Werder nach Pokalblamage unter Druck "Es gibt keine heile Werder-Welt"

Bremen. Die Lage in Bremen ist angespannt, Sportdirektor Klaus Allofs fasst zusammen: "Es gibt keine heile Werder-Welt." Da wird es die Bremer wenig trösten, dass sich auch andere Bundesligaklubs mächtig blamiert haben.
01.08.2011, 14:11
Lesedauer: 2 Min
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Bremen. Bei Werder Bremen weht ein rauer Wind, beim VfL Wolfsburg herrscht dicke Luft, und bei Bayer Leverkusen sind dunkle Wolken aufgezogen. Unerwartete Pokal-Pleiten und schwache Auftritte im Cup haben das Klima bei vielen Bundesligisten vor dem Saisonstart empfindlich getrübt. Die Nordclubs suchen nach Auswegen aus der Misere und wenden dabei unterschiedliche Strategien an. VfL-Trainer Felix Magath will neue Spieler verpflichten, bei Werder wird dagegen über den Verkauf von Profis spekuliert.

"Vielleicht habe ich die Möglichkeiten des Kaders überschätzt" gab Magath zu. Der Ehrgeiz des Meistermachers von 2009 ist groß, der VfL-Aufsichtsrat soll bereits grünes Licht für Verstärkungen gegeben haben. Eine Schlüsselrolle in allen Überlegungen spielt dabei Diego. Der aus disziplinarischen Gründen aufs Abstellgleis geschobene Brasilianer soll für rund zehn Millionen Euro verkauft werden. Atlético Madrid hat nach Angaben spanischer Zeitungen großes Interesse an dem Mittelfeldspieler, dessen Begnadigung von Magath bisher ausgeschlossen wird.

Eine Rückkehr des Spielmachers könnte die Wolfsburger Probleme zumindest auf dieser Position beheben. Der Ex-Bremer lässt sich im Training nicht hängen, wirkt motiviert und wäre in seiner derzeitigen Form auch bei seinem früheren Bundesligaclub eine willkommene Verstärkung. In Bremen ist Diego aber kein Thema, obwohl der Kader für viele Fans und Kritiker nicht wettbewerbsfähig ist - trotz der gegenteiligen Beteuerungen von Trainer Thomas Schaaf und Clubchef Klaus Allofs, die eine Wende zum Guten angekündigt haben.

Doch im DFB-Pokal hat die Werder-Mannschaft nahtlos an die schwachen Leistungen der vergangenen Saison angeknüpft, in der die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb verpasst wurde. Weil mit dem DFB-Pokal eine weitere Geldquelle versiegt ist, sind große Einkäufe auf dem Transfermarkt für Allofs nicht drin. Ganz im Gegenteil. "Sollte es Angebote für unsere Spielen geben, sind wir zu Gesprächen bereit. Das waren wir immer", erklärte der Clubchef.

Ein Verkauf von Spielern wie Per Mertesacker oder Tim Wiese, deren Verträge 2012 auslaufen, würde zwar Geld in die Kassen spülen, wäre sportlich aber ein großes Risiko. "Es gibt keine heile Werder-Welt", fasste Allofs die brisante Situation beim einstigen Vorzeigeclub der Liga zusammen. Eine Niederlage im Auftaktspiel gegen Kaiserslautern am Samstag könnte aus dem Brandherd Bremen schnell ein Pulverfass werden lassen.

Auch Leverkusens neuer Trainer Robin Dutt wollte das Pokal-Aus in Dresden nach verspielter 3:0-Führung nicht so einfach als "Betriebsunfall" abtun. "Sechs Wochen Aufbauarbeit sind für uns jetzt kaputt, vor uns liegt eine harte Woche", kündigte er an. Beim Titelanwärter ist die Abwehr die Problemzone, inklusive des Torwarts. Nationalkeeper Rene Adler fällt nach einer Knieoperation für längere Zeit aus - wenigstens hat der Verein nach dem Transfer von Arturo Vidal Geld für neues Personal.

Bei anderen Clubs wie dem SC Freiburg, Mainz 05, 1899 Hoffenheim oder dem Hamburger SV ist eine Woche vor dem Start ebenfalls jede Menge Sand im Getriebe. Die Generalproben im DFB-Pokal stellten selbst die Sieger nicht immer zufrieden. HSV-Stürmer Mladen Petric erklärte nach dem 2:1 in Oldenburg: "Wenn wir bei Borussia Dortmund so auftreten, gehen wir da unter." Der Bundesliga-Dino eröffnet am Freitag in Dortmund die neue Saison. (dpa)

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