Spielbericht Füllkrug und Ducksch treffen: Werder besiegt Schalke mit 2:1

Die "hässlichen Vögel" treffen: Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch schießen den SV Werder im Heimspiel gegen Schalke 04 zum 2:1-Sieg. Unser Spielbericht.
05.11.2022, 20:28
Lesedauer: 4 Min
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Von Björn Knips und Daniel Cottäus

Wenn es läuft, dann läuft es einfach: Der SV Werder Bremen hat sich am Samstagabend zu einem schwer erkämpften 2:1 (1:0)-Heimsieg gegen den FC Schalke 04 gezittert, dabei aber mit umso schöneren Toren geglänzt. Niclas Füllkrug (30.) und Marvin Ducksch (76.) sorgten dafür, dass Mitaufsteiger Schalke einen Negativrekord des Karlsruher SC aus dem Jahr 1981 eingestellt hat. Die Knappen blieben trotz des späten Anschlusstreffers von Dominick Drexler (89.) auch im 35. Bundesliga-Auswärtsspiel in Folge sieglos. Das Team vom neuen Coach Thomas Reis zeigte zwar eine engagierte Leistung, hatte aber eben nicht einen Füllkrug, Ducksch oder auch Mitchell Weiser (zwei super Vorlagen) in seinen Reihen. Werder stockte das Punktekonto nach 13 Spielen auf 21 Zähler auf und kann sich als Tabellenachter ganz entspannt auf die Partie am Dienstag beim FC Bayern München (20.30 Uhr) freuen. Fraglich ist allerdings, ob Füllkrug dabei sein wird. Der Angreifer musste wegen Rückenproblemen nach einer Stunde ausgewechselt werden, feierte aber immerhin nach Spielschluss mit den Kollegen. 

Werner sorgt mit Aufstellung für Verwunderung

Werder-Coach Ole Werner hatte mit seiner Aufstellung durchaus für Verwunderung gesorgt – allerdings unfreiwillig. Denn auf der linken Seite gab es große Personalprobleme. Der etatmäßige Außenverteidiger Anthony Jung konnte angeschlagen nur auf der Bank sitzen, dessen Ersatz Lee Buchanan war krankheitsbedingt gar nicht dabei. Da in Felix Agu eine weitere Alternative verletzt fehlte, setzte Werner eben auf Marco Friedl – immerhin Linksfuß und Verteidiger. Der Kapitän, dessen Rotsperre glücklicherweise verkürzt worden war, hat auch früher schon mal außen ausgeholfen, aber dann in einer Viererkette und nicht so offensiv wie jetzt mit einer Dreierkette. Die bildeten Amos Pieper, Milos Veljkovic und Niklas Stark. Rechts agierte Mitchell Weiser. Als Sechser erhielt wieder Ilia Gruev den Vorzug vor Christian Groß. Romano Schmid und Leonardo Bittencourt sollten die Angreifer Marvin Ducksch und Niklas Füllkrug in Szene setzen.
„Ich erwarte ein Duell auf Augenhöhe, unsere Spiele waren in dieser Saison alle eng. Die Mannschaften sind beide Aufsteiger, die finanziellen Voraussetzungen sind bei beiden Clubs ähnlich, daher gehe ich von einem engen Spiel aus“, meinte Werner vor dem Anpfiff bei Sky – ungeachtet der Tabelle mit Werder auf Rang acht und Schalke auf Platz 18.

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Seiner Mannschaft war das offenbar nicht ganz so bewusst, Veljkovic und Co. begannen viel zu sorglos, gestatteten Marius Bülter gleicheine große Chance, immerhin war Keeper Jiri Pavlenka schon auf Zack (3.). Die Gäste kamen immer wieder über die von Werder schlecht verteidigten Flügel vor das Bremer Tor – und in der 16. Minute klingelte es dann auch: Alex Kral traf mit einem abgefälschten Schuss zum 1:0. Doch der Video-Assistent beendete den Schalker Jubel. Weil Kenan Karaman zuvor im Abseits gestanden hatte, nahm Schiedsrichter Dr. Felix Brych den Treffer richtigerweise zurück.

Immerhin war Werder jetzt wach und legte endlich selbst den Vorwärtsgang ein. Doch es ruckelte zunächst noch im Angriffsspiel, weil die Achter Schmid und Bittencourt und auch Stürmer Ducksch noch nicht so wirklich gut funktionierten. Im Gegensatz zu einem anderen Trio: Gruev verlagerte das Spiel in bester Zlatko-Junuzovic-Manier auf Weiser, der nicht nur Gegenspieler Tobias Mohr stehen ließ, sondern auch Füllkrug per Hacke bediente. Eine Weltklasseaktion, die Füllkrug mit seinem Hammer zum 1:0 veredelte (30.). Das mit 42.100 Zuschauern ausverkaufte Weserstadion bebte. Gefeiert wurde dabei nicht nur der tolle Treffer, sondern ganz gewiss auch Füllkrugs zehntes Saisontor und nächstes Ausrufezeichen im Kampf um einen Platz im WM-Kader. Da hatte sich Töchterchen Emilia als perfekte Glücksbringerin erwiesen. Hand in Hand mit dem Papa war sie vor dem Anpfiff eingelaufen – was für eine süße Szene.

Umkämpftes Spiel 

Im Spiel gab es weniger Herzlichkeiten, da ging es ordentlich zur Sache. Die Schalker wollten sich unter ihrem neuen Coach Thomas Reis förmlich aus der Krise kämpfen. Dabei zeigten sie sich auch vom Gegentreffer wenig beeindruckt, blieben nach vorne mutig, belohnten sich aber nicht: So traf Simon Terodde per Kopf nur den Pfosten (38.).
Glück für Werder, aber auf der anderen Seite verpasste auch Ducksch nach feiner Füllkrug-Vorarbeit nur knapp einen weiteren Treffer. So ging die Führung zur Pause durchaus in Ordnung, aber es blieb das von Werner prophezeite „enge Spiel“.

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Zumal Werder nach der Pause wie schon zu Beginn der Partie große Probleme bei der Zuordnung im Mittelfeld hatte. Schalke kam immer wieder gefährlich durch, doch Veljkovic (gegen Kral) und Pieper (gegen Terodde) konnten gerade noch retten (55.). Entlastung gab es fast nur noch durch Füllkrug – und ausgerechnet der musste nach knapp einer Stunde vom Feld. Ganz offensichtlich wegen Rückenschmerzen. Der Japaner Maya Yoshida hatte ihn im Luftkampf hart bearbeitet. Nach einer schweren Verletzung sah es nicht aus, eher nach einer Vorsichtsmaßnahme.

Für Füllkrug kam Oliver Burke – und wenig später Groß für Gruev, der sich an der Leiste verletzt hatte. Zudem ersetzte Jung Kapitän Friedl (68.). An der Statik des Spiels änderte das wenig. Schalke drückte weiter, hatte aber Mühe, nach dem von Pavlenka parierten Fernschuss von Kral (66.) zu weiteren echten Chancen zu kommen. Das Tohuwabohu im Bremer Strafraum war nichts für schwache Nerven, weder für die grün-weißen noch für die königsblauen. Bis Ducksch mit dem 2:0 für klarere Verhältnisse sorgte. Nach einem Traumpass von Weiser überlupfte er Keeper Alexander Schwolow (76.). Ein sehenswerter Treffer!
Die Entscheidung war das aber noch nicht. Schalke stürmte mit dem Mute der Verzweiflung und kam durch Drechsler tatsächlich noch einmal ran (89.). Ein echter Krimi! Mit Happy End für Werder.

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