Guter Auftritt vor mehr als 80.000 Zuschauern

Groß: „Ein unglaubliches Privileg“

Borussia Dortmunds Millionen-Stars statt Regionalliga, und das im größten Stadion Deutschlands: Für Christian Groß geht das Märchen weiter. Bleibt er gegen Frankfurt im Team?
29.09.2019, 14:43
Lesedauer: 2 Min
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Von Jean-Julien Beer
Groß: „Ein unglaubliches Privileg“
nordphoto

Schon während der ersten Halbzeit wurde es Schiedsrichter Deniz Aytekin zu bunt. Er pfiff diesen rustikalen Bremer Abwehrspieler mal kurz herbei, der gerade der Reihe nach Weltmeister Mario Götze, U21-Nationalspieler Mo Dahoud und Bundesliga-Shootingstar Jadon Sancho im Zweikampf gestoppt hatte. Und so kam Werders Christian Groß auch noch in den Genuss, den vielleicht besten deutschen Schiedsrichter einmal persönlich aus der Nähe kennenzulernen. Der Unparteiische ermahnte ihn, es nicht zu übertreiben.

Hätte es wenig später diesen einen Moment nicht gegeben, den Marco Reus nutzte und den Ball zum zwischenzeitlichen 2:1 für Dortmund ins Tor köpfte – dann wäre es ein richtig grandioser Abend für Groß geworden. Für ihn, den 30-Jährigen aus der Regionalliga. In Dortmund, vor mehr als 80.000 Zuschauern. Starke Zweikämpfe, über weite Strecken ein sicheres Pass-Spiel, hier ein gut abgeblockter Schuss, dort ein Dribbling bis fast zu Mittellinie. Man sah ihm förmlich an, dass er dieses Spiel genoss. „Wenn ich immer sage, dass es unbeschreiblich für mich ist, dann wiederhole ich mich zwar. Aber so ist es. Im deutschen Fußball gibt es kein größeres Stadion“, sagte er nach getaner Arbeit, „es macht mich ein bisschen sprachlos. Ich habe auch in dem Spiel versucht, meine Sachen gut umzusetzen. Wie schon in den Spielen davor.“

Genießer eines Privilegs

Er spiele ja auch nicht erst seit gestern Fußball und habe schon einige Partien in den Knochen, aber halt noch nie vor so eine Kulisse. Ob er mit 30 Jahren seinen Job gerade neu lerne? „Man wächst mit den Aufgaben im Fußball“, antwortete Groß bescheiden, „ich habe die Situation einfach angenommen, vom ersten Trainingstag an. Ich wusste immer, wie meine Rolle ist. Ich nehme den Moment mit und genieße den einfach. Jetzt war es Dortmund, wenn es nächste Woche Frankfurt wird, dann ist es auch toll. Und wenn es nicht so wird, dann ist es halt so. Es ist ein unglaubliches Privileg, dass ich hier vor dieser Kulisse spielen durfte. Das hat man ja auch nicht so häufig.“

Weil Ömer Toprak nach Lage der Dinge in den Kader zurückkehrt und auch die Abwehrspieler Milos Veljkovic und Sebastian Langkamp wieder zur Verfügung stehen, ist nicht sicher, dass Groß auch bei der Eintracht aufläuft. Wobei ihm seine Leistung eigentlich einen Platz im Team bescheren müsste. Trainer Florian Kohfeldt deutete zumindest an, dass es taktische Varianten gibt, gegen Frankfurt mit mehreren Innenverteidigern zu agieren. So ein Gegentor von Reus, der einfach einen Tick handlungsschneller war, das haben schon ganz andere Abwehrspieler kassiert. Das sah auch Kohfeldt so: „Reus ist einfach ein Weltklassespieler, dessen ganze Qualität man in dieser Szene gesehen hat.“

Zusätzliche Sicherheit

Man sieht allerdings auch am Bremer Spiel, welche Qualität selbst in harten Zeiten noch zur Verfügung steht. Gegen Dortmund verlieh die Rückkehr von Nuri Sahin und Milot Rashica dem Team zusätzliche Sicherheit im Vergleich zur Niederlage in der Vorwoche gegen Leipzig. „Man sieht an diesem Ergebnis, welche Qualität in unserem Kader steckt“, meinte auch Groß, „und jetzt kommen noch Spieler bei uns zurück. Das ist ein gutes Zeichen für unsere Truppe.“

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