Mein erstes Mal Werder

Die Magie der Flutlichtmasten

Die Redakteure von Mein Werder berichten in dieser Serie über ihr erstes Erlebnis mit dem SVW. Die Erinnerungen reichen vom ersten Stadionbesuch über Begegnungen mit Spielern bis hin zum Kneipenabend.
13.07.2018, 14:39
Lesedauer: 1 Min
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Die Magie der Flutlichtmasten
Von Malte Bürger

Und plötzlich war ich tatsächlich da. Im Weserstadion. Das Bauwerk, das ich eigentlich nur aus der Sportschau kannte. Der Ort, an dem zweiwöchentlich etwas passierte, das ich damals als Achtjähriger noch nicht in Worte kleiden konnte. Aber ich spürte – es tut mir unheimlich gut. Es war einigermaßen kalt, als mein Vater und ich im Oktober 1990 die Nordtribüne betraten. Vielleicht war ich aber auch einfach nur zu aufgeregt. Freitagabend. Das Flutlicht strahlte. Um 20 Uhr sollte sie beginnen, die Partie gegen den FC St. Pauli.

Warum ausgerechnet dieses Spiel zu meiner Premiere wurde, kann ich heute nicht mehr sagen. Vermutlich, weil mein Paps schon damals einen Teil seines grün-weißen Herzens an den Klub vom Millerntor abgetreten hatte. Und so sah sein Junior sie das erste Mal spielen, die Herren Rufer, Bode, Bratseth, Eilts, Borowka oder Votava. Wobei… eigentlich sah ich sie kaum. Damals wurde im Norden des Stadions nämlich noch gestanden. Und ich war mittendrin. Kein einfaches Unterfangen für einen Jungen, der in seinen Schulklassen stets zu den Kleinsten gehörte. Wahrscheinlich habe ich auch deshalb keine Erinnerungen mehr daran, wie genau Uwe Harttgen nach 65 Minuten der 1:0-Siegtreffer gelang. Stattdessen sah ich viele Zigaretten, unzählige Kutten, roch reichlich Bier und starrte wie ein Insekt immer wieder zu den mich magisch anziehenden Flutlichtmasten hinüber.

Noch heute hat die Eintrittskarte von damals einen Ehrenplatz. Ein wenig verblichen ist sie, dafür aber – wie mir erst kürzlich so richtig aufgefallen ist – nie ab- oder eingerissen worden. Nahezu unversehrt wirbt sie für das Norddeutsche Bewachungs-Institut, das Hellweg Centrum und ein Fernsehgerät der Extraklasse: den neuen Telefunken PALcolor P590 DV HIFI. Quasi unschlagbar auch der damalige Preis. Läppische sieben Mark hat mein damaliges, erstes Stadionvergnügen gekostet.

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