Werder-Sportchef im "Doppelpass" Eichin: Analyse im Sommer

Bremen. In der sportlichen Krise hat Thomas Eichin einen Plan: Er will mit Werder Bremen erst einmal die Saison überstehen und dann im Sommer gründlich analysieren. Das gilt sowohl für den Kader, als auch für die Trainerfrage.
07.04.2013, 13:40
Lesedauer: 2 Min
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Bremen. Am Sonntag war Thomas Eichin in der TV-Sendung "Doppelpass" zu Gast. Der Werder-Sportdirektor sprach über den Abstiegskampf, die Mannschaft und die Arbeit des Trainers. Erstmals stellte Eichin aber in Aussicht, im Sommer auch über die Personalie Thomas Schaaf nachzudenken.

Eichin ist seit zwei Monaten Werder-Sportchef, einen Sieg gab es in seiner Amtszeit noch nicht. Eichin bemühte sich in der Talkrunde, möglichst viel Optimismus auszustrahlen. Phasenweise schoss Eichin damit übers Ziel hinaus. So bescheinigte er seiner Mannschaft beim 1:1 in Mainz eine "sehr, sehr gute Leistung" und kritisierte zugleich die zu hohen Erwartungen der Öffentlichkeit an die Mannschaft. Man müsse als Verein auch mal einen Schritt zurückgehen, um dann wieder zwei Schritte nach vorne zu machen. Der Umbruch sei nicht gescheitert, er dauere eben nur etwas länger.

Wie er Werders sportliche Zukunft wieder erfolgreicher gestalten will, deutete Eichin nur vage an. Er wolle mit Blick auf die Sommer-Transfers zunächst "abwarten, wie sich die Spieler entwickeln und dann notfalls etwas korrigieren". Immerhin zwei Aussagen ließ sich Eichin in Sachen Personal entlocken. Dass es der Mannschaft an erfahrenen Führungsspielern fehle und dass der Verbleib von Leistungsträger Kevin de Bruyne tatsächlich unwahrscheinlich sei. Zwar dementierte Eichin erneut, dass der Belgier den Klub im Sommer definitiv verlasse, doch formulierte er vielsagend: "Meine Planungen für die nächste Saison sind sicherlich nicht auf Kevin de Bruyne aufgebaut".

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Vorsichtig, aber erstmals ohne klares Bekenntnis, äußerte sich der Werder-Sportchef zur Zukunft von Trainer Thomas Schaaf. Zwar gebe es "absolut keine Kritik" am Trainer ("Seine Arbeit ist top"), dennoch müsse man die Situation im Sommer analysieren: Ist es für den Verein Werder Bremen ein Vorteil oder ein Nachteil, dass ein Trainer seit 14 Jahren im Amt ist? "Momentan", betonte Eichin, "ist es ein Vorteil für mich, weil er hier bei Werder wirklich alles kennt." Zunächst muss Werder die verkorkste Saison ohne ernste Schäden überstehen, im Sommer soll die neue Situation dann bewertet werden.

Immerhin war es kein teurer Fernseh-Auftritt für Eichin. Lediglich sechs Euro musste er für zwei Floskeln ("Das nächste Spiel ist immer das schwerste" und "Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen") in das berühmte Phrasenschwein einzahlen. (bb)

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