Torjäger geht bei Elfmetern leer aus Füllkrugs doppelter Abblitzer

Niclas Füllkrug hat Werders Siegtreffer in Berlin erzielt. Mit dem Kopf. Dabei hätte er viel lieber schon vorher mit dem Fuß getroffen. Doch an der Elfmeter-Ordnung war nicht zu rütteln – trotz aller Tricks.
16.09.2019, 08:41
Lesedauer: 2 Min
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Füllkrugs doppelter Abblitzer
Von Malte Bürger

Er hatte wahrlich alles versucht, doch Davy Klaassen war einfach nicht umzustimmen. Und so musste Niclas Füllkrug unverrichteter Dinge wieder abziehen. Zu gern hätte er nach wenigen Minuten den ersten Bremer Elfmeter verwandelt. Eine knappe Stunde später witterte der 26-Jährige seine nächste Chance. Also machte er sich in Halbzeit zwei erneut auf den Weg zum Niederländer und probierte er es nochmal – doch Klaassen blockte auch dieses Mal ab.

Normalerweise dürfte es derartige Diskussionen am Elfmeterpunkt gar nicht geben. Trainer Florian Kohfeldt hat schließlich im Vorfeld der Saison festgelegt, wer im Falle eines Falles antritt: eben Davy Klaassen. Und deshalb hat er sich jetzt auch nicht unbedingt gefreut, als Füllkrug dazwischen grätschen wollte. Doch der Coach kennt seinen Angreifer. Sehr gut sogar. „Lücke ist ein Stürmer und einfach ein richtig geiler Typ“, sagte Kohfeldt feixend. „Wenn der auf den Platz geht, dann kannst du den vergessen, denn dann entscheidet der nicht mehr rational. Nach den Spielen darf der eigentlich gar nicht mehr in die Mixed Zone, weil der erst einmal runterkommen soll.“

„Jeder Stürmer schießt gerne Tore“

Und eben jener Tunnelblick führt dazu, dass Füllkrug in solchen Situationen lieber sein Herz anstelle des Kopfes entscheiden lässt. Im positiven Sinne nennt man solch einen Angreifer Instinktfußballer – und diese tun bekanntlich jeder Mannschaft gut. Zumal Füllkrug ein echter Fuchs und um keine Erklärung verlegen ist. „Jeder Stürmer schießt gerne Tore. Es war klar, dass Davy schießt“, sagte er später grinsend. „Ich habe ihn aber gefragt, weil ich mich gut gefühlt habe vor dem ersten Elfmeter. Er hat Nein gesagt, das war für mich in Ordnung.“

Das war aber eben noch lange kein Grund, auch vor dem zweiten Strafstoß nochmal anzuklopfen. „Zwei Elfmeter in einem Spiel zu schießen, ist manchmal schwierig, ich kenne die Situation selber“, sagte Füllkrug lächelnd. „Da habe ich ihn noch einmal gefragt, aber er war sich sicher.“ Ende der Diskussion. Auch für seinen Coach. „Der weiß ganz genau, dass Davy eingeteilt ist“, meinte Kohfeldt lachend. „Natürlich habe ich mich in dem Moment nicht gefreut, dass er da hingegangen ist, aber ich will ihm das auch nicht wegnehmen, denn das gehört zu seiner Persönlichkeit.“

„Und dann sagt er kackfrech...“

Ebenso wie Neckereien nach dem Schlusspfiff. Da waren die beiden Situationen natürlich auch direkt Thema zwischen dem Trainer und seinem torsüchtigen Stürmer. „Und dann sagt er doch kackfrech nach dem Spiel zu mir: Wenn du mich schon keine Elfmeter schießen lässt, dann muss ich halt ein Kopfballtor machen“, schilderte Kohfeldt amüsiert. „So ist er einfach, da wird er auch keinen Rüffel von mir bekommen. Aber Elfmeterschütze ist Davy – und dabei bleibt es auch.“

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