Werder-Stürmer vor seiner zweiten Saison Di Santo setzt sich Tor-Ziel

Bremen. Franco Di Santo freut sich ganz besonders auf Werders Spiel gegen den FC Chelsea am Sonntag. In London nämlich hat der gebürtige Argentinier vor sechs Jahren seine Karriere in Europa begonnen.
01.08.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Di Santo setzt sich Tor-Ziel
Von Marc Hagedorn

Franco Di Santo freut sich ganz besonders auf Werders Spiel gegen den FC Chelsea am Sonntag. In London nämlich hat der gebürtige Argentinier vor sechs Jahren seine Karriere in Europa begonnen. Für seine zweite Saison in Bremen hat sich der 25-Jährige nun viel vorgenommen.

Franco Di Santo ist bei Werder der Mann für die besonderen Angelegenheiten. Einen wie ihn nennt man gern einen „Typen“. Der Argentinier ist fast immer gut drauf, er lacht viel, macht Späßchen. Außerdem ist er sehr aktiv in den Sozialen Medien, bei Twitter etwa veröffentlicht er regelmäßig private Fotos. Franco Di Santo im Urlaub, Franco Di Santo am Strand, Franco Di Santo mit zwei Kumpels im Arm.

Gestern überraschte der Werder-Stürmer beim Interviewtermin mit seinem Outfit. Der 25-Jährige sollte eigentlich Werders neues, schwarzes Auswärtstrikot vorführen, das frisch in den Verkauf gegangen ist. In einer Gesprächspause mit entsprechender Wartezeit verschwand Di Santo dann aber in einem Raum des Weserstadions und kehrte verkleidet zurück. Di Santo trug ein flauschiges, grünes Ganzkörper-Hasenkostüm, in der Hand hielt er ein Ei mit aufgedruckter Werder-Raute.

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Am Sonntag, beim Spiel gegen den englischen Top-Klub FC Chelsea zum Abschluss beim „Tag der Fans“, wird Di Santo dann wieder vorschriftsgemäß gekleidet sein, im grünen Werder-Trikot. Für Di Santo wird es ein besonderes Spiel, es wird ein Treffen mit der Vergangenheit. Di Santo, manch einer wird es vielleicht vergessen haben, hat schließlich einmal beim FC Chelsea gespielt. Oder besser: Er hat beim FC Chelsea unter Vertrag gestanden und nur ab und zu gespielt. Am Sonntag kommt es zum Wiedersehen mit Petr Cech, John Terry und Branislav Ivanovic, den letzten Verbliebenen von damals neben Rückkehrer Didier Drogba.

Nesthäkchen bei Chelsea

Damals, das war im Januar 2008. Da holte der FC Chelsea einen groß gewachsenen 18-jährigen Argentinier, der beim chilenischen Erstligisten Audax Italiano in eineinhalb Spielzeiten 38 Tore geschossen hatte. Franco Di Santo hieß der Mann, den man in London mit einem Viereinhalb-Jahres-Vertrag ausstattete. „Der Sprung war schwierig“, erinnert sich Di Santo nun und zählt auf, welche Stürmer seinerzeit seine Konkurrenten waren: der schon erwähnte Drogba, Andrej Shevchenko, Salomon Kalou, Claudio Pizarro und Nicolas Anelka.

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Di Santo setzte sich bei Chelsea nicht durch, hat trotzdem gute Erinnerungen an die Zeit. „Ich war das Nesthäkchen, ich bin als der Kleine von allen verwöhnt worden“, sagt er, „das waren Weltstars, deshalb war die Zeit bei Chelsea auch keine Enttäuschung. Manchmal muss man im Leben Lehrgeld zahlen.“ Über die Station Wigan Athletic hat es Di Santo im vergangenen Sommer nach Bremen verschlagen.

Bei Werder spielt Franco Di Santo seitdem eine zunehmend bedeutendere Rolle, was man nicht nur daran sieht, dass er derjenige war, der gestern das neue Auswärtstrikot vorstellen durfte. Er soll auch sportlich in der neuen Saison wichtiger werden. Hinter Di Santo liegt eine durchwachsene Premieren-Spielzeit. Aufgrund von Trainingsrückstand, einer Rot-Sperre und einer Verletzung war er erst nach einem halben Jahr in Schwung gekommen. In der Rückrunde erzielte er drei Tore und legte drei weitere vor, an fünf der letzten elf Werder-Tore in der Bundesliga war er zuletzt beteiligt. Am Ende wäre er fast sogar mit der argentinischen Nationalmannschaft zur WM nach Brasilien gefahren.

Man kann davon ausgehen, dass Franco Di Santo zum Pflichtspielstart in gut zwei Wochen einen der beiden Plätze im Werder-Angriff einnehmen wird. Robin Dutt bevorzugt ein 4-4-2-System ohne reinen Strafraumstürmer. Der Werder-Trainer nennt Di Santo einen „Box-to-box“-Spieler, also einen, der das gesamte Spielfeld zwischen den Strafräumen beackert und dafür geeignet ist, schnell aus der eigenen Hälfte vor das gegnerische Tor zu kommen.

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In der Vorbereitung läuft es bisher solide für Di Santo. Er selbst fühlt sich „gut“, sagt er. Er ist in jedem Spiel zum Einsatz gekommen, hat beim 5:2 gegen Innsbruck ein Tor erzielt und im bis dato wichtigsten Test, gegen Athletic Bilbao, in der Startelf gestanden. Da muss, damit er in der Bundesliga tatsächlich ein Faktor wird, noch mehr kommen. Aber im Moment scheint er den Vorteil zu haben, dass Konkurrenten wie Eljero Elia nicht besser sind oder aufgrund einer kurzen Eingewöhnungszeit noch nicht besser sein können wie Izet Hajrovic.

Bis 2016 läuft der Vertrag von Franco Di Santo in Bremen. Bis dahin will er glänzen, und ein klares Ziel hat er sich auch gesetzt. „Jeder Stürmer setzt sich eine Marke“, sagt Di Santo, „und zehn Tore sind dabei die Untergrenze.“

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