So kam es zum Nouri-Aus

Die Zeichen vor der Trennung

Sonntagnacht wurde im Weserstadion das Ende der Trainerzeit von Alexander Nouri beschlossen. Über das Wie gibt es verschiedene Ansichten.
30.10.2017, 20:06
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Die Zeichen vor der Trennung
Von Christoph Sonnenberg
Die Zeichen vor der Trennung

Alexander Nouri ist nicht länger Werder-Trainer.

imago

Am späten Sonntagabend wurde im fünften Stock des Weserstadions die Trainerfrage geklärt. Dass es mit Alexander Nouri nicht weitergehen kann, darüber herrschte nach dem 0:3 gegen Augsburg Einigkeit. Und auch im weiteren Vorgehen, Florian Kohfeldt als Interimslösung eine Chance zu geben.

Das Aus für Nouri kam wohl mit etwas längerem Anlauf, schon vor dem Pokalspiel gegen Hoffenheim standen die Zeichen auf Trennung. Dazu beigetragen hat nach Informationen von MEIN WERDER ein Gespräch zwischen Baumann und einigen Spielern. Die Gruppe um Max Kruse erklärte dem Sportchef, dass sie eine weitere sportliche Entwicklung unter Nouri für ausgeschlossen hielten. Auch wenn es keine persönlichen Animositäten zwischen Trainer und Team gab, in sportlicher Hinsicht gab es durchaus Differenzen.

Kontroverse: Werder stellt sich gegen MEIN-WERDER-Recherchen

Werder Bremen bestreitet das, in einer Stellungnahme des Klubs heißt es dazu: "Es gab kein Gespräch einer Gruppe von Spielern, angeführt von Max Kruse, die bei Frank Baumann vorgesprochen hat und maßgeblich zur Entlassung von Alexander Nouri beigetragen hat."

Nach Recherchen von MEIN WERDER wurden auch bereits vor der Entlassung Nouris potenzielle Nachfolger gesucht und Gespräche geführt wurden, um eine Alternative auf Verfügbarkeit zu prüfen. Auch dies bestreitet Werder Bremen in der Pressemitteilung: "Es wurde nicht schon länger nach einem Nouri-Nachfolger gesucht." MEIN WERDER hält unter Berufung auf mehrere anonyme Quellen im Verein und in seinem Umfeld an der Berichterstattung in diesen Punkten fest.

Werders Vorsitzender der Geschäftsführung, Klaus Filbry, kritisiert die Berichterstattung in der Mitteilung scharf und wirft MEIN WERDER vor, "Unwahrheiten und Halbwahrheiten" zu verbreiten: "Der Text enthält Unwahrheiten und Halbwahrheiten. Wir können das so nicht unkommentiert stehen lassen. Wir haben kein Problem mit Meinungen und Interpretationen, aber wir müssen uns gegen falsche Behauptungen wehren, ob sie nun bewusst oder unbewusst oder unter starkem Wettbewerbsdruck in Umlauf gebracht werden."

Lesen Sie auch

Unzweifelhaft ist, dass Nouri nur 43 Spiele für Werder auf der Trainerbank saß und wie Skripnik und Robin Dutt vorzeitig gehen musste. Über ein soziales Netzwerk bedankte und verabschiedeten sich Nouri: "Eine bewegende Zeit geht zu Ende. In Bremen hat alles begonnen und ich werde die vielen schönen Tage in den unterschiedlichen Stationen bei Werder nicht vergessen. Bis zuletzt habe ich an uns geglaubt. Gerne hätte ich das Team noch weiter begleitet. Doch jetzt ist der Moment, Danke zu sagen: Danke an die Fans, die so lange hinter mir und dem Team standen. Danke an die Spieler, mit denen es mir sehr viel Spaß gemacht hat, zusammenzuarbeiten und zwar jeden Tag. Vielen Dank auch allen Mitgliedern des Trainerteams. Und natürlich Danke an den gesamten Verein."

Lesen Sie auch

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text wurde am 31. Oktober um 21.13 Uhr aktualisiert. Die vorherige Version enthielt Passagen, die so nicht haltbar waren.

Lesen Sie auch

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+