Johannes Eggestein über seine Zukunft

„Es ist noch nichts eindeutig entschieden“

Johannes Eggestein vertrat die Werder-Profis auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Mainz 05 am Sonnabend (15.30 Uhr) – nicht, um über seinen Vertrag zu reden, sondern als Lohn für gute Leistungen.
28.03.2019, 14:29
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Von (mw)
„Es ist noch nichts eindeutig entschieden“
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Ein deutliches Statement hatten sich die Werder-Fans von Johannes Eggestein erhofft, und ein deutliches Statement sollten sie bekommen: Auf der Pressekonferenz vor der Bundesliga-Partie gegen Mainz (Sonnabend, 15.30 Uhr) präsentierte der Jungprofi eine „Klare Kante gegen Rassismus“, das Bremer Motto für den kommenden Spieltag, als Schriftzug auf einem Aufwärm-Shirt. Das ursprüngliche Thema des Tages, die womöglich bevorstehende Vertragsverlängerung der Eggestein-Brüder, sollte dafür schnell in den Hintergrund rücken.

„Ich habe gestern natürlich auch mit meinem Bruder darüber gesprochen“, erklärte Johannes Eggestein. Maximilian Eggestein hatte am Mittwoch verraten, bereits „eine Entscheidung getroffen“ zu haben – und auch zu wissen, wie es beim jüngeren Bruder aussehe. Der wiederum wollte sich nicht in die Karten schauen lassen. „Es ist noch nichts eindeutig entschieden“, betonte Johannes Eggestein. „Ich habe immer gesagt, dass ich eine Richtung habe, und ich glaube, das meint Maxi auch – dass er weiß, in welche Richtung ich gehe.“ Der Vertrag des Angreifers läuft zum Saisonende aus.

Kein Interesse an Vertrags-Spekulationen

Für eine Antwort auf die Frage nach Eggesteins Zukunft müsse sich Werder allerdings nicht mehr so lange gedulden: „Es wird sicherlich bald eine Entscheidung geben“, bestätigte der 20-Jährige. „Wann genau die sein wird, da möchte ich mich nicht unter Druck setzen.“ Während der Länderspielpause habe es keinerlei Fortschritte in den Verhandlungen gegeben, da Eggestein aufgrund seiner Abstellung für die U21-Nationalmannschaft kein persönlicher Kontakt zu Vater oder Berater möglich gewesen sei. Damit, dass die Vertragsverlängerung beider Eggestein-Brüder nun vor dem Mainz-Spiel im Stadion verkündet wird, ist nach Mein-Werder-Informationen nicht zu rechnen. Viele Fans hatten darauf gehofft.

Chefcoach Florian Kohfeldt zeigte derweil keinerlei Interesse an weiteren Spekulationen über eine Verlängerung und erklärte, dass die Entscheidung, den jüngeren Eggestein-Bruder mit auf die Pressekonferenz zu beordern, einen ganz anderen Grund gehabt habe: „Jojo sitzt hier heute, weil er in Leverkusen sein bestes Bundesligaspiel gemacht hat, seit er bei uns ist“, betonte Kohfeldt. „Nicht, um Vertragsdetails zu beantworten.“ Beim 3:1-Auswärtssieg gegen Bayer Leverkusen hatte Eggestein die zwei ersten Bremer Treffer reaktionsschnell und technisch stark eingeleitet.

Viel Lob von Kohfeldt

Auch für Eggesteins defensive Rolle hatte Kohfeldt lobende Worte übrig: Das Timing im Pressing, das Vorschieben auf die Innenverteidiger, das Schließen von Passwegen, mit wenigen Ausnahmen auch der Anschluss beim Fallen lassen in die tiefere Defensive seien hervorragend gewesen, erläuterte der Chefcoach. Besonders beeindruckte Kohfeldt aber insbesondere das Passspiel des einstigen Mittelstürmers: „Er hat Räume sofort wieder angespielt, die wir auch schon vorbesprochen hatten“, freute sich Kohfeldt. „Wir hatten das Gefühl, dass er und seine Mitspieler ein paar Bälle im besten Sinne 'blind' gespielt haben.“

Letztlich habe Eggestein diesmal auch für die spielentscheidenden Aktionen gesorgt. Gemeinsam wolle man nun daran arbeiten, dass „solche Spiele eher die Regel als die Ausnahme“ werden, blickte Kohfeldt bereits voraus, der auch den Wandel des Offensivmannes vom Knipser zum vielseitigen Allrounder hervorhob: „Das nötigt mir Respekt ab“. Johannes Eggestein selbst zeigte sich einer weiteren Zusammenarbeit ebenfalls nicht abgeneigt: „Florian Kohfeldt hat mir viel Vertrauen gegeben und viele Einzelgespräche geführt“, resümierte Eggestein seinen eigenen Weg. „Er hat mir die Dinge mitgegeben, die ich für die Bundesliga brauche.“ Entsprechend begegne er seinem Coach mit einer gewissen Dankbarkeit: „Ich versuche, da auch ein Stück weit etwas zurückzugeben.“

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