Werder Bremen Eichin: "Das ist mehr als eine Blamage"

Bremen. Schon vor dem Bundesliga-Start herrscht bei Werder Bremen Alarmstimmung. Das peinliche Erstrunden-Aus bei Drittligist Saabrücken hat Profis und Verantwortliche hart getroffen. Und auch die Fans sich richtig sauer.
05.08.2013, 12:41
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Braunschweig/Bremen. Bei Norddeutschlands Pokal-Deppen Eintracht Braunschweig und Werder Bremen überschattet das peinliche Erstrunden-Aus die Vorfreude auf den Bundesliga-Start. Sechs Tage vor dem direkten Aufeinandertreffen herrscht vor allem bei Werder dicke Luft. Die Fans sind frustriert, die sportliche Leitung geschockt.

Trainer Robin Dutt strich nach seinem völlig missglückten Pflichtspiel-Debüt den trainingsfreien Montag. "Die bekannten Kettenreaktionen haben zu diesem Ergebnis geführt", sagte der neue Coach: "Wir müssen genau analysieren, wie wir diese Kettenreaktionen verhindern können."

Geschäftsführer Thomas Eichin redete nach dem 1:3-Desaster in Saarbrücken Klartext. "Das ist mehr als eine Blamage. Wir mussten mit ansehen, wie uns ein Team aus der dritten Liga in einigen Bereichen den Schneid abkaufte." Wütende Anhänger wollten nach dem Schlusspfiff den Platz stürmen. Nur mühsam konnten Dutt und einige Werder-Profis die aufgebrachte Menge in der Kurve beruhigen. Bei den Fans der Grün-Weißen ist die Wut und die Angst vor einer erneuten Saison mit Kampf gegen den Abstieg groß. Nach dem Auftritt in Saarbrücken scheint diese Einschätzung realistisch zu sein.

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Auch einige Profis teilen diese Sorgen. "Ich hoffe nur, dass wir die individuellen Schwächen schnell abstellen. Wenn uns das nicht gelingt, dann wird es auch in der Bundesliga schwer", sagte Neuzugang Cedric Makiadi. Der Ex-Freiburger und die anderen neuen Spieler haben bisher nicht die Lücke schließen können, die der Weggang von Sokratis (Dortmund) und Kevin de Bruyne (Chelsea) verursacht haben.

"Ich hatte gedacht, dass wir das schon besser überwunden hätten", sagte Eichin. Der Allofs-Nachfolger wartet seit seinem Dienstantritt in Bremen noch auf den ersten Pflichtspielsieg. Den letzten Sieg seines Teams in einem Pflichtspiel erlebte Eichin am 30. Januar noch als Geschäftsführer des Eishockey-Clubs Kölner Haie gegen die Iserlohn Roosters (2:1).

Schaaf-Nachfolger Dutt hatte bei den durchwachsenen Testspiel-Auftritten zumeist noch gute Miene zum weniger guten Spiel gemacht. Nun ist er gefordert, im "psychologischen, technischen und taktischen" Bereich, wie der Coach es formulierte. "Wichtig ist, dass wir in Braunschweig die richtigen Antworten finden", sagte Dutt.

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Der Aufsteiger, der anders als die ambitionierteren Bremer nur den Klassenverbleib als Saisonziel ausgegeben hat, steckte das 1:2 bei Zweitliga-Neuling Arminia Bielefeld eher unaufgeregt weg. "Ich glaube nicht, dass uns das einen Knacks geben wird. Am Samstag geht die Liga los, da wollen wir das Spiel nicht mehr in den Köpfen haben", sagte Kapitän Dennis Kruppke. Auch Manager Marc Arnold reagierte gelassen. "Wir konzentrieren uns nun die ganze Woche auf Werder. Die werden auch nicht gerade mit einer breiten Brust anreisen."

Die 3000 mitgereisten Eintracht-Fans feierten ihre Spieler trotz einer enttäuschenden Leistung. Noch überdeckt die Euphorie über den Aufstieg in Braunschweig die Bedenken, dass der vorhandene Kader in der Bundesliga nicht konkurrenzfähig ist. "Die fantastische Stimmung in Bielefeld ist ein Kindergarten gegen das, was in Braunschweig los sein wird beim ersten Bundesligaspiel nach 28 Jahren", sagte Trainer Torsten Lieberknecht.

Der Eintracht-Coach hatte seinen Spielern noch im Mittelkreis Mut zugesprochen. "Ich habe den Jungs gesagt, dass sie auf dem richtigen Weg sind und auf keinen Fall das Gefühl haben müssen, dass es ein großer Rückschlag war", sagte Lieberknecht. In der zweiten Halbzeit habe er Dinge gesehen, die gut waren. Das sahen die Bielefelder Fans allerdings anders. "Erste Liga, keiner weiß warum", schallte es der Eintracht-Mannschaft aus dem Fan-Block der Arminia entgegen. (dpa)

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