Ex-Werder-Profis bei der EM

Von Skandalen, Enttäuschungen und Gala-Auftritten

Die Fußball-EM ist in vollem Gange. Die ersten Spieltage sind gespielt. In den dritten Partien geht es für etliche Teams um alles – mittendrin sind auch acht internationale Ex-Profis des SV Werder Bremen.
20.06.2021, 12:55
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Von Maik Hanke
Von Skandalen, Enttäuschungen und Gala-Auftritten

Früher bei Werder, heute ein Weltstar: Kevin de Bruyne.

Martin Meissner

Thomas Delaney und Jannik Vestergaard

Die zwei ehemaligen Bremer im Kader Dänemarks standen schon früh im Turnier unfreiwillig im Fokus der Öffentlichkeit. Der Kollaps ihres Kollegen Christian Eriksen im ersten Spiel gegen Finnland berührte die ganze Welt. Delaney bildete mit seinen emotional aufgelösten, aber standfesten Mitspielern eine Wand, die den um sein Leben kämpfenden Kameraden vor Augen und Kameras abschirmte. Bilder, die mehr als Sport bedeuten und in Erinnerung bleiben werden. Sportlich ist die Euro für Dänemark bisher wenig erfolgreich. Das trotz des Eriksen-Dramas fortgesetzte Spiel gegen Finnland ging verloren (0:1), auch der Vergleich gegen Belgien endete trotz guter Leistung mit einer Niederlage (1:2). Noch gibt es aber eine kleine Chance aufs Achtelfinale. Delaney (BVB) stand in beiden Partien in der Startelf, Vestergaard (FC Southampton) wurde gegen Finnland eingewechselt und begann gegen Belgien.

Kevin De Bruyne

Beim 3:0-Festival gegen Russland fehlte er noch angeschlagen, beim 2:1-Sieg gegen Dänemark wurde er zur zweiten Hälfte eingewechselt und zeigte prompt, warum er so unglaublich wichtig ist: De Bruyne überragte gegen die Skandinavier, legte erst den Ausgleich von Thorgan Hazard auf und besorgte das Siegtor kurz darauf selbst. Vom „Kicker“ gab es die Note 1 für den Weltstar von Manchester City. Manchmal kann es einen wundern, dass der 29-Jährige wirklich mal für Werder gespielt hat (2012/2013). Das Achtelfinale haben die Belgier sicher.

Florian Grillitsch und Marko Arnautovic

Der eine bisher nur eine Randnotiz, der andere gleich voll in den Schlagzeilen – und beide mit Österreich noch im Rennen ums Achtelfinale. Einen Sieg (den ersten in der EM-Geschichte der ÖFB-Elf!) und eine Niederlage gab es aus den ersten beiden Spielen. Beim 3:1-Erfolg gegen Nordmazedonien steuerte Marko Arnautovic (Shanghai Port) den Treffer zum Endstand bei – und schwächte sein Team danach selbst. Wegen Beleidigungen beim Torjubel in Richtung eines Nordmazedoniers – es standen sogar Rassismus-Vorwürfe im Raum – wurde der 32-Jährige für ein Spiel gesperrt. Damit war er nur Zuschauer bei der 0:2-Pleite gegen die Niederlande, während der der andere Ex-Bremer, Florian Grillisch (TSG Hoffenheim), eingewechselt wurde und seine erste halbe Stunde Turnierluft schnupperte. Am Montag spielt die ÖFB-Elf gegen die Ukraine (ebenfalls drei Punkte) ums Weiterkommen.

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Davy Klaassen

Das kennt er eigentlich gar nicht – ein Dasein als Bankdrücker. Bei der EM ist es aber für Klaassen enttäuschende Realität. Bei beiden Siegen der Niederländer (3:2 gegen die Ukraine, 2:0 gegen Österreich) saß der Ex-Star von Werder, der heute bei Ajax Amsterdam sein Geld verdient, jeweils 90 Minuten auf der Bank.

Laszlo Kleinheisler

Nach knapp anderthalbjähriger Auszeit im Nationaltrikot gehört Laszlo Kleinheisler (NK Osijek) wieder zum Stamm der Ungarn. Vielleicht nicht ohne Grund: In der 78. Minute ging der 27-Jährige gegen Portugal vom Feld, wenig später langte der Europameister von 2016 satte drei Mal zu – 0:3. Gegen Weltmeister Frankreich sorgten Kleinheisler und die Ungarn dann für Aufsehen, indem sie sich ein 1:1 erkämpften.

Serge Gnabry

Der einzige deutsche EM-Teilnehmer mit Werder-Vergangenheit (27 Spiele und elf Tore in der Saison 2016/17) gehört bei Bundestrainer Joachim Löw zum Stammpersonal. Doch trotz üppiger Spielzeit (74 Minuten gegen Frankreich, 87 Minuten gegen Portugal) ist der Bayern-Stürmer als vorderste deutsche Spitze noch ohne Tor und Torbeteiligung. Dennoch hat Gnabry bislang nicht enttäuscht.    

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