Werders Testgegner Valencia

Die fetten Jahre sind vorbei

Wenn der FC Valencia am "Tag der Fans" im Weserstadion gastiert, werden Erinnerungen an vergangene Europapokalnächte wach. Zuletzt erlebten die Spanier allerdings schwere Jahre.
02.08.2017, 12:44
Lesedauer: 2 Min
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Von Cedric Voigt

Für Aymen Abdennour wird der Testkick am Tag der Fans ein Wiedersehen mit der Spielstätte am Osterdeich. Der ehemalige Werder-Verteidiger steht inzwischen bei den Spaniern unter Vertrag. Abdennour hat nach seinem nur sechsmonatigen Gastspiel bei Werder eine bemerkenswerte Karriere gemacht: Über die Stationen FC Toulouse und AS Monaco landete er im Sommer 2015 beim FC Valencia. Seitdem hat dort nicht mehr viel geklappt, aber das hängt nicht mit Abdennour zusammen.

Dass Valencia zuletzt zweimal in Folge nur auf dem zwölften Platz landete, hat vielmehr mit der unglücklichen Trainerwahl des ehemaligen Champions-League-Kandidaten zu tun, die von Lay Hoon Chan verantwortet wurde. Chan, bis zum Frühjahr Präsidentin des FC Valencia, war vom milliardenschweren Klubbesitzer Peter Lim eingesetzt worden, konnte jedoch nicht das benötigte sportliche Fachwissen in ihre Personalentscheidungen einbringen.

Ob Gary Neville, Pako Ayesterán, Cesare Prandelli - niemandem gelang es, nachhaltig eine funktionierende Mannschaft zu formen. Diese Aufgabe wies Chans Nachfolger Anil Murthy in diesem Sommer dem 51-jährigen Marcelino zu, dem ebendies zuletzt beim FC Villareal über Jahre hinweg zuverlässig gelang: Vom Aufsteiger machte er das "Gelbe U-Boot", wie der Verein aufgrund seiner typischen Trikotfarbe genannt wird, zu einem Dauergast in Europa.

Da möchte auch der FC Valencia wieder hin. Die Erinnerungen an die große Bühne sind zumindest noch etwas frischer als in Bremen. Noch im März 2016 durfte man im Achtelfinale der Europa League antreten. Doch schon damals hinkte man in der Liga den eigenen Ansprüchen hinterher, am Ende der Saison verließen mit Paco Alcácer, Shkodran Mustafi und André Gomes die drei vielleicht wichtigsten Leistungsträger den Verein. Auch Dani Parejo, mittlerweile Kapitän der Mannschaft, kokettierte mit einem Wechsel.

Valencia will den Neuanfang

Am Ende blieb Parejo - aber auch die Unruhe im Klub. Die neu formierte Innenverteidigung um Manchester-City-Leihgabe Eliaquim Mangala und Ezequiel Garay war zu Saisonbeginn nicht eingespielt, der dringend benötigte Mittelstürmer konnte erst im Winter in Person des italienischen Nationalspielers Zaza von Juventus ausgeliehen werden. Die Folge: Nach 16 Spieltagen rangierte der einstmalige Topklub auf dem 17. Tabellenplatz, nur hauchzart jenseits der Abstiegsränge.

Ein gutes halbes Jahr später hofft man in Valencia, sich sportlich endlich wieder stabilisieren zu können. Mit Mittelfeldmann Enzo Perez und Torhüter Diego Alves wurden zwei Topverdiener abgegeben, Stürmer Alvaro Negredo, an dem Besiktas Istanbul Interesse hat, soll folgen.

Dafür konnten die in der Rückrunde ausgeliehenen Zaza und Fabian Orellana für die Offensive fest verpflichtet werden, mit dem Brasilianer Neto wollen die "Blanquinegros" dazu ihr Torwartproblem der Vorsaison in den Griff bekommen. Der junge Serbe Nemanja Maksimovic stellt eine weitere neue Alternative im zentralen Mittelfeld dar.

Mit eigenen Talenten wie Offensivkraft Santi Mina, dem dynamischen Linksverteidiger José Gayá und Carlos Soler, der Entdeckung der Vorsaison im Mittelfeldzentrum, will die neue Generation in Valencia sich endlich wieder nach oben orientieren - und in der neuen Saison auch wieder um Europa mitspielen.

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