Hess-Grunewalds deutliche Worte an die Fans „Erschreckende Intensität der Gewalt“

In dieser Saison ist es nach Werder-Spielen schon zweimal zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Schwerverletzten gekommen. Für Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald ist damit ein Tiefpunkt erreicht.
26.11.2019, 14:49
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von (wkf)

Werder und die Ultras - das Verhältnis ist derzeit angespannt, das wurde auch während der Mitgliederversammlung am Montagabend deutlich. Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald richtete deutliche Worte an die eigenen Fans, insbesondere bezüglich des Angriffs einiger Ultras auf Polizisten nach dem Pokalspiel gegen Atlas Delmenhorst. Dass sich die aktive Fanszene bislang nicht klar davon distanziert habe, sei ihm unbegreiflich, betonte Hess-Grunewald. „So bringen sich die Fans um den Lohn ihrer Arbeit.“

Werder hat die vier Polizisten, die bei der Attacke verletzt wurden, kürzlich eingeladen, um mit ihnen zu sprechen. Sie hätten von einer „fünfminütigen Gewaltszene“ berichtet, schilderte Hess-Grunewald. Auf einen am Boden liegenden Beamten sei eingetreten worden, dieser sei bis heute dienstunfähig. Einer Beamtin sei ein Pflasterstein gegen das Visier ihres Helmes geschleudert worden. Erst Sekunden davor habe sie den schützenden Helm aufgesetzt. „Die Tritte gegen den Polizeibeamten sind ein Tiefpunkt des Jahres. Das Erschreckende an dem Abend waren aber nicht nur die Tritte, sondern die Intensität der Gewalt“, unterstrich Hess-Grunewald.

Nach dem Schalke-Spiel am vergangenen Sonnabend kam es erneut zu einem gewalttätigen Vorfall in der Nähe des Weserstadions. 20 bis 30 Werder-Anhänger prügelten auf zwei Gäste-Fans ein. Ein 47-Jähriger wurde schwer verletzt. Hess-Grunewald stellte klar: „So kann es nicht weitergehen. Wir wollen keine Gewalt rund um unsere Spiele.“ Was „feige Gewaltexzesse“ angehe, gebe es keine Gesprächsbereitschaft. In allen anderen Punkten, etwa beim umstrittenen Stadion-Namenssponsor Wohinvest, sei Werder dagegen offen für den Dialog mit den Fans. „Wir wollen Debatten nicht verhindern“, erklärte Hess-Grunewald. „Die Fähigkeit, Debatten zu führen, ist in diesen Zeiten wichtiger denn je. Aber die Debatten müssen in einem fairen Rahmen ablaufen.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+