Führung Erstes Ergebnis im Machtkampf beim SV Werder Bremen

Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald gehört im Machtkampf beim SV Werder Bremen zu den Gewinnern - aber auch zu den Verlierern.
03.05.2022, 20:05
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Der Machtkampf beim SV Werder Bremen hat ein erstes Ergebnis – und dabei ist Hubertus Hess-Grunewald sowohl ein Verlierer als auch ein Gewinner. Der Vereinspräsident wird wohl seinen lukrativen Posten als Geschäftsführer der ausgegliederten Kapitalgesellschaft für den Profisport verlieren, dafür aber den künftig finanziell besser ausgestatteten Vorsitz im Aufsichtsrat erhalten. Und was dem 61-Jährigen noch wichtiger war: Der Verein wird weiterhin ein Mitglied der Geschäftsführung stellen, nur darf das nicht mehr der Vereinspräsident oder einer dessen Kollegen aus dem geschäftsführenden Präsidium sein. Gerade dieses Entsendungsrecht wurde in der 13-köpfigen Satzungskommission kontrovers diskutiert, es kam zur Kampfabstimmung, in der sich Hess-Grunewald durchgesetzt hat.

Nun beschäftigt sich das Präsidium mit der Empfehlung, eine Zustimmung gilt als sicher. Im November entscheidet dann die Mitgliederversammlung, ob die Satzung tatsächlich geändert wird. Dann könnte möglicherweise auch schon etwas mehr Klarheit in der Nachfolger-Frage herrschen. Empfohlen wurde eine Aufstockung der Geschäftsführung von drei auf vier Mitglieder. Neben Hess-Grunewald gehören aktuell auch Klaus Filbry und Frank Baumann diesem Gremium an. Der Kandidat des Vereins soll Hess-Grunewalds Aufgaben übernehmen, sich zum Beispiel um die anderen ausgegliederten Sportarten wie Tischtennis, Handball und Schach sowie um den CSR-Bereich kümmern.

Laut „Bild“-Zeitung hat Werders CSR-Direktorin Anne-Kathrin Laufmann gute Chancen, den Posten zu bekommen. Eigentlich schon drin in der Geschäftsführung ist Tarek Brauer, der bereits seit 2020 als Mitglied der Geschäftsleitung bezeichnet wird. Ihn könnte der Aufsichtsrat unabhängig von den Strukturveränderungen im Verein befördern – und das quasi jederzeit.
Nach der Ausgliederung des Profi-Fußballs war die Werder Bremen GmbH & Co. KGaA 2003 mit vier Geschäftsführern gestartet. Nach dem Rücktritt von Jürgen Born 2009 wurde auf eine Nachbesetzung verzichtet. Die Doppelfunktion von Klaus-Dieter Fischer als Präsident und Geschäftsführer sorgte immer mal wieder für Kritik, weil das Präsidium auch direkt zwei der sechs Aufsichtsräte bestimmt und sich damit praktisch selbst kontrolliert. Das ist eigentlich nicht zulässig.

Mit dieser besonderen Macht des Vereins hatte Fischer einst den Mitgliedern die nicht unumstrittene Ausgliederung schmackhaft gemacht. Nachdem er 2014 altersbedingt von seinen Ämtern zurückgetreten war, machte er sich für eine Trennung der beiden Posten stark – genauso wie der ehemalige Geschäftsführer Manfred Müller. Ein Machtkampf mit Hess-Grunewald war entbrannt. Müller stellte bei der Mitgliederversammlung im Spätsommer 2021 einen entsprechenden Antrag, zog den aber zurück, weil Hess-Grunewald die Einsetzung einer Strukturkommission versprach, der auch Müller angehört, genauso wie Mitglieder des Aufsichtsrates, der Geschäftsführung und des Präsidiums.

Für Hess-Grunewald geht es um viel Geld, er müsste auf sein Geschäftsführer-Gehalt (250.000 Euro) verzichten. Dafür soll das Salär für den Aufsichtsratsvorsitzenden erhöht werden, möglicherweise wird der Jurist demnächst auch für seine Tätigkeit als Vereinspräsident entlohnt. Das ist noch offen. Genauso wie die Frage, wer für Hess-Grunewald den Aufsichtsrat verlassen müsste. Infrage kommen nur Marco Fuchs und Axel Plaat als nicht-gewählte Direktkandidaten des Vereins. 
 

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