Die Spielerbilanz: Josh Sargent

Durchbruch light

Die Spielzeit 2018/2019 ist für Werder beendet. Grund genug, um noch einmal ganz genau hinzuschauen, wie sich die Bremer Profis in der abgelaufenen Saison geschlagen haben. Heute: Josh Sargent.
28.06.2019, 10:29
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Rommel
Durchbruch light
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Josh Sargent sorgte förmlich aus dem Nichts in der Bundesliga für Aufsehen, fand dann aber gegen Ende der Saison nicht mehr so richtig zurück ins Team. Das Talent kann einige veritable Elemente einbringen, muss aber auch noch eine Menge lernen - auch deshalb steht Sargent wohl vor einer durchaus schwierigen zweiten Saison.

Die Zahlen

Josh Sargents Quote ist atemberaubend: Mit nur drei Schüssen aufs Tor hat der Angreifer zwei Tore erzielt. Dass Sargent überhaupt auf zehn Einsätze in der Bundesliga kam, war schon überraschend und für das Talent in seiner ersten „echten“ Saison in Deutschland ein guter Start. Die Defizite sollten dabei aber nicht unter den Tisch fallen: Sargent hatte eine schwache Zweikampfquote (rund 40 Prozent) und zum Teil massive Probleme im Timing: Im Schnitt beging der Spieler rund drei Fouls hochgerechnet auf 90 Minuten Spielzeit.

Die Saison

Besonders gut erschien die Perspektive für Josh Sargent vor Beginn der Saison nicht. Werder rüstete gerade im Offensivbereich massiv auf, holte nacheinander Martin Harnik, Yuya Osako und Claudio Pizarro - drei potenzielle Mittelstürmer. Zudem wollte Trainer Florian Kohfeldt Johannes Eggestein unbedingt bei den Profis etablieren, dazu kam der schon ein halbes Jahr zuvor verpflichtete Milot Rashica.

Die Plätze in der Offensive waren hart umkämpft, die Aussicht auf Einsatzzeiten in der Bundesliga für Sargent eher gering. Dazu wollte Werder einen anderen Weg mit einem seiner größten Talente einschlagen als bei Johannes Eggestein, der mit der künstlich geschürten Erwartungshaltung phasenweise erhebliche Probleme hatte. Sargent blieb deshalb ein Pendler zwischen den Welten, trainierte bei den Profis, stand aber dann bei der zweiten Mannschaft im Kader.

Kurz vor der Winterpause rutschte Sargent nicht nur ein paar Mal in den Profi-Kader und kam zu Kurzeinsätzen, sondern erzielte sofort auch zwei Tore. In den ersten Spielen der Rückrunde hielt der kleine Höhenflug an, in Abwesenheit einiger Kontrahenten kam Sargent sechs Mal in Folge zum Einsatz, gegen Stuttgart sogar erstmals von Beginn an. In der Endphase der Saison saß Sargent aber fast nur noch auf der Bank oder auf der Tribüne.

Kohfeldt gönnte seinem Angreifer nach aufregenden Wochen mit Debüts in der Bundesliga und in der US-Nationalmannschaft bewusst mehr Ruhe und Erholung. Zum (Teilzeit-)Faktor wurde Sargent auch deshalb nicht mehr.

Der Ausblick

Werder hat mit Niclas Füllkrug schon wieder einen klassischen Mittelstürmer eingekauft, der in Sargents bevorzugtem Einsatzgebiet unterwegs ist. Das macht die Aufgabe nicht eben leichter. Sargent bringt einige Vorzüge mit: eine gute Strafraumpräsenz, seinen Torriecher und eine gewisse Unbekümmertheit. In fast allen anderen Bereichen muss er allerdings noch zulegen. Gerade in den offensiven Abläufen, in der Raumbesetzung, aber auch im Spiel gegen den Ball gibt es noch so einiges aufzuarbeiten. Die zweite Saison bietet Chancen und Risiken zugleich.

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