Werder verpflichtet argentinischen Nationalstürmer Franco Di Santo als große Hoffnung

Bremen. Die Suche nach einem neuen Stürmer ist vorbei. Am Mittwoch hat der 24-jährige Argentinier Franco Di Santo, der zuletzt in England bei Wigan Athletic spielte, in Bremen einen Dreijahresvertrag unterschrieben.
15.08.2013, 05:00
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Franco Di Santo als große Hoffnung
Von Olaf Dorow

Bremen. Die Suche nach einem neuen Stürmer ist vorbei. Gestern hat der hoch aufgeschossene 24-jährige Argentinier Franco Di Santo, der zuletzt in England bei Wigan Athletic spielte, in Bremen einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Er ist ablösefrei. Werder ist froh, ihn bekommen zu haben. Di Santo sei hoch veranlagt und habe Riesenpotenzial, sagt Sportchef Thomas Eichin. Getroffen hat Di Santo in England zuletzt allerdings höchst selten.

Die Sache geht schon fast ein halbes Jahr lang. Im März, kurz nachdem Thomas Eichin als neuer Sportchef in Bremen angefangen hatte, wurde der Stürmer Franco Di Santo Werder angeboten. Er wurde aber nicht Eichins erster Neueinkauf. Eichin wartete. Auch der Spieler und sein Management warteten.

Di Santo, 24 Jahre alt und nach bislang drei Kurzeinsätzen in der Auswahl auch argentinischer Nationalspieler, war ein ordentliches Gehalt gewohnt. Sein Verein Wigan Athletic stieg zwar am Ende der Saison ab. Doch es war immerhin die umsatzstarke Premier League, in der er sein Geld verdiente. Der Vertrag lief aus. West Bromwich, Swansea und andere sollen interessiert gewesen sein.

Es wurde Werder. Eichin half auch der neue Glanz der Bundesliga, um den "hoch veranlagten Spieler" zu bekommen. Die Bundesliga, die zuletzt beide Finalisten der Champions League stellte, sei eine der gefragtesten Ligen der Welt, sagt Eichin, "und wer Werder Bremen ist, musste ich ihm nicht erst erzählen". Das Warten könnte sich gelohnt haben, so sieht man es bei Werder.

Di Santo erhält einen Dreijahresvertrag und Werder, anders als zuletzt bei Kevin De Bruyne, die kompletten Transferrechte. "Wenn wir ihn hinkriegen, dann werden wir richtig Freude an ihm haben", sagt Eichin über Di Santo. Der Manager meint das sowohl aufs Fußballerische als auch auf den Marktwert bezogen. Am Dienstag hatte der Neue in Bremen den Medizincheck absolviert. Heute soll er im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg (Sonnabend, 15.30 Uhr) vorgestellt werden.

Ob er am Sonnabend vom Bremer Publikum auch gleich unter die Lupe genommen werden kann, ist noch nicht geklärt. Di Santo, der vor mehr als fünf Jahren vom FC Chelsea aus Chile nach Europa geholt wurde und über die Ausleihstation Blackburn Rovers schließlich 2010 bei Wigan landete, hielt sich zuletzt mit einem Privattrainer statt in einem Mannschaftstraining fit. Er würde aber gern und viel trainieren, sagt Eichin, und drei Kilo Übergewicht müsse man sich auch nicht vorstellen beim nun zweiten Argentinier in der Werder-Geschichte. Rodolfo Cardoso war vor 18 Jahren der erste.

Werder-Trainer Robin Dutt lobte erst mal seinen Geschäftsführer, bevor er seinen neuen Spieler lobte. "Thomas Eichin hat gute Arbeit geleistet", sagt Dutt. Di Santo, der wegen seiner Vorfahren neben dem argentinischen auch einen italienischen Pass besitzt, sei ein technisch guter und auch schneller Spieler. Vor allem: Er würde ins System passen. Dutt hatte sich im Laufe der Saisonvorbereitung mit seinen Spielern auf ein 4-3-3-System verständigt. Die drei offensivsten Spieler sollen dabei sowohl in der Mitte als auch außen zu Werke gehen können. Dutt sagt, dass das auf Di Santo zutrifft. Dutt ist auch von den Körpermaßen seines Neuen angetan. Der ist 1,93 Meter groß und würde eine gewisse Präsenz auf dem Platz verkörpern. "Präsenz kann nicht schaden", sagt Dutt.

Als Typ sei Di Santo, der in Mendoza nahe der chilenischen Grenze aufwuchs, "sehr offen und aufgeschlossen". Eichin sagt: "Er hat keine negativen Macken." Dutt erzählt, ihm sei wichtig gewesen, dass verschiedene Leute im Klub das vorliegende Videomaterial begutachtet hätten. Wenn dann sieben von zehn überzeugt wären, sei das schon mal ganz gut. Im Fall Di Santo seien sogar zehn von zehn überzeugt gewesen. "Er war einer derjenigen, wo alle gesagt haben: Ja, das ist es", sagt Dutt.

Da fiel dann wohl die durchaus ausbaufähige Trefferquote nicht ins Gewicht, die man über Di Santos Karriere in der Premier League nachschlagen kann. Für Blackburn war es ein Tor bei 22 Einsätzen. Für Wigan spielte er 91-mal in der Liga. Unterm Strich stehen 13 Tore. Dutt und Eichin sind jedoch guter Hoffnung. "Wir hoffen", sagt Dutt, "dass er in puncto Schnelligkeit und Torgefahr einiges bewegt."

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