WM in Katar Ex-Werder-Trainer Kohfeldt erklärt das Phänomen Füllkrug

Niclas Füllkrug fährt mit zur WM nach Katar. Das freut nicht nur den Werder-Stürmer, sondern auch seinen ehemaligen Trainer Florian Kohfeldt. Der hat nun erklärt das Phänomen Füllkrug erklärt.
11.11.2022, 10:19
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus

Als sich Florian Kohfeldt und Niclas Füllkrug vor nunmehr 16 Jahren kennengelernt haben, drehte sich die Fußballwelt - so wie heute, im November 2022 - beinahe in Gänze um eine Weltmeisterschaft. Das deutsche Nationalteam machte aus dem Sommer 2006 ein Märchen im eigenen Land, was den damals 23-jährigen Jugendtrainer Kohfeldt und dessen 13-jährigen Schützling Füllkrug freilich ebenso bewegte wie Millionen andere Menschen auch. Viele Jahre lang sollte das Duo in der Folge eng zusammenarbeiten, erst im Nachwuchsbereich, später sogar bei den Profis des SV Werder Bremen. Nach der Nominierung des Mittelstürmers Niclas Füllkrug für die unmittelbar bevorstehende WM-Endrunde in Katar, gibt es also kaum einen geeigneteren Kandidaten als Florian Kohfeldt, wenn es darum geht, das Phänomen Füllkrug zu erklären.

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Nur nochmal kurz zusammengefasst, damit die ungewöhnliche Vorgeschichte der Füllkrug'schen WM-Teilnahme zumindest angerissen ist: Nach insgesamt vier gravierenden Knieverletzungen seit 2013, nach einem Bundesliga-Abstieg mit Werder, nach einem persönlichen Fehlstart in Liga zwei inklusive vorübergehender Suspendierung sowie nach Abwanderungsgedanken im vergangenen Winter hat es Niclas Füllkrug zum deutschen Nationalspieler gebracht. 19 Tore in der abgelaufenen Zweitligasaison sowie bis dato zehn im Oberhaus waren dabei die gewichtigsten Einträge im Bewerbungsschreiben des Angreifers. Was direkt zur Frage führt: Wie bitteschön, Florian Kohfeldt, hat Niclas Füllkrug das nur gemacht?

Die Antwort kommt prompt und setzt bei den verletzungsbedingten Tiefpunkten in Füllkrugs sportlicher Vita an. "Fülle besitzt eine Eigenschaft, die extrem positiv ist, und das ist sein unfassbarer Siegeswille", sagt Kohfeldt - und erklärt: "Nach Rückschlägen denkt er sehr schnell wieder daran, alles für den Erfolg zu tun. Seine Frustbewältigung ist harte Arbeit." Während der zahlreichen Rehamaßnahmen in seiner Karriere sei es Füllkrug nie nur darum gegangen, wieder gesund zu werden. "Er hat nicht nur regeneriert, sondern immer geguckt, wie er dabei besser werden und noch stärker zurückkommen kann", erinnert sich Kohfeldt an Phasen, in denen der Profi alles andere untergeordnet hat. Sieht Füllkrug seinen Siegeswillen als unbefriedigt an, "kann er durchaus auch anstrengend und unbequem sein", sagt Kohfeldt. Was durchaus als Erklärung dafür taugt, warum sich der Stürmer im Oktober 2021, als es sportlich für ihn überhaupt nicht rund lief, verbale Entgleisungen gegenüber Werders Leiter Profifußball Clemens Fritz geleistet hat. Grundsätzlich ist Kohfeldt aber der Meinung, dass es Füllkrug im Laufe der Jahre gelungen ist, seinen Ehrgeiz besser einzusetzen: "Er musste lernen, es zu kanalisieren, und das hat er."

Seit geraumer Zeit ist Niclas Füllkrug nun schon von schwereren Blessuren verschont geblieben - und konnte deshalb beeindruckend vorführen, was für ein guter Fußballer er ist. "Er schießt ja nicht nur Tore, sondern ist auch sonst ein ganz wichtiger Faktor im Spiel", weiß Kohfeldt - und betont: "Ich bin mir sicher, dass sein Moment während der Weltmeisterschaft kommen wird."

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