Erstes Werder-Testspiel gegen Lohne Anfang hält sich den Spiegel vor

Trainer Markus Anfang vermittelt zunächst die Grundlagen, dann geht er ins Detail. Wo sein Team nach der ersten Trainingswoche steht, will er am Sonntag prüfen – im Testspiel gegen den Oberligisten Lohne.
26.06.2021, 15:48
Lesedauer: 2 Min
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Von Maik Hanke

Es ist nicht so, als müsste Markus Anfang dem SV Werder Bremen das Fußballspielen völlig neu beibringen. Die Spieler sind Profis – daran ändert auch der Abstieg in die 2. Liga nichts. Doch in seinen ersten Wochen fängt der neue Coach der Grün-Weißen fast bei Null an. Erst vermittelt er Grundlagen, dann geht er ins Detail – alles im Sinne der Spielidee, die er seinen Akteuren beibringt. Wo sein Team nach der ersten Trainingswoche steht, will er am Sonntag prüfen – im Testspiel gegen den Oberligisten Blau-Weiß Lohne (15.30 Uhr).

„Wir haben jetzt extra die Trainingseinheiten so gestaltet, dass wir im Elf gegen Elf viele Bausteine trainiert haben, damit die Jungs einfach erst mal wissen, wie wir uns das ungefähr vorstellen“, sagt Markus Anfang. Es geht um die Basics: Spieleröffnung, Spielaufbau, Pressing, Defensivverhalten. Wo muss ich stehen? Wie muss ich mich positionieren? „Es ist die Aufgabe, dass sie das in dem Testspiel abrufen. Das wird natürlich nicht direkt alles funktionieren, aber wichtig ist auch, dass wir Erfolgserlebnisse schaffen.“

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Und davon sollen die Spieler nach dem Abstieg möglichst viele haben. Das meint nicht nur Tore und Siege gegen unterklassige Gegner wie Lohne, sondern auch das Umsetzen von gelernten Trainingsinhalten. Die Arbeit eines Trainers mit einer neuen Mannschaft sei ein Gewöhnungsprozess, der Zeit brauche. „Jetzt kriegen wir bei dem Spiel am Wochenende als Trainer den ersten Spiegel vorgehalten: Was ist angekommen, was ist nicht angekommen – und dann fangen wir an zu arbeiten.“

Dass Markus Anfang ein Trainer ist, der viel von seinen Spielern verlangt, zeichnet sich schon in den ersten Trainingstagen ab. Eigentlich sollte die Mannschaft noch am Tag vor dem Testspiel zweimal trainieren. Die Vormittagseinheit wurde dann allerdings so intensiv, dass Anfang auf den zweiten Teil am Nachmittag verzichtete.

Der Coach muss natürlich aufpassen, seine Spieler nicht direkt zu Beginn der Saisonvorbereitung zu überlasten. Im Test gegen Lohne will er jeden auch jeweils nur eine Halbzeit spielen lassen. Die Spielzeiten werden dann im Laufe der Vorbereitung gesteigert. Außerdem will er möglichst viele Spieler sehen. Der Kader für die Saison steht noch lange nicht, viele Profis werden noch gehen, einige dazukommen. Zurzeit läuft Anfangs Casting der aktuellen Trainingsgruppe: „Jeder muss seine Erfahrungen machen und jeder muss die Möglichkeit haben, sich zu empfehlen – gerade die jungen Spieler, die vielleicht oben reinrutschen können.“

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Nach der ersten Trainingswoche ist der Trainer mit seinen Spielern zufrieden. Die Mannschaft sei hoch motiviert und wissbegierig. „Sie haben das gut umgesetzt, haben auch Spaß dabei“, sagt der 46-Jährige. „Das ist für mich ein ganz wichtiger Faktor: Wir dürfen auf dem Trainingsplatz auch lachen, das soll so sein, wir sollen Spaß dabei haben, das ist wichtig. Und trotzdem müssen wir das, was wir uns erarbeiten, mit der nötigen Ernsthaftigkeit angehen.“ Wie die Mannschaft das umsetzt, wird er am Sonntag in Lohne überprüfen.

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