Teil eins der großen Hinrunden-Bilanz Die Zeugnisse der Werder-Stars

Die schlechteste Hinserie der Klubgeschichte lässt es schon erahnen: Das Gros der Bremer Spieler kommt in der Beurteilung ihrer Leistungen nicht besonders gut weg. Teil eins der großen Hinrunden-Bilanz.
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Von Stefan Rommel

Jiri Pavlenka

Schwierige Saison für Werders Nummer eins. Als letztes Glied langer Fehlerketten war er mehr als nur einmal der Leidtragende einer hanebüchenen Verteidigungsleistung, allerdings war Pavlenka selbst auch längst nicht mehr der Rückhalt der letzten beiden Jahre. Der Tscheche rutschte in allen relevanten Statistiken teilweise spektakulär ab, ist der einzige seiner Zunft, der noch keine Partie ohne Gegentor schaffte. Von allen Keeper, die zehn oder mehr Spiele der Hinrunde absolviert haben, kommen nur Dortmunds Roman Bürki und der Kölner Timo Horn auf eine schlechtere Fangquote als Pavlenka, der bei lediglich 59 Prozent steht. Immerhin hat er sich nach einem Durchhänger Mitte der Halbserie wieder einigermaßen gefangen - und nur mit einem starken Pavlenka wird Werder im Abstiegskampf bestehen können.

Ludwig Augustinsson

Am Anfang stand die Verletzung – und am Ende auch. Dazwischen zeigte der Schwede ohne Vorbereitung oder lange Anlaufzeit, wie wertvoll und im Prinzip unersetzlich er für die Mannschaft sein kann. Allerdings war Augustinsson auch das unschöne Paradebeispiel für die Probleme der medizinischen Abteilung: Aus der vermuteten kurzen Ausfallzeit wurden fast drei Monate. Es gibt keinen Spezialisten als Ersatz für die linke Außenbahn, umso wichtiger ist ein spielfitter Augustinsson, der defensiv stabil agierte, in der Offensive aber auch noch ordentlich Luft nach oben hat. Umso ärgerlicher, dass der Spieler nun schon wieder verletzt ist und womöglich das wichtige Trainingslager verpassen wird. Oder letztlich sogar doch wieder mehr?

Philipp Bargfrede

Der einzige Spieler, der das mittelprächtige Werder-Jahrzehnt vom ersten bis zum letzten Tag miterlebt hat, wird auf seine alten Tage noch einmal richtig wichtig. Auch Bargfrede verpasste den Saisonstart verletzt, kam dann als Teilzeitkraft zurück und soll nun als einer der ganz wenigen Spieler im Kader mit Körperlichkeit Akzente setzen. Das zentrale Mittelfeld gilt auch deshalb als eine Bremer Achillesferse, weil Bargfrede ein paar entscheidende Nachteile mit sich bringt: Aus dem Routinier wird wohl eher kein tiefer Spielgestalter mehr, seine Geschwindigkeit ist überschaubar und die Anfälligkeit für Verletzungen aller Art ist leider auch nicht neu. Trotzdem bringt Bargfrede im Verteidigen größerer Räume immer noch genug Qualität mit und ist ein Typ, der dem Gegner im wahrsten Sinne des Wortes auch mal weh tun kann.

Fin Bartels

Es soll ein paar Experten gegeben haben, die Bartels nach dessen schwerer Verletzung kein Comeback mehr in der Bundesliga zugetraut haben, befeuert nach dem erneuten Rückschlag in der Sommervorbereitung, der sich wie bei Augustinsson von kolportierten vier Wochen auf fast vier Monate ausdehnte. Nun ist der Routinier aber tatsächlich zurück und deshalb wie ein Zugang zu betrachten. Zwar reichte es nur für drei Kurzeinsätze und insgesamt nur 45 Minuten Spielzeit, dabei zeigte Bartels aber ein paar Dinge, die ein wenig Hoffnung machen: Sein Antritt, die Tiefenläufe, auch seine Kombinationsgabe in kleinen Räumen brachten eine neue Farbe ins Bremer Spiel. Allerdings braucht Bartels nun dringend eine verletzungsfreie Vorbereitung, um für die Rückserie mehr zu werden als ein Spieler für die letzten paar Minuten.

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