DFL-Präsidium folgt Werders Wunsch

Vorerst keine Abstiegsregelung für Saisonabbruch

Das Präsidium der Deutschen Fußball Liga hat sich mit der Frage beschäftigt, wer im Falle eines Saisonabbruchs absteigen würde. Auf eine Regelung festgelegt hat sich der Ligaverband aber nicht.
28.05.2020, 17:53
Lesedauer: 2 Min
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Vorerst keine Abstiegsregelung für Saisonabbruch
Von Christoph Bähr
Vorerst keine Abstiegsregelung für Saisonabbruch

Das DFL-Präsidium legt sich für den Fall eines Saisonabbruchs vorerst nicht auf eine Abstiegsregelung fest.

dpa

Die Frage hatte vor rund zwei Wochen für einige Unstimmigkeiten unter den Profiklubs gesorgt: Wer steigt ab, wenn die Saison aufgrund der Corona-Pandemie doch noch abgebrochen werden sollte? Das Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) wollte zunächst die dann aktuelle Tabelle werten und nicht auf Absteiger verzichten, Klubs wie Werder wehrten sich dagegen. Das Thema wurde daraufhin vertagt und nun am Donnerstag bei einer außerordentlichen Sitzung des DFL-Präsidiums besprochen. Das Präsidium sei dabei zu dem Ergebnis gekommen, sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht auf eine detaillierte Regelung im Falle eines nicht abzuwendenden Saisonabbruchs festzulegen, teilte die DFL am Donnerstagabend mit.

Es werde keine Empfehlung ausgesprochen und die DFL-Mitgliederversammlung werde sich erst einmal nicht weiter mit dem Thema befassen. Das Präsidium folgt damit der Empfehlung der DFL-Kommission „Fußball“, der Vertreter von zwölf Profiklubs angehören, darunter auch Werders Sportchef Frank Baumann. Für Werder ist es als Erfolg zu werten, dass nun erst einmal keine Entscheidung für den Fall eines Saisonabbruchs getroffen wurde. Genau das hatte Marco Bode gefordert. Werders Aufsichtsratschef hatte sich dafür ausgesprochen, erst über Regelungen zu sprechen, wenn es wirklich zu einem Saisonabbruch kommen sollte. „In dem Moment, in dem es nicht mehr geht, sollten man schauen, wo die Ursachen liegen, was die Gründe sind, wie die Situation aussieht, und dann die bestmögliche Entscheidung treffen.“

Darüber hinaus schloss das DFL-Präsidium bereits aus, dass es im Falle eines Abbruchs zu einer Annullierung der Saison kommen würde. Auch die Hinrunden-Tabelle für die Abschlusswertung zugrunde zu legen komme nicht infrage. „Sollten nicht alle Klubs einer Liga bei einem vorzeitigen Saisonende gleich viele Spiele absolviert haben, wäre ein Ausgleichsmechanismus – zum Beispiel eine Quotienten-Regelung – zur Wertung der Tabelle erforderlich“, schrieb die DFL. Juristische Auseinandersetzungen seien bei einem Saisonabbruch wohl kaum zu vermeiden, unabhängig von der Regelung, die dann getroffen würde. Das zeige der Blick in andere Länder, in denen die Saison abgebrochen wurde. Das DFL-Präsidium betonte daher, „dass alle Anstrengungen in der Bundesliga und 2. Bundesliga der Fortsetzung der Saison gelten sollten, um diese zu einem sportlichen Abschluss zu bringen“.

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