Yunus Malli eine Großchance vergab (22.), blieb Werder trotz der deutlichen Mainzer Überlegenheit im Spiel, statt bereits zur Pause hoffnungslos zurückzuliegen. Und so tauchten die ersten Parallelen zum Leverkusen-Spiel vor sechs Wochen auf. Auch die Bayer-Elf hätte in der ersten Hälfte früh alles klarmachen können gegen Werder, ehe die Bremer unmittelbar vor der Pause ihre erste echte Chance zum 1:1 nutzten. So passierte es auch in Mainz: Plötzlich tauchte Bartels frei vor 05-Schlussmann Loris Karius auf, der sich in den Laufweg des Bremers warf – und ihn mit dem Körper eher unbeabsichtigt am linken Fuß traf. Klare Sache: Elfmeter. Di Santos Schuss parierte Karius zwar noch, seinen folgenden Kopfball aber drückte der Argentinier zum glücklichen Ausgleich in die Maschen (45.).

Das Tor tat den Bremern nicht nur auf der Anzeigetafel gut. Auch das gesamte Auftreten änderte sich nach der Pause, der Treffer gab der Mannschaft die nötige Sicherheit. Für noch mehr Selbstvertrauen sorgte Di Santo: Mit einem präzisen Zuspiel von Felix Kroos in Szene gesetzt, lupfte er – technisch anspruchsvoll – den Ball über Karius zum 2:1 ins Netz.

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Statt Mainz drehte nun plötzlich Werder auf – und mit einem Mal wurde möglich, was kurz vor dem Seitenwechsel noch unmöglich schien: eine Vorentscheidung der Partie für die Bremer. Di Santo allerdings und wenig später auch Kapitän Clemens Fritz hatten das 3:1 auf dem Fuß, scheiterten aber knapp (55./59.). Und: Der ansonsten gut pfeifende Schiedsrichter Wolfgang Stark verweigerte Bartels einen Foulelfmeter, nachdem der Bremer Stürmer von Junior Diaz im Strafraum umgerempelt worden war. Vom Tabellensechsten Mainz ging dagegen kaum noch Gefahr aus. Auch die Schlussoffensive der Gastgeber brachte nichts mehr ein – nachdem die Bremer noch eine Handvoll gefährlicher Szenen überstanden hatten, war der Erfolg perfekt.

Werder verlässt durch den ersten Saisonsieg zunächst den letzten Tabellenplatz und rückte an den SC Freiburg vorbei auf Rang 17 vor. Allerdings treten die Breisgauer am Sonntag noch beim 1. FC Köln an. Durch den Erfolg zog Werder nach Punkten sogar mit Borussia Dortmund gleich – der BVB liegt aktuell nur aufgrund des besseren Torverhältnisses auf dem Relegationsplatz.

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Spielstatistik: FSV Mainz 05 - Werder Bremen 1:2 (1:1)

Mainz: Karius - Brosinski, Bungert, Bell, Diaz - Geis, Baumgartlinger (84. Sliskovic) - Koo (67. Djuricic), Malli (77. Allagui), Jairo - Okazaki

Werder: Wolf - Gebre Selassie, Prödl, Galvez, Garcia - Kroos, Junuzovic, Fritz, Obraniak (55. Makiadi) - Bartels (85. Lukimya), di Santo (83. Hajrovic)

Tore: 1:0 Okazaki (3.), 1:1 di Santo (44. Foulelfmeter), 1:2 di Santo (49.)

Gelbe Karten: Karius, Malli, Djuricic - Kroos, Galvez, Wolf

Schiedsrichter: Stark (Ergolding)

Zuschauer: 31.017

Ballbesitz in %: 62,7 - 37,3

Torschüsse: 21 - 9

gew. Zweikämpfe in %: 48,9 - 51,1

Fouls: 17 - 15

Ecken: 8 - 1

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