Wechsel zum VfL Wolfsburg Kohfeldts neuer Job bringt Werder 1,5 Millionen Euro

Ex-Werder-Trainer Kohfeldt wird neuer Trainer beim VfL Wolfsburg und Nachfolger von Mark van Bommel. Werder bringt das nicht unerhebliche Einsparungen.
26.10.2021, 17:24
Lesedauer: 2 Min
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Von Marius Winkelmann Carsten Sander

Jetzt ist es offiziell: Florian Kohfeldt wird neuer Cheftrainer des VfL Wolfsburg. Das gaben die Niedersachsen am späten Dienstagnachmittag bekannt. Der ehemalige Coach des SV Werder Bremen folgt beim Champions-League-Teilnehmer auf Mark van Bommel, der nach zuletzt vier Niederlagen in Serie am vergangenen Sonntag entlassen worden war.

„Ich musste nicht lange überlegen, diese Herausforderung anzunehmen. Das ist eine spannende Aufgabe, auf die ich mich sehr freue. Ich werde die kurze Zeit bis zum nächsten Spiel jetzt vor allem dazu nutzen, viele Gespräche zu führen und mir einen ersten Überblick zu verschaffen. In dieser Mannschaft steckt viel Qualität und Dynamik und wir werden nun gemeinsam daran arbeiten, diese wieder auf den Platz zu bringen“, freut sich Kohfeldt in einer Vereinsmitteilung auf die neue Aufgabe.

Für Kohfeldt ist es die zweite Station in der Bundesliga, nach dem er im Mai nach dreieinhalb Jahren als Cheftrainer des SV Werder freigestellt worden war. Der 39-Jährige erhält bei den Wölfen einen Vertrag bis 2023 und soll am Donnerstag offiziell vorgestellt werden.

Natürlich hat er ihm gratuliert. Nicht nur, weil es sich unter Freunden so gehört, sondern auch, weil Frank Baumann und der SV Werder nicht unwesentlich davon profitieren, dass Florian Kohfeldt im VfL Wolfsburg nur fünf Monate nach seiner Freistellung in Bremen einen neuen Arbeitgeber gefunden hat. Baumann kann den ehemaligen Chefcoach nun von der eigenen Gehaltsliste streichen.

„Es ist kein Geheimnis, dass wir jetzt Einsparungen haben“, sagt Baumann.
Weil Kohfeldts Vertrag noch bis zum 30. Juni 2023 datiert war, nun aber aufgelöst wurde, kann Werder etwa 1,5 Millionen Euro, die in Summe für fortlaufende, monatliche Zahlungen eingerechnet werden mussten, anders verplanen. Für die Bremer ist das in der aktuell schwierigen finanziellen Lage eine bedeutende Summe.

Zudem: Weil Baumann mit Kohfeldt bei Vertragsverlängerung keine Auflösungsvereinbarung – was für die Clubs in 100 Prozent aller Fälle eine satte Einmalzahlung bedeutet – getroffen hatte, ist Werder nun auf nur einem Erstliga- und vier Zweitliga-Gehältern sitzengeblieben. Aus Baumanns Sicht war das letztendlich gut gepokert. Die Erwartung, dass Kohfeldt seinen Vertrag nicht aussitzen würde, hat sich erfüllt.

Und dann hat der 39-Jährige, dessen Trainerkarriere bei Werder furios gestartet war, dann mit der sportlichen Talfahrt der vergangenen zwei Jahre aber einen Knick nach unten genommen hatte, auch noch einen Club wie den VfL Wolfsburg bekommen. Die „Wölfe“ spielen aktuell in der Champions League, haben immer internationale Ambitionen, und weit weg von Bremen, Kohfeldts Wohnort und Heimat, ist die VW-Stadt auch nicht. Für ihn sicherlich ein nicht unbedingt zu erwartender Volltreffer, nachdem er bei Werder den Abstieg zu verantworten hatte. Dass der „Trainer des Jahres 2018“ bei ambitionierten Vereinen auf der Liste stand, war und ist für Baumann allerdings keine Überraschung. „Ich freue mich jetzt für ihn und wünsche ihm auf seiner neuen Station alles Gute“, wiederholt der Werder-Geschäftsführer gegenüber unserer Deichstube, was er Kohfeldt zuvor auch schon persönlich übermittelt hatte.     

++ Dieser Artikel wurde um 20.12 Uhr aktualisiert. ++

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