Was Kohfeldt zu Sahins Auswechslung sagt

„Einzelschicksale sind sowas von egal“

Für einen Spieler ist es die Höchststrafe, noch in der ersten Halbzeit ausgewechselt zu werden. Gegen Mainz traf es Nuri Sahin. Trainer Florian Kohfeldt wollte aber nicht näher darauf eingehen.
18.12.2019, 10:05
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„Einzelschicksale sind sowas von egal“
Von Christoph Bähr
„Einzelschicksale sind sowas von egal“

Vor dem Spiel sprach Co-Trainer Tim Borowski Nuri Sahin noch einmal Mut zu.

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Es war der verzweifelte Versuch, zu retten, was nicht mehr zu retten war. Schon in der 27. Minute des Heimspiels gegen Mainz wechselte Werder-Trainer Florian Kohfeldt beim Stand von 0:3 zum ersten Mal aus. Nuri Sahin musste vom Platz, verletzt war er nicht – die Höchststrafe für einen Spieler. Johannes Eggestein kam ins Spiel und rückte in den Sturm neben Milot Rashica, später orientierte er sich ins Mittelfeld zurück. Maximilian Eggestein übernahm Sahins Sechser-Position. „Zu dem Zeitpunkt hatte ich die Hoffnung, dass wir mit einem Tor wieder ins Spiel reinkommen. Deshalb habe ich das getan“, erklärte der Coach den Wechsel, der für eine offensivere Ausrichtung sorgte.

Der hoch dekorierte Sahin, einst für Real Madrid und Liverpool aktiv, stapfte nach seiner Herausnahme mit eisiger Miene direkt zur Ersatzbank, während Kohfeldt ein paar Meter weiter Kommandos auf das Feld rief. Erst einmal herrschte Funkstille. Warum es Sahin getroffen hatte, wollte der Trainer nach dem Abpfiff nicht öffentlich begründen: „Einzelschicksale sind sowas von egal, selbst wenn ich Leo Messi ausgewechselt hätte. Ich bin nicht bereit darüber zu reden.“

Der Versuch, ein Zeichen zu setzen, scheiterte jedenfalls. Johannes Eggestein fügte sich nahtlos in die desolate Werder-Mannschaft ein. Und was blieb, war die Frage, warum Kohfeldt Milos Veljkovic durchspielen ließ. Der Innenverteidiger war durch seinen Querschläger, der das 2:0 in der 15. Minute verursacht hatte, total verunsichert und machte den Eindruck, dass ihn eine Auswechslung eher erlöst hätte.

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