Bundesliga-Neustart steht bevor

Politik erlaubt Geisterspiele ab Mitte Mai

Es hatte sich angedeutet: Die Bundesliga darf demnächst wieder spielen. Die Politik erlaubt Spiele ohne Zuschauer ab Mitte Mai.
06.05.2020, 16:23
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa/wkf
Politik erlaubt Geisterspiele ab Mitte Mai

Mit Spielen vor leeren Tribünen wie hier in Frankfurt kann die Bundesliga wieder starten.

dpa

Bund und Länder haben die Erlaubnis für eine Wiederaufnahme von Spielen ohne Zuschauer in der Fußball-Bundesliga ab der zweiten Mai-Hälfte erteilt. Darauf einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Schalte am Mittwoch. „Die 1. und 2. Bundesliga dürfen ab der zweiten Mai-Hälfte nach den genehmigten und getesteten Regeln den Spielbetrieb wieder aufnehmen“, erklärte Merkel während der Pressekonferenz nach der Besprechung. Damit erhält die Deutsche Fußball Liga (DFL) als Dachorganisation der 36 Profiklubs der 1. und 2. Liga die lange erhoffte Genehmigung für Geisterspiele. „Der Beschluss zur Bundesliga ist einstimmig erfolgt. Wir wollen nicht nur dem Profisport, sondern auch dem Amateursport große Lockerungen ermöglichen. In diesem Zusammenhang ist der Beschluss für die Bundesliga, die eine große Fangemeinde hat, getroffen worden“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Womöglich könnte ab dem Wochenende am 16. und 17. Mai wieder der Ball in den Stadien rollen. Für Werder würde dieser frühe Termin einige Probleme mit sich bringen. In Bremen ist bislang nur Training in Kleingruppen von vier Spielern erlaubt, während an anderen Bundesliga-Standorten bereits in größeren Gruppen oder teilweise sogar in Mannschaftsstärke trainiert wird. Werder hätte also nur wenig Zeit, um sich auf den Neustart vorzubereiten.

Die Bundesliga-Saison ist seit Mitte März ausgesetzt, neun Spieltage sind noch zu absolvieren. Die DFL strebt an, diese bis zum 30. Juni durchziehen zu können. Sie hatte von ihrer „Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb“ ein umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgelegt, um die Ansteckungsgefahr unter Spielern und Betreuern zu minimieren. In einer ersten Testreihe hatte es bei 1724 Tests in der 1. und 2. Liga zehn Corona-Fälle gegeben.

Quarantäne vor dem Start

Kern der Terminfrage ist eine vorgesehene vorgeschaltete Quarantäne der Mannschaften. In der Beschlussvorlage des Bundes hieß es am Mittwochmorgen: „Dem Beginn des Spielbetriebs muss, wie in dem geprüften Konzept vorgesehen, eine Quarantänemaßnahme, gegebenenfalls in Form eines Trainingslagers, vorweggehen.“ Von einer Quarantäne-Dauer von zwei Wochen war darin explizit nicht mehr die Rede. „Die Quarantäne muss nicht zwei Wochen lang sein, sie kann auch kürzer sein“, bestätigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Merkel ergänzte: „Da dort regelmäßig getestet wird, ist es eine andere Situation, als wenn jemand nur am Beginn und am Ende einer Quarantäne getestet wird.“

Somit könnte die Bundesliga ab dem Wochenende am 16. und 17. Mai wieder starten. Für die Liga ist eine Fortsetzung der Saison von enormer Bedeutung, weil viele Vereine durch fehlende Einnahmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Bei einer Fortsetzung der Bundesliga wären zumindest die TV-Millionen gesichert.

Die DFL hat für Donnerstag eine Mitgliederversammlung anberaumt. Bei der Videokonferenz sollen mit den 36 Profivereinen, von denen die ersten bereits das uneingeschränkte Mannschaftstraining aufgenommen haben, die Ergebnisse des Polit-Gipfels erörtert werden.

Söder hält den Kompromiss für eine Fortsetzung der Bundesliga-Saison für „mehr als vertretbar“ und hat die Beteiligten zur Vernunft aufgerufen. „Ich kann nur appellieren: Es sollten auch Spieler, die sich unvernünftig verhalten, mit Konsequenzen rechnen müssen. Es war von dem einen Spieler von Hertha BSC schon ein schweres Eigentor", sagte Bayerns Ministerpräsident mit Blick auf Salomon Kalous Video aus der Hertha-Kabine.

+++Dieser Artikel wurde um 16.21 Uhr aktualisiert.+++

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