Werder Bremen Fritz beginnt mit der Reha

Bremen. Es ist bislang nicht die Saison von Clemens Fritz. Nach Adduktorenproblemen und Grippe wird er jetzt von einem Jochbein- und Rippenbruch außer Gefecht gesetzt. Am heutigen Mittwoch will Fritz mit der Reha beginnen.
12.03.2013, 20:15
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Fritz beginnt mit der Reha
Von Patrick Hoffmann

Bremen. Es ist bislang nicht die Saison von Clemens Fritz. Erst leidet Bremens Mittelfeldspieler wochenlang unter Adduktorenproblemen, dann setzt ihn eine Grippe außer Gefecht. Und jetzt ist er erneut verletzt.

Die Nacht von Sonnabend auf Sonntag war kurz gewesen. Am späten Abend hatte sich Clemens Fritz gemeinsam mit seinen Bremer Mannschaftskollegen von Mönchengladbach aus auf den Weg zurück nach Bremen gemacht. Gegen 1 Uhr waren sie am Weserstadion angekommen, von da aus ging es dann für Fritz direkt ins Klinikum Bremen-Mitte. Der Fußballprofi hatte nach dem Spiel über Schmerzen im Gesicht und am Rücken geklagt, und Mannschaftsarzt Götz Dimanski war es deshalb ganz lieb, Fritz doch besser einmal gründlich untersuchen zu lassen.

Lesen Sie auch

Im Klinikum Bremen-Mitte stellen die Ärzte einen Rippenbruch fest. Außerdem, sagen sie, sei auch noch das Jochbein gebrochen. Fritz ist überrascht. "Mit dieser Diagnose habe ich nicht gerechnet", sagt er. Sein erster Gedanke: "Scheiße!" Gegen halb drei in der Früh wird er zu einem Augenspezialisten ins Krankenhaus St.-Joseph-Stift gebracht. Dort untersuchen die Ärzte seinen Augendruck, können aber schnell Entwarnung geben. Irgendwann zwischen drei und vier, gut sieben Stunden nach dem Schlusspfiff in Mönchengladbach, ist er dann endlich zu Hause.

Lesen Sie auch

Zwei Tage später geht es Clemens Fritz "so weit ganz gut", wie er sagt. Der 32-Jährige hat immer noch Schmerzen an der Rippe, vor allem bei unkontrollierten Bewegungen. Sein Gesicht ist unterhalb des rechten Auges ein bisschen angeschwollen. Vier Wochen wird er nun mindestens ausfallen. Mal wieder in dieser Saison. Schon in der Hinrunde hatte Fritz aufgrund einer Sehnenzerrung am Ansatz des Adduktors mehrere Wochen gefehlt. In der Winterpause kämpfte sich der Mannschaftskapitän dann zurück in die Startelf, flog im Nordderby beim Hamburger SV aber gleich wieder mit Gelb-Roter Karte vom Platz und durfte deshalb gegen Hannover 96 nur zusehen. Fritz kam abermals zurück, bevor ihn eine Grippe erneut für zwei Wochen ausbremste. Und nun setzt ihn also ein Jochbein- und Rippenbruch wochenlang außer Gefecht.

Clemens Fritz könnte jetzt sein Leid klagen. Er könnte aufzählen, was für ein Pech er momentan hat. Macht er aber nicht. "Natürlich ist das für mich ärgerlich", sagt er. Aber wenn man die vergangenen Jahre betrachtet, sagt Fritz, dann ist er da als Profi schon "gut durchgekommen". Mit anderen Worten: Er ist einigermaßen verletzungsfrei geblieben. Und überhaupt: "Es gibt doch viel schlimmere Verletzungen als diesen Rippen- und Jochbeinbruch."

Der gebürtige Erfurter weiß, wovon er spricht. Im Juli 2004, ein Jahr nach seinem Wechsel vom Karlsruher SC zu Bayer Leverkusen, bricht sich Fritz in einem Testspiel das Wadenbein. Er muss mehrmals operiert werden, die Heilung verläuft schleppend. 16 Monate kann Fritz kein Fußball spielen, er spricht rückblickend von einem großen Rückschlag und dass er nur darüber spekulieren könne, wie sehr ihn das in seiner Laufbahn zurückgeworfen hat. Als junger Spieler, sagt Fritz heute, "ist eine Verletzung natürlich viel schlimmer." Fritz aber gehört längst zu den erfahrenen Profis im Bundesligageschäft, er weiß mit solchen Negativerlebnissen umzugehen. "Ich kann das doch eh nicht beeinflussen. Also denke ich jetzt nicht so viel über meine Verletzung nach", sagt er. "Vielleicht liegt das ja daran, dass ich schon ein bisschen was mitbekommen habe in den vergangenen Jahren."

Er will jetzt einfach nur so schnell wie möglich wieder gesund werden, um der jungen Bremer Mannschaft bald wieder auf dem Platz helfen zu können. Wenn alles gut geht, und wenn die Rippe nicht mehr solche Schmerzen verursacht, dann will er bereits heute mit der Reha beginnen. Am Sonnabend, im Heimspiel gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth, wird Fritz dann von der Tribüne aus verfolgen, wie sich seine Kollegen gegen den Aufsteiger präsentieren. Auch wenn ihm die Zuschauerrolle eigentlich so gar nicht gefällt. "Ist doch klar: Als Fußballer ist es immer ungünstig, die Spiele von der Tribüne aus zu verfolgen."

Er ist aber zuversichtlich, dass Werder auch ohne ihn den leichten Aufwärtstrend fortsetzen wird. "Wir standen in Mönchengladbach sehr kompakt", sagt Fritz. Und was ihn besonders gefreut hat: "Wir sind nach dem 0:1 wieder zurückgekommen."

Wenn in dieser Saison ein Bremer weiß, wie wichtig es ist, immer wieder zurückzukommen, dann ist das Clemens Fritz.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+