Werder gegen Leverkusen Dutts Plan ohne Hunt

Bremen. Werder hat im Kalenderjahr 2013 die wenigsten Punkte aller deutschen Profiklubs geholt. Heute soll ein versöhnlicher Abschluss her.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Dutts Plan ohne Hunt
Von Patrick Hoffmann

Werder hat im Kalenderjahr 2013 die wenigsten Punkte aller deutschen Profiklubs geholt. Nun soll ausgerechnet gegen den Tabellenzweiten Leverkusen ein versöhnlicher Abschluss geschafft werden. Zu allem Überfluss muss Trainer Robin Dutt dabei auch noch Aaron Hunt ersetzen.

Der SV Werder hat in den vergangenen Monaten ja mit so mancher Tradition gebrochen, beispielsweise mit dem gemeinsamen Freimarktsbesuch. An einem Brauch aber hält die neue Sportliche Führung fest: Im letzten Heimspiel vor Weihnachten spielen die Bremer auch diesmal wieder mit dem Tannenbaum-Logo auf der Brust. Das sei schließlich „ein Gruß an die Fans“, sagt Mediendirektor Tino Polster.

Ein Gruß, gewiss, aber wie das halt so ist in der Weihnachtszeit: Noch toller wären Geschenke, und das größte Geschenk, das Werder seinen Fans heute Nachmittag im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen (15.30 Uhr, Weserstadion) machen kann, ist natürlich ein Sieg. So würde Werders „Jahr der Leiden“ (Trainer Robin Dutt) zumindest etwas versöhnlicher zu Ende gehen. Außerdem, sagt Dutt, hätte so ein Erfolg zum Jahresabschluss ja auch noch einen ganz pragmatischen Vorteil: „19 Punkte stellen einen Unterschied dar zu 16 Punkten – wir würden dann den einen oder anderen Konkurrenten in der Tabelle hinter uns lassen.“ Andersherum könnten es bei einer weiteren Niederlage der Bremer (und möglichen Erfolgen der Nürnberger und Freiburger) richtig unruhige Weihnachten an der Weser werden.

Lesen Sie auch

Und eine Niederlage gegen den Tabellenzweiten aus Leverkusen wäre ja auch gar keine Überraschung. Bayer ist gegen Bremen der klare Favorit. Das sagen alle Experten, und das sagt auch Dutt. Und deshalb ist sich der Bremer Trainer auch sicher, dass heute kein Fan erwarten wird, dass seine Mannschaft „in irgendeiner Form schön spielt“. Erst recht, da der beste Schönspieler der Bremer sehr wahrscheinlich nicht mitmachen kann. Aaron Hunt hat sich Mitte der Woche einen minimalen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen und seitdem noch nicht wieder mit der Mannschaft trainiert.

Robin Dutt will zwar bis kurz vor Anpfiff heute Nachmittag abwarten. Die Chancen auf eine Blitzheilung des zuletzt so starken Mittelfeldspielers dürften aber gering sein. Dennoch: „Wenn es irgendwie geht, wird Aaron auflaufen“, sagt Dutt, dem die vielen Verletzungen seiner Profis inzwischen merklich auf die Nerven gehen. „Das hat 2013 wahrscheinlich auch noch gefehlt, dass Aaron ein Spiel ausfällt. Das wäre ein herber Verlust.“

Lesen Sie auch

Ein Verlust, den die Mannschaft nur durch Teamgeist wieder ausgleichen könne. Denn einen Eins-zu-Eins-Ersatz für Hunt haben die Bremer derzeit nicht. Er habe daher zwei Möglichkeiten, sagt Dutt. Erstens: „Wir stellen irgendjemanden da hin, der das aber nicht so interpretieren kann wie Aaron.“ Kandidaten wären in dem Fall Mehmet Ekici und Franco Di Santo. Oder zweitens: „Wir müssen die Grundordnung umstellen, so dass ein anderer auf seiner besten Position spielen kann.“

Derzeit spricht einiges für Variante zwei, sollte Hunt wie erwartet ausfallen. Werder könnte den offensivstarken Leverkusenern dann eine etwas defensivere Taktik entgegenstellen, mit fünf Mittelfeldspielern und nur einem Stürmer. Eintracht Frankfurt hat beim überraschenden 1:0 am vergangenen Wochenende vorgemacht, wie man so zum Erfolg gegen Bayer kommen kann. „Frankfurt hat sehr gut verteidigt und am Ende Beton angerührt, etwas anderes ist ihnen wahrscheinlich nicht übrig geblieben“, sagt Dutt und ergänzt: „Gegen eine Spitzenmannschaft muss man mit großer Leidenschaft spielen.“

Nun hat Werder in den vergangenen Monaten ja durchaus leidenschaftlich gekämpft. Die Probleme lagen eher in allen anderen Bereichen.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+