Werder besiegt Schalke 04 Effektiver geht's nicht

Werders Fußball im Jahr 2017 ist erfolgreich - mit souveränem Verteidigen und gnadenloser Effektivität gewinnen die Bremer auch gegen Schalke und feiern den sechsten Sieg im siebten Spiel.
04.04.2017, 16:58
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Dorow Nikolai Fritzsche

Werders Fußball im Jahr 2017 ist erfolgreich - mit souveränem Verteidigen und gnadenloser Effektivität gewinnen die Bremer auch gegen Schalke und feiern den sechsten Sieg im siebten Spiel.

Preisfrage: Wie geht Werder-Fußball 2017? Antwort: Man lässt den Gegner ein bisschen spielen und kümmert sich lieber um das Toreschießen. Auf ungefähr diese Art und Weise marschiert Werder seit ein paar Wochen durch die Bundesliga. Und weil das seit sechs Spielen so prima geklappt und ganz viele Punkte gebracht hat, wollte man im siebten Spiel einfach so weiter machen. Am Ende dieses Dienstagabends im Weserstadion hatte der FC Schalke deutlich mehr Ballbesitz gehabt und hatte auch 200 Pässe mehr gespielt als der Gegner. Doch Werder Bremen gewann dieses Spiel glatt mit 3:0. Wieder ein glattes 3:0 gegen einen Gegner mit Champions-League-Ambitionen. Zlatko Junuzovic sagte hinterher: „Wir haben kein überragendes Spiel gemacht, aber die Tore zum richtigen Zeitpunkt.“

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Die Bremer Effektiv-Spezialisten versäumten es also auch in diesem Spiel nicht, eine bestaunenswerte Effektivität zu zeigen. Es hatte wenig bis nichts auf eine Bremer Führung hingedeutet, als die Bremer in der 25. Minute in Führung gingen. Erste Torchance, erstes Tor. Theodor Gebre Selassie hatte es erzielt, und wieder einmal entsprang es einem Standard. Junuzovic, der nach überstandener Erkältung wieder mitmachen konnte, hatte im zweiten Versuch den Ball in den Strafraum geschlagen. Dass es der zweite Versuch war, war sehr günstig für Werder. Junuzovic verpasste dem Ball diesmal einen ordentlichen Drall, und im Schalker Strafraum gab es diesmal viel weniger Schalker als bei der ersten Junuzovic-Flanke. Dafür aber gleich drei Bremer. Thomas Delaney verpasste knapp, Claudio Pizarro verpasste knapp, aber Theo Gebre Selassie erwischte den Ball und köpfte ihn zum 1:0 ins Tor.

Mannschaft der Stunde

Der sechste Sieg im siebten (nicht verlorenen) Spiel in Folge schien sich anzudeuten. Die Blitztabelle führte Werder zur Halbzeit auf Rang acht. Wer das vor zwei Monaten prophezeit hätte, wäre für die meisten wohl nichts anderes als ein Spinner gewesen. Die Statistik wies zum Seitenwechsel Schalke als die Mannschaft mit 64 Prozent Basllbesitz aus – und als die Mannschaft, die doppelt so viele Pässe gespielt hatte wie der Gegner. Doch der Gegner Werder Bremen bastelte weiter an seinem Ruf als Mannschaft der Stunde. Auch die Schalker mussten sich vorwerfen lassen, dass sie mit Ballbesitz allein gegen diese Bremer nicht viel bestellen können. Zu ideen- und harmlos fiel der königsblaue Auftritt bis zum Halbzeitpfiff aus.

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Sollte sich daran etwas ändern, als die Bremer zur zweiten Halbzeit eine weitere personelle Schwächung hinnehmen mussten. Dabei handelte es sich immerhin um den Ausfall eines Schlüsselspielers. Thomas Delaney, Matchwinner des Freiburg-Spiels, war wegen muskulärer Probleme in der Kabine geblieben. Für ihn brachte Trainer Alexander Nouri den jungen Maximilian Eggestein. Nouri hatte zunächst trotz zahlreicher Ausfälle auf Eggestein verzichtet, und überraschend auch auf Fin Bartels. Bartels kam erst nach einer guten Stunde ins Spiel, für Claudio Pizarro. Wegen der hohen Belastung mit drei Spielen in sechs Tagen hatte Nouri Bartels zunächst auf der Bank gelassen.

Schalke kommt zu Chancen

Werder führte zum Zeitpunkt seiner Einwechselung weiterhin durch dieses Effektivitätstor von Gebre Selassie. Doch der Schalker Druck, er nahm nun spürbar zu. Er bestand aus mehr als aus Ballbesitz und Passquote. Er war sozusagen keine brotlose Kunst mehr. Schalke kam zu Torchancen. Alessandro Schöpf drosch den Ball knapp über die Latte. Felix Wiedwald musste einen scharfen Schuss von Max Meyer abwehren.

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Werder? Hatte eigentlich keine Torchance mehr bis zur 75. Minute. doch was macht eine Mannschaft, die so effektiv spielt wie kaum eine zweite? Sie nutzt die Chancen, die dann irgendwann kommen. Bei einem der eher selten Konter passte Florian Grillitsch auf Fin Bartels. Und weil dabei im Zweikampf Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes den Bremer Angreifer aushebelte, folgte ein Elfmeter. Schon stand es 2:0 für Werder. Max Kruse hatte sicher verwandelt.

Und fünf Minuten später stand es dann 3:0 für die Mannschaft der Stunde. Ein Schalker Ballverlust hatte einen weiteren Konter möglich gemacht. Kruse flankte an dessen Ende klug auf Eggestein, der durfte ins leere Tor köpfen. Die Blitztabelle führte Werder auch zum Abpfiff auf Rang acht, und diese wunderliche Bundesliga-Saison war um eine weitere Wunderlichkeit reicher: Der FC Schalke, ausgerüstet mit einem Champion-League-Kader, hat jetzt einen Punkt weniger und dadurch ein bisschen mehr Abstiegssorgen als der SV Werder, für den der FC Schalke noch vor Kurzem unerreichbar weit entfernt war.

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