Werder Bremen Fritz denkt erst und redet dann

Bremen. Bei Werder Bremens Abwehrspieler Clemens Fritz wirkt das Amt als Kapitän der Grün-Weißen anscheinend wie ein Jungbrunnen. Seine bedachte und intelligente Art verschafft Fritz im Mannschaftskreis und bei den Vorgesetzten Respekt.
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Bremen. Der Witz liegt nahe - aber wer kommt schon auf die Idee, Clemens Fritz als "alten Fritz" zu bezeichnen? Der 30-Jährige ist seit ein paar Wochen der neue Chef im Bremer Spielerkreis, und das Amt als Kapitän wirkt anscheinend wie ein Jungbrunnen auf ihn.

Nach weniger erfolgreichen Jahren mit vielen Verletzungen und dem "Rauswurf" aus der Nationalmannschaft nach der Fußball-EM 2008 und 22 Länderspielen hat der Erfurter als Lenker und Dauerläufer im Mittelfeld offenbar seine Bestimmung gefunden.

"Wir sind froh, solch einen Kapitän zu haben." Ein viel größeres Lob als das von Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs ist sicherlich kaum vorstellbar im harten Geschäft Fußball-Bundesliga. Doch Fritz hat sich die Meriten hart erarbeitet. Als der Blondschopf vor fünf Jahren aus Leverkusen kam, setzte er sich als rechter Verteidiger gleich gegen den als gesetzt geltenden Patrick Owomoyela durch, wurde zum Nationalspieler und wenig später zu einem Wortführer im Mannschaftsrat. Nach dem Wechsel von Per Mertesacker zum FC Arsenal gab es intern keine Zweifel am Nachfolger.

"Er überlegt erst und wägt ab"

"Bevor er etwas sagt, macht er sich Gedanken", erklärt Trainer Thomas Schaaf. "Er überlegt erst und wägt ab." Diese bedachte, intelligente Art verschafft ihm Respekt - im Mannschaftskreis und bei den Vorgesetzten. Sein Wort hat Gewicht. Und seine sportlichen Leistungen machen ihn auch auf dem Platz unverzichtbar. Dabei kommt ihm seine Vielseitigkeit zugute, wie Schaaf betont. Denn was viele längst vergessen haben: Fritz ist gelernter Stürmer. Erst nach dem Wechsel vom Karlsruher SC zu Bayer Leverkusen wurde er zum Verteidiger umgeschult.

"Diese Schule hilft ihm", sagt Schaaf. "Er hat an Souveränität gewonnen und setzt das im Moment hervorragend um." Der Kapitän spielt stark und setzt sich für seine Mitspieler ein. Schaaf: "Er füllt die neue Rolle prima aus." Und die Aufgabe macht ihm Spaß. "Da ich vorher schon im Mannschaftsrat war, wurde ich nicht ins kalte Wasser geworfen", sagt Fritz im Interview mit der Webseite eurosport.com.

Fritz ist mehr als ein Diplomat

"Ich habe ein offenes Ohr für die Fragen und Anliegen der Spieler und achte auch selbst darauf, ob mir etwas auffällt. Wir sind eine große Gruppe, die Erfolg haben möchte, dafür vermittle ich zwischen Mannschaft und Trainer." Doch Clemens Fritz ist mehr als ein Diplomat. "Er ist ein sehr guter Vertreter WerderBremens", sagt Allofs. Ganz und gar kein "alter Fritz". (dapd)

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