Spiel gegen Union Berlin Ex-Werderaner Behrens freut sich auf Wiedersehen im Weserstadion

Kevin Behrens von Union Berlin freut sich als waschechter Bremer darauf, gegen Werder im Weserstadion zu spielen.
24.01.2023, 15:18
Lesedauer: 3 Min
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Von hgk

Als "Bremer Junge" bezeichnet er sich. Da wundert es nicht, dass Kevin Behrens einen Termin ganz dick in seinem Kalender unterstrichen hat: Mittwoch, den 25. Januar. Dann steigt ab 20.30 Uhr das Duell zwischen Werder Bremen und Union Berlin am letzten Spieltag der Hinrunde. "Mein Highlight im neuen Jahr", sagt Union-Stürmer Behrens, der seit Sommer 2021 bei den Eisernen unter Vertrag steht. Für den 31-Jährigen steht die Partie in seiner Heimatstadt sogar noch über dem internationalen Höhepunkt in der Europa League, wo die Berliner in der K.o.-Phase am 16. Februar auf Ajax Amsterdam treffen.

Dem Duell im Weserstadion fiebert Behrens regelrecht entgegen. Aus gutem Grund: "Es ist für mich eine Premiere, ich habe noch nie dort gespielt." Also schlägt das Herz des Bremer Jungen höher. Schon seit geraumer Zeit, "weil der Großteil meiner Familie in Bremen wohnt und weil viele Freunde dort zuhause sind." Daher traf der Stürmer schon zum Jahresbeginn gewisse Vorkehrungen, wie er bereits im Trainingslager in Campoamor an der spanischen Costa Brava verriet. Gemeinsam mit Sportdirektor Michael Parensen besorgte er möglichst viele Karten für seine Freunde und Verwandten.

Karriere nahm Fahrt im Saarland auf

Lange hatte es nicht danach ausgesehen, dass er in seiner Laufbahn noch mal zu einem Bundesliga-Spiel kommt, geschweige denn zu einem im Weserstadion. 2010 spielte Behrens eine Saison für Werders dritte (!) Mannschaft in der Bremen-Liga, der Sprung nach oben glückte nicht. Sein Weg in die 1. Liga verlief über viele Umwege: SV Wilhelmshaven, Hannover 96 II, Alemannia Aachen, RW Essen, der 1. FC Saarbrücken und der SV Sandhausen.

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So richtig Fahrt nahm Behrens Karriere im Saarland in Saarbrücken auf, wo ihm 41 Tore und 31 Vorlagen in 85 Spielen gelangen. Beim Drittligisten verpassten sie ihm den Spitznamen "Thor", wegen seiner stattlichen Statur und seiner blonden Haare. Behrens wurde angehimmelt wie der gleichnamige germanische Gott, wechselte nach drei erfolgreichen Jahren aber dennoch eine Liga höher zum SV Sandhausen.

Auch bei den Sandhäusern sorgte Behrens für Furore, vor allem in seinen letzten beiden Zweitliga-Spielzeiten, wo er einmal 14 und einmal 13 Saisontore erzielte. Das rief im Sommer 2021 so manchen Interessenten auf den Plan – auch den SV Werder, der gerade in die 2. Liga abgestiegen war. Den Zuschlag erhielten letztlich eine Liga höher die Eisernen. 

Behrens ist selbstbewusster geworden

Inzwischen ist Behrens richtig angekommen im Team von Urs Fischer. Er sieht in dieser Spielzeit bei sich "einen absoluten Fortschritt", ist zufrieden "mit mehr Spielzeit", will sich bemühen, "weiter Gas zu geben", um seinen Status zu festigen. Anfangs habe er sich anpassen müssen, bekennt der Späteinsteiger in der höchsten deutschen Spielklasse. "An den Spielstil von Union sowie an das hohe Tempo, das mir zu Beginn Probleme bereitet hat."

Doch das sei vorbei, so Behrens weiter. "Ich bin selbstbewusster geworden. Wenn ich reinkomme, versuche ich immer, irgendwas zu bewegen und Unruhe zu stiften." Mit dieser Methode hat er durchschlagenden Erfolg. Inzwischen ist er mehr als ein Joker. Seine Saisonbilanz: 16 Spiele, zwei Treffer, ein Assist. In anderthalb Spielzeiten bringt er es insgesamt auf 40 Erstliga-Spiele. Spezielle Marken zu erreichen, dieses Ziel habe er sich nicht gesetzt, meint Behrens, der "in meinen Aktionen noch sauberer werden will." Er merkt selbst, dass der Abstand zur Doppelspitze Jordan und Sheraldo Becker stetig kleiner wird. Der Trainer macht ihm auf dem Weg zu einem Kandidaten für die Startelf reichlich Mut. "Ich soll möglichst viele Striche sammeln." Zur Erklärung: So nenne der Trainer die zählbaren Eckdaten wie Tore und Assists, die Statistiken, an denen Angreifer gemessen werden. 

Bremer fühlt sich bei Union wohl

Mit dieser Devise geht der dreifache Familienvater auch in sein Debüt im Weserstadion. Ob er beim Anpfiff auf dem Feld steht, ist unwahrscheinlich, jedoch nicht ganz ausgeschlossen. Beim 3:1-Erfolg gegen Hoffenheim löste Behrens zuletzt nach einer guten Stunde seinen direkten Konkurrenten Jordan ab und setzte gleich Akzente. Seiner Stimmung und seinem Selbstbewusstsein hat das einmal mehr gutgetan. Bei Union fühle er sich wohl, sagt der waschechte Bremer.  Gerüchte, er plane im Winter einen Vereinswechsel, dementiert er strikt: "Das war nie ein Thema". Auf zwei Kollegen mit Bremer Vergangenheit trifft das eher nicht zu. Sowohl Kevin Möhwald, von 2018 bis 2021 bei Werder, dann für eine Ablöse von einer Million Euro nach Berlin gewechselt, als auch Levin Öztunali, von 2015 bis 2016 an der Weser, gelten in diesen Tagen als Verkaufskandidaten.

Möhwald spielt überhaupt keine Rolle bei Urs Fischer, steht nicht mal mehr im Kader. Öztunali, der Enkel der verstorbenen Legende Uwe Seeler, nimmt nur eine Nebenrolle ein, bereitete zuletzt beim 3:1-Sieg der Eisernen gegen Hoffenheim aber immerhin einen Treffer vor. Möhwald und Öztunali sind bei Union nicht so richtig glücklich geworden. Ganz im Gegenteil zu Kevin Behrens, dem Spätentwickler, der sich in der Hauptstadt seinen Bundesliga-Traum erfüllt hat: "Fußball ist meine Leidenschaft und mein Leben. Ich habe immer Lust auf Fußball und hoffe, dass ich gesund bleibe, um den Traum weiterleben zu können." 

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