Extremer Schneefall droht Werder mit Plan B nach Bielefeld

Das Wetter könnte speziell am Sonntag durchaus ungemütlich werden - und damit auch die Spiele der Fußball-Bundesliga betreffen. Werder und Bielefeld bereiten sich jedenfalls vor.
05.02.2021, 16:12
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Von Carsten Sander und Daniel Cottäus

Nur 190 Kilometer – näher dran an Bremen als Bielefeld ist kein anderer Bundesliga-Standort. Und dennoch kann die Auswärtsfahrt zum Spiel am Sonntag, 18.00 Uhr, für den SV Werder zu einer der ungemütlichsten und zeitlich gesehen längsten der Saison werden. Grund: das mögliche Schneechaos im Norden Deutschlands. Während Werder vorsorglich sogar eine zweite Übernachtung in Ostwestfalen einplant, hat die Arminia ebenfalls schon besondere Vorkehrungen getroffen und eine „Einsatz-Nottruppe“ zusammengestellt. Deren Hauptaufgabe könnte es werden, bis zum Anpfiff das Weiße vom Grünen zu bekommen.

Der Wetterbericht sagt für den Raum Bielefeld für den Sonntag leichten bis mäßigen, aber beständigen Schneefall voraus. Das Ganze bei Temperaturen von -4 bis -9 Grad und stürmischem Ost-Wind. Aber wie es wirklich wird, weiß derzeit niemand. Daniel Mucha, Leiter Medien und Kommunikation bei der Arminia, sagt auf Nachfrage der DeichStube: „Wir sind auf alles vorbereitet. Wenn es stark schneien sollte, werden wir versuchen, den Platz zu räumen.“ Früher wurden für solche Spezialeinsätze gerne Fans rekrutiert, die dann mit Schneeschiebern beherzt das Problem beseitigten. Geht aktuell aber nicht – wegen Corona. Die Bielefelder haben deshalb eine gewisse Anzahl an Club-Mitarbeitern in Alarmbereitschaft versetzt. Die Kollegen sollen sich für das Wochenende nichts vornehmen, um als schnelle Helfer Schnee schippen zu können. Die Rasenheizung in der Schüco-Arena läuft zudem zwar unter Volllast, mit stärkerem Schneefall würde sie aber nicht klarkommen. Weil tief in der Erde verlegt, kann sie zwar gefrorenen Boden auftauen, aber nicht weiter oben Schneemassen schmelzen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt vertraut freilich darauf, dass sein Team am Sonntag auf Rasen und nicht auf Schnee spielen muss. „Wir haben vernommen, dass Bielefeld alles Menschenmögliche unternimmt, um den Platz in einen guten Zustand zu bringen. Wovon wir auch erstmal ausgehen.“ Aber was, wenn es nicht gelingt? „Dann müssen wir Lösungen dafür finden“, sagt Kohfeldt und meint fußballerische Lösungen: „Wenn Kombinationsfußball nicht möglich ist, müsste es anders gehen. Da hilft jetzt auch kein Klagen und Jammern, wie es ist, wird man erst im Spiel selbst sehen.“

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Besondere Vorkehrungen für die Spieler sind zunächst nicht vorgesehen. Die angekündigten Temperaturen sind laut Kohfeldt „noch im vertretbarenBereich. Mir wurde bislang versichert, dass wir für den sportlichen Bereich keinerlei Einschränkungen zu befürchten haben.“

Im organisatorischen Bereich könnte der Werder-Staff aber besonders gefordert werden. Denn die Frage, ob der Tross mit den zwei Mannschaftsbussen nach dem Spiel auch wieder gefahrenfrei nach Bremen zurückkehren kann, wird sich ebenfalls erst am Sonntag beantworten lassen. Für den Fall, dass die Straßen zwischen Bielefeld und Bremen dann wegen Schnee und Eis nicht befahrbar sein sollten, würde Werder noch eine Nacht in Ostwestfalen dranhängen. Das sei kein Problem, heißt es.
Und neu wäre es auch nicht. Vor fast genau drei Jahren ist Werder nach einem 0:1 beim SC Freiburg im Breisgau hängengeblieben. Damals war das Flugzeug, das vom Airport Basel aus starten sollte, nach einem plötzlichen Wintereinbruch vereist, konnte nicht abheben.

Die Deichstube ist die Werder-Redaktion des WESER-KURIER. Im Internet unter www.deichstube.de oder als App für iPhone und Android-Handys.

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