Zwischen Traumstart und Füllkrug-Unfall

Goller: „Es tat mir schrecklich weh“

Zuletzt ging es für Benjamin Goller steil bergauf, plötzlich war er mittendrin im Bundesliga-Geschehen. Am Mittwoch sprach er erstmals über seinen Start bei Werder - aber auch über die unschönen Momente.
16.10.2019, 14:03
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Goller: „Es tat mir schrecklich weh“
Von Malte Bürger
Goller: „Es tat mir schrecklich weh“

Benjamin Goller zeigt vollen Einsatz und wurde dafür zuletzt von Trainer Florian Kohfeldt gleich mit vier Auftritten in der Bundesliga belohnt.

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Benjamin Goller hat ereignisreiche Monate hinter sich. Im Sommer wechselte der 20-Jährige vom FC Schalke 04 zu Werder und reiste direkt mit den Profis ins Zillertal-Trainingslager. Dort wusste der Offensivmann auf Anhieb zu gefallen, Chefcoach Florian Kohfeldt schwärmte prompt vom Zugang, der obendrein einen Testspieltreffer erzielte.

Stück für Stück sollte Goller anschließend aufgebaut werden, mal bei den Profis, dann wieder bei der U23 - doch plötzlich verletzte sich der gebürtige Reutlinger und fehlte einige Wochen. Als er zurückkehrte, spülte es ihn aufgrund von Werders Personalnot direkt zurück in den Profikader, beim 0:3 gegen RB Leipzig gar in die Startelf. Dort lieferte er einen ebenso mutigen wie vielversprechenden Auftritt ab. „Ich habe mir einfach keinen Kopf gemacht und versucht, frei aufzuspielen“, sagte Goller, der inzwischen vier Bundesliga-Einsätze vorweisen kann, am Mittwochmorgen, als er sich erstmals seit seinem Wechsel den Fragen der Bremer Journalisten in einer Medienrunde stellte. „Klar freut es mich, dass ich jetzt zum Einsatz gekommen bin, aber mir war zu Saisonbeginn auch klar, dass ich nicht so sehr zum Zug komme, wenn alle fit sind.“

Mittendrin beim Füllkrug-Schock

Es klingt also fast ein wenig märchenhaft, was Benjamin Goller in der jüngeren Vergangenheit erlebt hat. Doch der Junioren-Nationalspieler durchschritt auch etwas tristere Momente. So war er unmittelbar involviert, als sich Niclas Füllkrug im Abschlusstraining vor dem Leipzig-Spiel das Kreuzbandriss. „Es tat mir schrecklich weh, als er auf dem Boden lag und als ich von dem Kreuzbandriss erfahren habe“, sagte Goller, auf den Füllkrug in einem Zweikampf unglücklich aufgelaufen war. „Ich hoffe, er kommt schnell zurück. Direkt nach dem Training bin ich zu ihm gegangen und habe ihm gesagt, dass es mir leid tut und es unglücklich war.“ Die Verarbeitung dieser Situation gelang auch dank der positiven Reaktionen der Teamkollegen. „Es gab keine Vorwürfe, ich kann ja nichts dafür. Es war ein unglücklicher Moment“, sagte Goller.

Und so überwiegen bislang unter dem Strich doch die positiven Augenblicke. Überhaupt habe sich der Wechsel an die Weser vollends gelohnt. „Bremen ist sehr schön“, sagte er und schob augenzwinkernd hinterher: „Gelsenkirchen ist ja nun nicht unbedingt bekannt als schönste Stadt Deutschlands.“ Bislang kann er die Schönheiten seines neuen Wohnsitzes auch noch recht unerkannt genießen, der Promifaktor ist trotz seines guten Starts noch überschaubar. „Ich laufe durch Bremen wie jeder andere auch“, sagte Goller und erklärte, dass ihm das durchaus gefalle.

Sonderschichten im Kraftraum

Damit er bei Werder dennoch des Öfteren auffällt, will er jetzt weiter hart arbeiten. "Körperlich muss ich noch etwas zulegen. Das sieht ja jeder", sagte er lachend. "Ich gehe aber auch regelmäßig in den Kraftraum. Bei einigen geht es schneller, bei anderen dauert es halt länger.“ Ein gutes Zeichen für ihn ist auf jeden Fall, dass er mit Florian Kohfeldt einen großen Fürsprecher als Trainer hat. "Er war damals sogar bei meinem ersten Gespräch hier in Bremen dabei", erinnert sich Goller, der diesen Umstand nicht wirklich erwartet hatte. "Das hat mich schon sehr beeindruckt und gefreut. Er hilft mir unheimlich, spricht auf und neben dem Platz viel mit den jungen Spielern."

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