Kohfeldts Geduld am Ende

Werder: Osako nicht im Kader

Seine Leistung gegen Union Berlin war schlecht, jedoch nicht nur seine. In Leverkusen verzichtet Florian Kohfeldt nun auf Yuya Osako. Ein Novum bei Werder. Osako solle „den Kopf frei bekommen.“
09.01.2021, 15:02
Lesedauer: 1 Min
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Von Carsten Sander

Die Worte waren zunächst noch nett formuliert. „Yuya ist aktuell nicht in einer Top-Phase. Wir arbeiten gemeinsam daran, dass er aus dieser Phase wieder herauskommt“ – so hatte Werder-Trainer Florian Kohfeldt noch am Donnerstag die Lage von Yuya Osako beschrieben. Was Teil dieser gemeinsamen Arbeit ist, zeigte sich dann eine Stunde vor Anpfiff des Bremer Bundesliga-Spiels bei Bayer Leverkusen – und nett war das nicht mehr. Osako steht nicht im Bremer Kader, der Japaner ist aussortiert – mindestens für dieses eine Spiel. Seit der Mittelfeldspieler im Sommer 2018 für 4,5 Millionen Euro vom 1. FC Köln zum SV Werder gewechselt war, hat es das noch nicht gegeben.

Kohfeldt hat Osako immer mindestens in den Kader berufen, nur einmal verzichtete er freiwillig auf den 30-Jährigen. Das war im vergangenen Oktober gegen den SC Freiburg, als Osako nach einem Länderspieleinsatz für Japan gerade erst aus einer mehrtägigen Quarantäne zurückgekehrt war. Ansonsten stand er immer im Aufgebot, wenn er fit war.

Dass Kohfeldt nun auf Osako, den er oft und lange gegen teils harsche Kritik von außen verteidigt hat, verzichtet, zeigt, wie groß der Ärger auch beim Trainer über das vergangene Wochenende ist. Beim 0:2 gegen Union Berlin hatte Kohfeldt Osako wegen dessen schlechter Leistung bereits zur Pause ausgewechselt. Offenbar war das der Punkt, an dem das Maß voll war. Gegenüber Sky erklärte der 38-Jährige seine Entscheidung so: „Das ist keine Ausbootung. Yuya soll jetzt einfach mal den Kopf frei bekommen.“

Am Donnerstag hatte der Coach deutlich betont, dass er grundsätzlich mit Osako plane („Seine spielerische Qualität ist schon sehr wichtig für unsere Mannschaft“), aber die Nicht-Berücksichtigung gegen Leverkusen zeigt auch dies: Die Bereitschaft, darauf zu warten, dass der Japaner seine Qualitäten auch auf dem Platz zeigt, hat nachgelassen. Die Geduld ist am Ende. Ein Verkauf des 30-Jährigen in dessen Heimat noch in der laufenden Transferperiode wird deshalb nicht unwahrscheinlicher.

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