Werder spielt 1:1 in Mainz Ein Punkt für die Moral

Mainz. Werder hat am Sonnabend einen Punkt in Mainz geholt und damit seinen Abstand zu den Abstiegsrängen vergrößert. Vor allem Sebastian Mielitz hatte mit seiner starken Leistung Anteil an dem Punktgewinn.
31.03.2013, 12:19
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Ein Punkt für die Moral
Von Marc Hagedorn

Mainz. Nach nicht einmal 13 Sekunden lag Werder nach einem dicken Patzer von Assani Lukimya mit 0:1 in Mainz zurück. Danach schwang sich Werder-Torwart Sebastian Mielitz zu einer überragenden Leistung auf, und schließlich schoss Kapitän Aaron Hunt auch für Werder noch ein Tor: Mit dem 1:1 beim FSV Mainz 05 haben die Bremer im Abstiegskampf einen wichtigen Erfolg gefeiert und nun sieben Punkte Vorsprung vor dem FC Augsburg.

Die Männer von Werders Ersatzbank wussten hinterher ganz genau, bei wem sie sich zu bedanken hatten. Kaum hatte Schiedsrichter Manuel Gräfe die Bundesliga-Partie zwischen dem FSV Mainz 05 und Werder Bremen abgepfiffen, da eilten nacheinander Mateo Pavlovic, Sportchef Thomas Eichin, Ersatztorwart Christian Vander und Torwarttrainer Michael Kraft über den halben Platz zu Sebastian Mielitz und gratulierten dem Werder-Torwart. Mit drei Großtaten hatte Mielitz seine Mannschaft im Spiel gehalten und am Ende den größten Anteil am wichtigen Punktgewinn in Mainz gehabt. Mit dem 1:1 (0:1) hat Werder den Abstand auf den Relegationsplatz auf sieben Punkte ausgebaut.

„Ich weiß nicht, wie oft ich den Ball zum 0:2 im Netz gesehen habe“, sagte Mittelstürmer Nils Petersen: „Wahnsinn, dass ,Miele’ immer noch einen Fuß oder eine Hand dazwischen bekommen hat.“ Für Mielitz war es ein Glanztag, der genau zur rechten Zeit kam – denn die Kritik an Werders jungem Torwart war zuletzt immer lauter geworden. Unter anderem der Ex-Bremer Frank Rost hatteMielitz gerade zum wiederholten Male in dieser Saison attackiert. Gestern nun durfte Werder-Trainer Thomas Schaaf mit Blick auf die Mielitz-Kritiker festhalten: „Das bestätigt doch nur, dass man mit seinen Äußerungen sehr vorsichtig sein sollte.“ Und Assani Lukimya sagte: „Es freut mich riesig für ihn.“

Lukimya mit Black-Out

Bei Werders Innenverteidiger dürfte die Freude tatsächlich am größten gewesen sein; denn Lukimya wäre ansonsten zur tragischen Bremer Figur an diesem Nachmittag geworden. Nach handgestoppten 12,6 Sekunden hatte der Ball nämlich schon im Werder-Tor gelegen – und Lukimya die Hauptschuld daran getragen. Nils Petersen und Kevin De Bruyne hatten den Anstoß für Werder ausgeführt, dann war der Ball über Tom Trybull und Theodor Gebre Selassie bei Lukimya gelandet. Und der hatte ihn katastrophal in die Füße von Andreas Ivanschitz gepasst. Einen Querpass später hatte Adam Szalai, zuvor fünf Spiele ohne Treffer, zum 1:0 für die Mainzer abgestaubt. „Ich hatte mehrere Gedanken auf einmal im Kopf – und mich für das Falsche entschieden“, sagte Lukimya zerknirscht.

Dies hätte nun der Anfang vom Ende für Werder sein können. Denn so genau weiß man im Moment ja nicht, wie es um das Nervenkostüm der Mannschaft von Thomas Schaaf bestellt ist. Werder hatte gegen Fürth zuletzt maßlos enttäuscht, dann waren sich Sokratis und Marko Arnautovic im Training in die Haare geraten – seit gestern darf festgehalten werden, dass die Moral der Truppe unter den vielen Negativschlagzeilen offenbar nicht gelitten hat. „Es zeichnet uns aus“, sagte Petersen, „dass wir nach dieser Verunsicherung noch zurückgekommen sind.“

Zwar benötigte Werder fast die komplette erste Halbzeit, um den Schock abzuschütteln, ließ bis zur Pause aber wenigstens keine weiteren Mainzer Torchancen mehr zu. Mehr noch: In der zweiten Halbzeit entwickelte sich der bisherige Langweiler zu einem packenden und rasanten Duell. „Da waren wir engagiert, haben Tempo aufgenommen und den Gegner in Not gebracht“, sagte Schaaf.

Lesen Sie auch

Beide Mannschaften gingen ins Risiko, ließen nun Räume im Mittelfeld, die auf Werder-Seite De Bruyne, Aaron Hunt und später der eingewechselte Marko Arnautovic immer besser nutzten. Vor allem Arnautovic sorgte gleich für Druck und bereitete mit einer scharfen Hereingabe das 1:1 durch Hunt (69.) vor. Es war die beste Zeit des gestrigen Nachmittags, denn nur wenige Augenblicke zuvor hatten die Abstiegskonkurrenten aus Augsburg (gegen Hannover) und Düsseldorf (gegen Leverkusen) die entscheidenden Gegentore kassiert – was der Werder-Anhang im Gästeblock beim Blick auf die Anzeigetafel jedes Mal lautstark bejubelt hatte.

So schnell kann das manchmal gehen: Werder hatte einen wichtigen Punkt geholt, Moral bewiesen und für einige zuletzt heiß diskutierte Fragen keinen neuen Stoff geliefert. Sportchef Eichin fasste die Erkenntnisse der Mainz-Reise zufrieden zusammen: „Wir haben jetzt ein entspannteres Osterfest, gehen gut in die nächste Woche und freuen uns nun auf Schalke.“

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+