Kommentar zum angekündigten Baumann-Abschied

Ein zartes Signal

Frank Baumann hat seinen Abschied von Werder in sechs Jahren angekündigt. Es dürfte eher ein grober Zeitrahmen sein und das Signal, frühzeitig nach einem Nachfolger zu suchen, meint Christoph Sonnenberg,
11.10.2019, 14:19
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Ein zartes Signal
Von Christoph Sonnenberg
Ein zartes Signal

Frank Baumann im Gespräch mit Cheftrainer Florian Kohfeldt sowie den Co-Trainern Ilia Gruev und Tim Borowski.

nordphoto

Dass er den Job des Sportvorstands bei Werder nicht ewig machen will, hat Frank Baumann mehrfach gesagt. Nur eben ohne genaue Zeitangabe. Die steht jetzt: Sechs Jahre noch, bis 2025, dann wird er 50. Und will ein Jahr Pause machen vom Fußball, der Familie zuliebe.

Es passt zu Baumann, seinen Plan bei einer Talkrunde in der fränkischen Provinz auszusprechen und sich kein großes Forum zu suchen. Und man glaubt ihm, dass er die große Bühne Fußball verlässt, ohne Entzugserscheinungen zu bekommen.

Sechs-Jahres-Pläne werden im Fußball aber nicht erstellt. Es kann sein, dass sich die Wege bereits vorher trennen. Auch wenn es unwahrscheinlich erscheint, gerade jetzt, wo mit Baumann, Florian Kohfeldt und Marco Bode Leute in der Verantwortung stehen, denen es um Werder geht und die Entwicklung nachhaltig positiv ist.

Was aber, wenn Werder in sechs Jahren um die Meisterschaft mitspielt? Oder mitten im Abstiegskampf steckt? Kaum vorstellbar, dass Baumann dann einfach von Bord geht. Die Zahl sechs ist eher als zartes Signal zu verstehen und zugleich als Aufforderung, frühzeitig die Regelung der Nachfolge Baumanns anzugehen.

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