Ein Jahr nach Abschied Gebre Selassie kommt zu Werders Aufstiegsfinale als Fan zurück

Vor fast genau einem Jahr hat Ex-Kapitän Gebre Selassie Werder Bremen verlassen. Nun kehrt er zurück - als Fan und hofft auf einen Wiederausftieg seines ehemaligen Teams.
14.05.2022, 14:22
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Bei aller Anspannung, ob der SV Werder Bremen auf dem Rasen den Aufstieg perfekt machen kann, es lohnt am Sonntag auch ein Blick auf die Tribüne des Weserstadions: Denn dort wird Theodor Gebre Selassie sitzen. Der in Bremen sehr beliebte Tscheche stattet seinem Ex-Club einen Besuch ab. Eigentlich eine gute Gelegenheit für Werder, ihn noch nachträglich zu verabschieden. Vor einem Jahr war darauf wegen des drohenden Abstiegs und der Geisterkulisse in der Corona-Pandemie verzichtet worden. Doch der Club will vor der Partie nichts an den Abläufen ändern und keine Geschenke verteilen. „Das Spiel ist sehr wichtig, darauf liegt unser voller Fokus“, erklärte Clemens Fritz als Werders Leiter Profifußball.

Sehr wahrscheinlich hätte Gebre Selassie dieses Rampenlicht ohnehin nicht gewollt, der 35-Jährige ist eher bescheiden. Umso mehr freut er sich auf die Rückkehr nach Bremen – und noch mehr auf das entscheidende Spiel um den Aufstieg. „Es ist toll für mich, dass ich das miterleben kann“, sagte er im „Sportblitz“ von Radio Bremen: „Es werden sehr viele Emotionen dabei sein. Ich freue mich riesig, auch auf die Atmosphäre im Stadion.“

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Der Abstieg ist etwas, das man nie vergisst.
Theodor Gebre Selassie

Vor fast genau einem Jahr war das ganz anders gewesen, im fast leeren Stadion ging Gebre Selassie nach dem 2:4 gegen Borussia Mönchengladbach nicht nur als Verlierer vom Platz, sondern auch als Absteiger – und das quasi für immer. Der Kapitän wechselte nach neun Jahren an der Weser zurück in die tschechische Heimat zu Slovan Liberec. Dort ist die Saison bereits vorbei, Slovan belegte am Ende Rang acht. „Der Abstieg ist etwas, das man nie vergisst. Das war eine sportliche Tragödie für mich, ein sehr trauriger Tag für alle Werder-Fans“, blickte Gebre Selassie noch mal kurz zurück und fügte dann zufrieden an: „Dass sich die Jungs die Situation erkämpft haben, alles wiedergutzumachen – das ist super.“ Nur eine Prognose wollte er partout nicht abgeben: „Ich will nicht viel darüber reden, denn es ist noch nicht vorbei. Die Ausgangslage ist gut, aber eben noch nicht fertig. Wenn es vorbei ist, dann sage ich super, dass sich der Kreis schließt.“

Nach Bremen will Gebre Selassie mit seiner Frau und den beiden Söhnen kommen. „Seit einer Woche laufen sie komplett in Werder-Klamotten herum. Auch sie fiebern schon mit“, berichtete der Abwehrspieler. Für die Zeit in der Hansestadt sind auch Treffen mit Freunden und Nachbarn sowie mit seinem ehemaligen Teamkollegen Philipp Bargfrede und dessen Familie geplant. Seinen Landsmann Jiri Pavlenka, der am Sonntag das Werder-Tor sauber halten soll, kontaktiert Gebre Selassie ganz bewusst nicht: "Ich werde Pavlas in Ruhe lassen. Alle wissen, worum es geht. Es gibt nichts zu sagen. Ich wünsche viel Glück, mehr ist nicht nötig."

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