Vor Bundesliga-Duell Mehr als nur der Ex-Club: Ducksch bereit für die alte Heimat Dortmund

Borussia Dortmund ist für Marvin Ducksch mehr als nur ein ehemaliger Arbeitgeber. Der Stürmer wuchs quasi auf dem Bolzplatz im Ruhrgebiet auf. Nun geht es für ihn mit Werder Bremen zurück in die alte Heimat.
17.08.2022, 20:09
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Daniel Cottäus

Die entscheidende Frage wurde Marvin Ducksch am Mittwoch während des Pressetermins im Weserstadion gleich zu Beginn gestellt: Wird es was mit einem Einsatz beim BVB? Da sich der Werder-Stürmer seit ein paar Tagen mit muskulären Problemen plagt, war es noch offen gewesen, ob er für das Duell gegen seinen Ex-Verein Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr) zur Verfügung stehen würde – sprich: ob die Berichterstattung über ihn im Vorfeld eher vorfreudig-entschlossen, oder doch enttäuscht und ernüchtert ausfällt. Ducksch' Antwort: „Es sieht sehr, sehr gut aus. Ich bin mir sicher, dass ich ab Donnerstag wieder mit dem Team trainieren kann.“

Die Geschichte vom Fußballer, der auf seinen alten Verein trifft, kann an dieser Stelle also erzählt werden, was schön ist – schließlich ist der BVB für Marvin Ducksch mehr als nur ein ehemaliger Arbeitgeber. Viel mehr.

Lesen Sie auch

Ducksch, 1994 in Dortmund geboren und quasi auf einem Bolzplatz mitten im Ruhrgebiet aufgewachsen, bekommt sofort strahlende Augen, wenn es um Borussia Dortmund geht. „Für mich gab es früher nur diesen Verein. Deshalb wird er auch immer ein Teil von mir sein“, sagt der 28-Jährige, der einst die komplette Jugendabteilung des BVB durchlief und es später – unter Cheftrainer Jürgen Klopp – auf sechs Bundesligaeinsätze für Schwarz-Gelb brachte. Seine Mitspieler damals: Robert Lewandowski, Marco Reus, Emerick Aubameyang, Mats Hummels. „Ich habe wirklich alles dafür getan, um es in diese tolle Mannschaft zu schaffen“, blickt Ducksch zurück, dessen Weg in der Folge aber weg aus Dortmund führen sollte.

Per Leihe nach Paderborn, danach verkauft an den FC St. Pauli, später über Holstein Kiel, Fortuna Düsseldorf und Hannover 96 schließlich zu Werder – und mit den Bremern nun erstmals zurück an den alten Sehnsuchtsort Signal-Iduna-Park. „Für mich ist es definitiv das Highlight-Spiel der Saison. Vor über 80.000 Fans beim BVB aufzulaufen, ist für jeden Spieler ein Höhepunkt. Für mich als gebürtigen Dortmunder aber noch einmal ganz besonders“, betont Ducksch, der auf die Frage, ob er heute noch BVB-Fan sei, innerhalb eines Sekundenbruchteils mit „Ja“ antwortet.

Für mich gab es früher nur diesen Verein. Deshalb wird er auch immer ein Teil von mir sein.
Marvin Ducksch

An Ducksch' Ziel für den dritten Bundesligaspieltag ändert das aber nichts: Mit Werder will er der alten Liebe wehtun. „Wir wollen drei Punkte holen“, sagt der Stürmer, dem die bisherigen Auftritte seiner Mannschaft ein gutes Gefühl geben. Sowohl beim 2:2 in Wolfsburg als auch beim 2:2 gegen Stuttgart sei doch zu sehen gewesen, „dass wir unseren Fußball durchziehen wollen“, sagt Ducksch. „Wir sind da auf einem guten Weg.“

Als im Gespräch mit den Journalisten irgendwann das Thema aufkommt, dass Ducksch an den ersten zwei Spieltagen ohne Treffer geblieben ist, ändert sich die Stimmung im Medienraum. Nicht schlagartig, auch nicht um 180 Grad, aber es ist deutlich zu spüren, dass den Stürmer, der Werder im Vorjahr mit 20 Toren zum Aufstieg geschossen hatte, das Thema nervt. „Es ist ja in den Medien schon geschrieben worden, dass es bei mir wieder nicht klappt mit der Bundesliga“, sagt Ducksch – und stellt klar: „Ich habe bisher ein Tor vorbereitet und eines mit eingeleitet. Ich messe mich nicht an eigenen Toren, sondern versuche, der Mannschaft mit Leistung zu helfen.“ Alles Weitere komme dann schon von selbst.

Lesen Sie auch

Vor seiner Bremer Zeit hat Ducksch insgesamt 31 Bundesligaspiele für Dortmund (6), Paderborn (9) und Düsseldorf (16) bestritten – seine Ausbeute: zwei Tore, eine Vorlage. Es sind Zahlen, die dazu beitragen, dass Ducksch' erstes Bundesligajahr mit Werder gemeinhin als nächster Anlauf des Stürmers gewertet wird, endlich auch im Oberhaus abzuliefern. Ein Tor im Auswärtsspiel beim BVB wäre da fraglos ein besonderes Ausrufezeichen – zumal es mehrere Dortmund-Fans gibt, die es im Stadion bejubeln würden.

„In meiner Familie und in meinem Freundeskreis gibt es krasse Dortmund-Fans“, erzählt Ducksch, ist sich aber sicher: „Am Samstag werden sie alle hinter mir stehen und eher mir die Daumen drücken als dem BVB.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+