Kommentar zu Werder Bremen Ein fatales Signal

Bremen. Dass die Werder-Verantwortlichen die Fast-Schlägerei als "ganz normalen Vorgang" hinstellen, ist ein fatales Signal an die Mannschaft. Aber bei Werder kann ja passieren, was will: Alles kein Problem. Ein Kommentar von T. Waterkamp.
30.03.2013, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Ein fatales Signal
Von Thorsten Waterkamp

Thomas Eichin hat die vergangenen 13 Jahre seines beruflichen Schaffens dem Eishockey gewidmet. Vielleicht liegt es ja an dieser Nähe zu dem oft rauhbeinig ausgeübten Schlittschuhsport, dass Werders Sportchef die tätliche Auseinandersetzung zweier Angestellter als einen "ganz normalen Vorgang im Training" hinzustellen versuchte. Zu vermuten ist dies allerdings nicht. Nein, auch Eichin versuchte am Freitag, diesen Zwischenfall kleinzureden. Alles kein Problem.

Logisch. Bei Werder kann ja passieren, was will: Alles kein Problem. Die wirtschaftliche Misere des Klubs? Kein Problem. Die sportliche Krise der Mannschaft? Kein Problem. Abstieg? Zweite Liga? Nein, Werder doch nicht – oder, um es mit den Worten eines Spielers zu sagen: "Das ist doch verrückt."

Problem nur: All die schönen Worte, die Durchhalteparolen, die Beschwichtigungen – es glaubt sie niemand mehr. Tatsächlich herrscht Ratlosigkeit und Frust in einer Situation, die den Verantwortlichen zu entgleiten droht. Die Beinahe-Prügelei der Profis Arnautovic und Sokratis taugt da als vielsagender Beleg des tatsächlichen Zustandes, in dem sich die Mannschaft befindet.

Werder hat Probleme immer schon lieber heruntergespielt, statt sie anzusprechen. Dabei geht es mitnichten darum, schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit zu waschen, nein. Es geht darum, dass endlich jemand sagt: So geht es nicht weiter! Es reicht! Stopp!

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Aber nein, das einzige Signal, das kommt, ist ein fatales. Alles kein Problem, ein normaler Vorgang. Mit anderen Worten: Weiter so! Werders Entwicklung jedoch kennt in diesen Krisen-Tagen nur eine Richtung. Abwärts. Ein ganz normaler Vorgang? Na dann: Weiter so!

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