1:1 gegen 1899 Hoffenheim Gebre Selassie trifft, Pavlenka hält

Werder hat dank einer engagierten Leistung den ersten Punkt im neuen Jahr geholt. Beim mehr als verdienten 1:1 gegen Hoffenheim traf Theo Gebre Selassie - und Jiri Pavlenka hielt einmal überragend.
13.01.2018, 17:26
Lesedauer: 3 Min
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Gebre Selassie trifft, Pavlenka hält
Von Marc Hagedorn

Dieser Auftritt macht Mut. Werder hat zwar einen Sieg gegen 1899 Hoffenheim zum Auftakt der Rückrunde im Weserstadion verpasst. Aber beim 1:1 (0:1) zeigten die abstiegsgefährdeten Bremer gegen eines der Top-Teams der Liga eine sehr ansprechende Leistung. Benjamin Hübner hatte Hoffenheim nach 39 Minuten in Führung gebracht, Theo Gebre Selassie hatte in der 63. Minute ausgeglichen. Danach verhinderte Pavlenka mit einer Weltklasse-Parade die erneute Hoffenheimer Führung. Die Bremer wiederum hatten nach 82 Minuten und einem dann offenen Schlagabtausch noch einen Elfmeter gefordert, als Hübner mit dem Arm eine Hereingabe von Florian Kainz daran hinderte, beim einschussbereiten Zlatko Junuzovic zu landen. So blieb es beim Unentschieden.

Angefangen war das Spiel deutlich weniger dramatisch. Eine halbe Stunde lang hatte Werder das ganz gut gemacht. In der Offensive hielt nur Florian Kainz konsequent seine Position am linken Flügel. Zlatko Junuzovic, Max Kruse und Ishak Belfodil dagegen wechselten in Werders 4-3-3-Grundordnung häufig die Positionen. Das zeugte von hoher taktischer und läuferischer Flexibilität, effektiv indes war das nur selten. Drei gute Offensivszenen hatte Werder bis zur Pause. Kainz verzog mit einem Schlenzer aus 20 Metern von halblinks (25.). Zuber schlug einen Kopfball von Niklas Moisander im Fünfmeterraum aus der Gefahrenzone (43.). Die beste Bremer Chance hatte Kaderabek nach 19 Minuten verhindert. Ishak Belfodil hatte sich klasse im Zweikampf gegen Hübner behauptet und scharf in die Mitte gepasst, wo Kaderabek seine Fußspitze schneller am Ball hatte als der einschussbereite Kainz. Das war’s aber auch schon.

Insgesamt war Hoffenheim optisch überlegen, auch wenn sich die Mannschaft gegen aggressive und vor allem anfangs früh attackierende Bremer schwertat, Chancen aus dem Spiel heraus zu kreieren. So musste quasi ein Standard für das erste Tor des Tages sorgen. Werder verhielt sich bei einem Eckball für Hoffenheim insgesamt viel zu passiv. Der Ex-Bremer Serge Gnabry führte den bereits sechsten Hoffenheimer Eckball kurz zu Dennis Geiger aus, der ungestört zurück zu Gnabry spielte, der – ebenfalls und immer noch ungestört – flanken konnte. In der Mitte stieg 1899-Innenverteidiger Benjamin Hübner höher als Theo Gebre Selassie, und es stand 1:0 für Hoffenheim.

Gnabry bereitet 1:0 vor

Die Führung war nicht unverdient. Der Treffer fiel genau in der Phase ab der 30. Minute, in der Werder sich zu sehr zurückgezogen hatte. Kurz vor dem 1:0 hatte Gnabry, der höflich vom Bremer Publikum empfangen worden war, aus 16 Metern nach einem schönen Hoffenheimer Angriff verzogen.

Florian Kohfeldt hatte Ishak Belfodil an die Seite von Max Kruse gestellt. Belfodil hatte in der kurzen Wintervorbereitung zwar ein paar Tage mit dem Training aussetzen müssen, Ende Oktober im DFB-Pokal-Spiel gegen Hoffenheim aber ebenso getroffen wie auch in den beiden letzten Pflichtspielen des Jahres 2017. Der Trend sprach also für Belfodil. Der Spielverlauf allerdings nicht. Nach 57 Minuten musste Belfodil Platz machen für Jerome Gondorf. Gondorf, im letzten Pflichtspiel des vergangenen Jahres noch an allen drei Bremer Toren beim 3:2-Sieg gegen Freiburg beteiligt, übernahm die Position von Junuzovic im rechten Mittelfeld, Junuzovic rückte eine Linie weiter vor.

Und tatsächlich war Gondorf am Bremer Ausgleich beteiligt. Einen Eckball von Junuzovic verlängerte Gondorf per Kopf in die Mitte. Dort missriet Florian Grillitsch, dem zweiten, ebenfalls höflich empfangenen Ex-Bremer im Hoffenheimer Trikot, die Rettungsaktion, so dass Gebre Selassie aus fünf Metern abstauben konnte – 1:1 (63.).

Pavlenka mit Weltklasse-Parade

Danach wurde die Partie immer lebhafter. Und eigentlich hätte Hoffenheim nur zwei Minuten später in Führung gehen müssen. Aber Werder hat ja Jiri Pavlenka im Tor. In der ersten Hälfte hatte der tschechische Schlussmann bei zwei hohen Bällen kleine Unsicherheiten gezeigt, jetzt, in der 65. Minute, reagierte er aber in Weltklasse-Manier. Nach einer punktgenauen Hereingabe von Kaderabek scheiterte der eingewechselte Andrej Kramaric aus fünf Metern am glänzend reagierenden Pavlenka.

Es ging hin und her. In der 72. Minute hatte Werder eine Doppelchance. Erst blockte Hübner eine Gondorf-Direktabnahme ab. Nur Sekunden später setzte sich Kruse an der Grundlinie durch und legte zurück zu Moisander, dessen Schuss TSG-Kapitän Kevin Vogt auf der Linie und der Pfosten in einer gemeinschaftlichen Aktion abwehrten. Wieder nur zwei Minuten später verzog Gondorf aus 16 Metern. Werder hatte also gute Chancen, um mit 2:1 in Führung zu gehen – was trotz guter Möglichkeiten nicht gelang.

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