Eilts’ Erlebnisse – Teil eins Eisen-Dieter und das Bier

Dieter Eilts war Europameister, Deutscher Meister, Europapokalsieger. Für Mein Werder blickt die Werder-Legende auf besondere Erlebnisse seiner Karriere zurück. Heute: das erste Spiel für die Amateure.
Lesedauer: 3 Min
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Von Dieter Eilts

Als ich mich im Frühjahr 1984 im Probetraining beim SV Werder beweisen durfte, bekam ich gleich einen Vorgeschmack darauf, was mich erwarten würde, wenn der Verein mich tatsächlich verpflichten sollte. Während des Probetrainings bei den Amateuren ging es richtig zur Sache, und es gab einiges auf die Stöcker. Der damalige Trainer meinte hinterher nur, dass die Spieler eigentlich deutlich ruhiger seien und normalerweise nicht so aggressiv in die Zweikämpfe gehen würden. Mir half das wenig, denn ich fuhr mit einigen Blessuren wieder nach Hause Richtung Ostfriesland.

Beim Probetraining mit der Profimannschaft ging es dagegen etwas gemütlicher zu. Besonders Uwe Reinders ist mir noch sehr gut in Erinnerung. Er gab mir sofort hilfreiche Tipps, um mein Spiel zu verbessern. Ob die Ratschläge von Uwe Reinders mein Spiel gleich besser machten oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Was ich aber noch ganz genau weiß, ist, dass ich nach dem Probetraining mit dem damaligen Manager der Amateure, Rolf Behrens, in dessen Büro gegangen bin und meinen ersten Vertrag beim SV Werder Bremen unterschrieben habe.

Im Juli 1984 begann dann meine Zeit bei Werders Amateuren. Ich kam als 19-jähriger Stürmer vom ostfriesischen Bezirksligisten SV Hage, für den ich immerhin 25 Tore in meiner ersten Saison als Seniorenspieler erzielt hatte. Das Internat in der Brautstraße wurde mein neuer Lebensmittelpunkt, und es eröffnete sich eine völlig neue Welt, was Training, Trainings- und Spielvorbereitung betraf.

Aufräumer statt Torjäger

Im beschaulichen Hage wurde zwar auch gut gearbeitet, aber die Geselligkeit und der Faktor Spaß hatten doch einen sehr hohen Stellenwert. In Bremen war vieles dem Erfolg untergeordnet und die Ausbildung junger Spieler für die Fußball-Bundesliga stand im Vordergrund. Dennoch waren Rolf Behrens und auch Trainer Karl-Heinz Kamp immer für uns junge Spieler da, und wir konnten uns ihrer Unterstützung sicher sein. Beide hatten durch ihre Arbeit maßgeblichen Anteil an meinen späteren Erfolgen.

Mein Start in Bremen verlief jedoch nicht gerade optimal. Durch eine Rote Karte, die ich noch im vorletzten Spiel in Hage bekommen hatte – kann ja mal passieren –, war ich in den ersten Wochen der Vorbereitung nicht spielberechtigt und habe somit einige Freundschaftsspiele verpasst. Umso erstaunter war ich, als unser Trainer Karl-Heinz Kamp vor dem ersten Punktspiel in Meppen die Mannschaftsaufstellung in der Kabine bekannt gab. Ich sollte im defensiven Mittelfeld vor der Abwehr aufräumen. Und das, obwohl ich doch als echter Torjäger verpflichtet worden war.

Ich bin ziemlich nervös ins Spiel gegangen und das Aufräumen ist mir nur bedingt gelungen. Ganz so schlecht kann meine Leistung aber auch nicht gewesen sein, denn ich stand danach in allen Saisonspielen in der Startformation und kam fast immer über 90 Minuten zum Einsatz.

Ein frisch Gezapftes zum Debüt? Von wegen!

Den Saisonstart in Meppen haben wir allerdings richtig vergeigt. Vor rund 1800 Zuschauern setzte es eine deutliche 2:5-Niederlage. Und man muss ehrlich sagen, dass der Sieg der Meppener auch in dieser Höhe verdient war. Nach Spielschluss trotteten wir mit hängenden Köpfen vom Platz. Doch da sahen meine Augen etwas, was sie wieder strahlen ließen. Kurz hinter der Torauslinie standen nette Leute mit frisch Gezapftem für uns Spieler. Die Freude währte aber nur kurz. Alle meine Mitspieler gingen achtlos an diesen wunderbaren Getränken vorbei und ich tat es ihnen schweren Herzens gleich.

Dass diese erste Saison bei den Amateuren trotz des Fehlstarts nicht nur für die gesamte Mannschaft sehr erfolgreich endete, sondern auch für mich, könnt ihr in der nächsten Folge der Serie nachlesen.

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