Herzog über Ösi-Talent Romano Schmid

„Ein außergewöhnlicher Spieler“

Mit Romano Schmid hat Werder ein großes Talent aus Österreich verpflichtet. Ein guter Transfer, sagt Andreas Herzog. Und sagt auch, was nun passieren muss, damit Schmid sich bei Werder durchsetzt
23.01.2019, 18:43
Lesedauer: 2 Min
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„Ein außergewöhnlicher Spieler“
Von Christoph Sonnenberg

Es sind zuletzt immer weniger geworden. Vergangenen Sommer verließ Zlatko Junuzovic Bremen, im Januar folgte Florian Kainz. Werders Österreicher-Quote, gefühlt jahrelang auf stabil hohem Niveau, hat Einbußen erlitten. Auf Sicht soll sich das ändern, mit Romano Schmid hat Frank Baumann gerade einen 18-jährigen Offensivspieler von RB Salzburg verpflichtet. Derzeit trainiert Schmid bei Werders U23, aber das soll nur eine kurze Episode sein. „Direkt für 18 Monate weiter verleihen“ will Baumann den Neuzugang, der Sportchef sucht derzeit einen Klub. Priorisiert wird einer aus den Niederlanden, bei dem Schmid einen Zwischenschritt machen soll, bevor er reif ist für die Bundesliga.

Andreas Herzog hält das „für eine coole Idee", wie er im Gespräch mit Mein Werder sagt. „Romano ist ein außergewöhnlicher Spieler, aber man muss ihn vernünftig aufbauen." Ein Verein in den Niederlanden könnte die richtige Aufbauarbeit leisten. Herzog, derzeit Nationaltrainer Israels, beobachtet Schmids Entwicklung seit einigen Jahren, und was er sieht, gefällt ihm sehr. „In seinem Jahrgang war er das größte Talent Österreichs. Wenn er dafür arbeitet, kann das mit Werder etwas werden." Eine Garantie, dass er sich im Laufe seines Vertrages bis 2023 in Bremen durchsetzt, sei das aber nicht.

Dass Schmid als großes Talent beim österreichischen Top-Klub Salzburg landete, war für Herzog „keine Überraschung". Der beste Verein sichert sich die besten Spieler, ein gängiges Prinzip. Dass er sich dort nicht durchsetzen konnte, überraschte Herzog hingegen auch nicht. „Als Spielertyp passt Romano nicht zu RB." Er sei „kein Typ wie Andree Wiedener, ein Beißer, der sich überall durchsetzt". Herzog zieht eine Parallele zu sich selbst, wenn er über Schmid spricht, auch der sei ein kreativer Spieler. „Man muss ihn mal in den Hintern treten, aber auch mal locken, damit er sein Potenzial entfaltet." Zuckerbrot und Peitsche, so lässt sich das Prinzip beschreiben. „Otto Rehhagel konnte das sehr gut, für mich war das genau richtig."

Florian Kohfeldt kann das auch, einen Spieler an der richtigen Stelle packen, diese Kombination könnte passen. Entwickelt sich Schmid seiner Veranlagung entsprechend weiter, darf sich Werder auf einen Spieler freuen, „der mit einer Aktion ein Spiel entscheiden kann", wie Herzog sagt. Man darf also gespannt sein auf Romano Schmid.

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