Werder präsentiert Jannik Vestergaard

Experte für Wunder

Jannik Vestergaard (22) ist nun endgültig Werderaner. Der Däne hat am Dienstag einen Vertrag bis 2018 unterschrieben und wird schon am Mittwoch erstmals in Bremen trainieren.
27.01.2015, 13:09
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Von Andreas Lesch
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Werder-Neuzugang Jannik Vestergaard hat sich am Dienstag im Weserstadion den Journalisten vorgestellt..

dpa

Werders Geschäftsführer Thomas Eichin schwärmt von dem Dänen, der aus Hoffenheim kommt. Er will nun in der Winterpause keinen Spieler mehr verpflichten. Ob er noch einen abgibt, lässt er offen.

Da steht er also jetzt, der Mann, der sich der Flut entgegenstellen soll. Der Gegentorflut, die auch in dieser Saison wieder über Werder hereingebrochen ist. Jannik Vestergaard, Innenverteidiger, Däne, 22 Jahre jung, von den Bremern soeben unter Vertrag genommen bis zum 30. Juni 2018.

Sehr blond ist er und sehr groß, 199 Zentimeter. Vestergaard sagt: „Ich glaube, dass es eine geile Rückrunde wird.“ Wer ihm in die Augen schaut, der ahnt, dass das mehr sein könnte als eine Floskel. Denn wenn er lacht, dann lachen die Augen mit. Dann ahnt man, dass der Neue in Bremen tatsächlich ein optimistischer Mensch ist. So einen können sie hier gebrauchen.

In Hoffenheim, erzählt Vestergaard, habe er eine Situation erlebt, die sei viel schlimmer gewesen als die in Bremen. Im Winter der Saison 2012/2013 habe Hoffenheim nach der Hinrunde 12 Punkte gehabt, aber schon drei Trainer. „Dann sind fast Wunder passiert. Als es richtig dunkel aussah, ging’s trotzdem weiter.“

Mittlerweile ist Hoffenheim auf dem Weg, ein Spitzenklub zu werden. Wie kann es da sein, dass Vestergaard seinen Wechsel in den Abstiegskampf als Karriereschritt begreift und als „Superchance für mich“?

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Die Hoffenheimer und er hätten unterschiedliche Vorstellungen davon gehabt, wo er auf dem Platz hingehört, berichtet Vestergaard. Sie hätten ihn als Experten fürs defensive Mittelfeld gesehen, er dagegen fühle sich als Innenverteidiger am wohlsten. So ist er zum Ersatzmann geworden, und so kamen die Bremer zu der Chance, ihn zu verpflichten.

Rund 2,5 Millionen Euro Ablöse sollen sie für Vestergaard gezahlt haben, und wer hört, wie Thomas Eichin von ihm schwärmt, der muss Großtaten von dem Dänen erwarten. Vestergaard sei kopfballstark, vorn wie hinten, er sei beidfüßig und auf dem Feld sehr präsent. „Ein absoluter Glücksgriff“ sei der Innenverteidiger, lobt Werders Geschäftsführer und betont, es sei normalerweise für einen Klub wie seinen kaum möglich, einen Spieler mit so einem Potenzial zu bekommen.

Nun hat er ihn aber bekommen – und damit gleich die nächste Personalfrage aufgeworfen: Hat Werder jetzt einen Innenverteidiger zu viel? Ist der Klub, der sparen muss, mit Sebastian Prödl, Alejandro Galvez, Assani Lukimya, Luca Caldirola, Oliver Hüsing und Vestergaard in der Mitte der Viererkette nicht etwas üppig besetzt?

Kann es sein, dass einer der Abwehrleute in diesem Winter noch geht? „Das ist erst mal nicht geplant“, sagt Eichin. Werder sei da „sicherlich flexibel, aber das muss jetzt nicht sein. Dieses Luxusproblem leisten wir uns gerne.“ Speziell den Italiener Caldirola, der zuletzt meist auf der Ersatzbank saß, würde der Verein bei einem passenden Angebot aber gewiss nicht am Weggang hindern.

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Auch die Verhandlungen mit Prödl kann Eichin nun entspannter angehen. Er muss den Österreicher, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, nun nicht mehr so dringend halten. Dass Vestergaard allein wegen seiner Kopfballstärke Prödl ersetzen könne, sei sicher ein Grund gewesen, ihn zu verpflichten, merkt der Geschäftsführer an.

Eichin wirkt sehr zufrieden an diesem Tag. Er findet, dass er in diesem Winter eine gute Transferpolitik gemacht hat. Die Ersatzkräfte Eljero Elia, Ludovic Obraniak und Nils Petersen hat er durch Leihgeschäfte von der Lohnliste herunterbekommen, und in Levin Öztunali und Vestergaard hat er frische, talentierte Feldspieler geholt.

„Wir haben die Aufgaben erledigt, die wir machen wollten.“ Verpflichten werde er für das Bundesliga-Team in dieser Transferperiode niemanden mehr: „Man kann ausschließen, dass wir noch irgendwas im Zugangsbereich machen.“

Immerhin hat er jetzt Vestergaard. In Hoffenheim hat der die Rückennummer 29 gehabt. In Bremen war sie nicht mehr frei. Da hat er die 7 genommen. „Ich habe gedacht: Warum nicht?“, erzählt Vestergaard. Die 7, sagt er, verbinde man ja meistens mit Cristiano Ronaldo. So wie der werde er durch die Nummer aber nicht. Er bleibe, wie er ist. Er muss ja auch nicht gleich alle Tore schießen. Wenn er viele verhindert, ist das für den Anfang schon mal gut.

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