Partie gegen Dynamo Dresden

Assalé bei Werder eine Symbolfigur der Wehrlosigkeit

Statt sich dem 0:3-Torschützen Morris Schröter in den Weg zu stellen, streckt Leihspieler Assalé nur den Hintern leicht raus. Seine Leistung am Sonntag war katastrophal.
27.09.2021, 09:40
Lesedauer: 2 Min
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Von csa

Vor der Dienstreise nach Dresden war es noch ein Thema gewesen, ob Roger Assalé langsam reif ist für die Startelf des SV Werder Bremen. Immerhin ist der Außenstürmer mittlerweile seit einem Monat bei Werder, hatte bis Sonntag drei Kurzeinsätze hinter sich. Doch Trainer Markus Anfang sah noch Defizite, nannte die noch nicht abgeschlossene Eingewöhnung des Ivorers und dessen leichte Fitnessdefizite als Gründe, warum das mit der Startelf noch keine gute Idee ist. Am Sonntag kam ein ganz wesentlicher Grund hinzu: Assalés Defensivverhalten.

Es war, um es mit einem Wort zu benennen: katastrophal. Sowohl beim zweiten als auch beim dritten Gegentreffer spielte der erst nach 62 Minuten eingewechselte Neuzugang eine Hauptrolle. Beim 0:2 ließ er Vorbereiter Antonis Aidonis einfach laufen, beim 0:3 stellte er sich dem Torschützen Morris Schröter nicht in den Weg, streckte nur ein bisschen den Popo raus, anstatt den Dresdner zu stoppen. Das war Abwehrverhalten der schlimmsten Art. Und auch der Fakt, dass Assalé ein Stürmer ist, sollte keine Entschuldigung sein. Er muss es einfach besser können.

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Obwohl der persönliche Anteil des 27-Jährigen an den letztlich entscheidenden Gegentoren groß war, verzichtete Coach Anfang darauf, Assalé öffentlich für dessen Verhalten anzuzählen. „Jeder muss sich heute an seine Nase fassen. Nur auf einzelne Personen zu gehen, macht keinen Sinn“, sagte der Trainer und verpackte seine Kritik an dem vom Dijon FC aus der zweiten französischen Liga ausgeliehenen Profi in einer halbwegs allgemeinen Betrachtung der Gegentreffer. „Es ist sicherlich so, dass wir in der Situation mitgehen müssen“, sagte Anfang über das 0:2. „Roger ist auch einer der Spieler, der an der Situation beteiligt war. Aber es nur auf Roger zu schieben, macht keinen Sinn. Wir haben zuvor einen Ballverlust, der unnötig war. Dadurch haben wir die Kontersituation überhaupt erst bekommen.“

Tatsächlich wäre es überzogen, zu behaupten, Assalé hätte die Dresdner Angriffe mal eben so stoppen können. Und außer ihm waren fraglos noch andere daran beteiligt, dass Dynamo trotz einer Bremer Überzahl in und um den Strafraum zweimal leichtes Spiel hatte. Aber an Assalé machte es sich so offensichtlich fest wie an keinem anderen Spieler, woran es Werder an diesem Nachmittag gemangelt hat. Kein Biss in den Zweikämpfen, kein unbedingter Wille, Schlimmes zu verhindern. Und letztlich sammelte Assalé nicht mal im Ansatz ein Argument, weshalb er im kommenden Spiel gegen den 1. FC Heidenheim zu seiner Startelf-Premiere kommen sollte.

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