DFL-Versammlung vertagt Entscheidung

Abbruch-Regelung soll jetzt entwickelt werden

Zum Streitthema Saisonabbruch gab es bei der DFL-Versammlung keine Entscheidung. Dafür einigten sich die 36 Profiklubs auf drei andere Festlegungen.
14.05.2020, 16:07
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Abbruch-Regelung soll jetzt entwickelt werden
Von Christoph Bähr
Abbruch-Regelung soll jetzt entwickelt werden

Die DFL tagte am Donnerstag.

dpa

Nach dem Streit über einen möglichen Saisonabbruch und die Folgen ist dieses Thema bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Donnerstag „nicht vertiefend erörtert“ worden, wie der Ligaverband mitteilte. In den kommenden beiden Wochen soll eine Regelung entwickelt werden, wie mit einem Saisonabbruch umzugehen ist. Die DFL hatte im Vorfeld der Versammlung vorgeschlagen, die Tabelle zu werten, die zum Zeitpunkt des Abbruchs aktuell ist. Mehrere Vereine, darunter Werder, hatten sich am Mittwoch vehement dagegen ausgesprochen.

Nahezu Einstimmigkeit herrschte dagegen in einem anderen Punkt: Die 36 Profiklubs bekräftigten bei einer Enthaltung die Absicht, die laufende Saison inklusive Relegation vollständig auszutragen, soweit dies rechtlich zulässig ist, und falls notwendig über den 30. Juni hinaus zu spielen. Sollte dieser Plan umsetzbar sein und die Spielzeit zu Ende gebracht werden, dann wären die Überlegungen zum Thema Saisonabbruch ohnehin hinfällig. Aber wer kann zum jetzigen Zeitpunkt schon mit Sicherheit vorhersagen, ob die restlichen neun Spieltage plus Werders Nachholspiel gegen Frankfurt und die Relegation wie geplant stattfinden können?

Um terminlich flexibel zu sein, bekam das DFL-Präsidium am Donnerstag weitere Befugnisse. Es kann das Ende der Saison 2019/20 und den Beginn der Saison 2020/21 „unter Berücksichtigung der Vorgaben der Fifa und des DFB“ bestimmen und die Transferfenster im Sommer und Winter verändern, sofern dies zu den Vorgaben der Fifa passt.

Wie erwartet, einigten sich die Vereine auch darauf, dass beim Bundesliga-Neustart am kommenden Wochenende fünf Auswechslungen pro Mannschaft erlaubt sind, um die Belastung für die Spieler besser dosieren zu können. Diese Möglichkeit hatte das für das Regelwerk verantwortliche International Football Association Board (IFAB) eröffnet. Damit nicht ständig ausgewechselt wird, gibt es drei Wechselgelegenheiten pro Partie einschließlich der Halbzeitpause. Die „Kommission Fußball“ der DFL empfiehlt, dass maximal zwei Spieler gleichzeitig eingewechselt werden.

Ebenfalls wichtig für Werder: Es gibt im weiteren Verlauf der Saison die Möglichkeit, ein Spiel aus rechtlichen, organisatorischen oder sicherheitstechnischen Gründen kurzfristig in einem anderen Stadion auszutragen. Hintergrund sei, dass durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auch ein regionales Infektionsgeschehens denkbar sei, teilte die DFL mit. Dadurch könne möglicherweise an einem Ort nicht gespielt werden, an einem anderen aber schon. In Bremen hatte Innensenator Ulrich Mäurer im März das geplante Geisterspiel gegen Leverkusen wegen zu erwartender Fanansammlungen vor dem Stadion abgesagt. Sollte sich solch eine Absage wiederholen, könnte Werder also umziehen.

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